Massai Mara – Sanctuary Olonana

von Svenja Penzel

Wir fahren durch das Oloololo Gate im Nordwesten der Mara und folgen dem Mara-Fluss. Hier ist wieder Massai-Gebiet. Die steinige Piste schraubt sich ein Stück das Oloololo Escarpment hoch und verläuft parallel zum Fluss, der im Tal als grüner, dicht bewachsener Streifen erscheint. Dahinter erstreckt sich die endlose, ebene Savanne der Massai Mara. Eine traumhafte Landschaft. Wir fahren an den beiden Camps von &Beyond vorbei, Kichwa Tembo und Bateleur, die sich hier im Uferwald verstecken. Noch zehn Minuten, dann haben wir Sanctuary Olonana erreicht.

Die Sanctuary-Gruppe betreibt mehrere Luxuscamps in Tansania und Kenia, von denen ich Swala in Tarangire und Marco das Kusini Camp in der Serengeti schon auf früheren Reisen besichtigt haben. Olonana ist ein kleineres Camp mit 14 sehr großen und komfortablen Zelten mit direkter Aussicht auf den Mara Fluss. Die Badezimmer sind gemauert, bei den zwei besonders großen Honeymoon-Zelte gibt es Außenduschen. Das gesamte Gelände wird von schönen Bäumen beschattet und die Terrasse direkt am Fluss wirkt einladend, um die Seele baumeln zu lassen.

Nach dem klassischen Camp-Rundgang zeigen mir die freundlichen Manager noch ihre Öko-Projekte. Olonana gewinnt Biogas aus Kuhdung, den sie im Tausch gegen frisches Wasser von den Massai der Nachbardörfer bekommen. Das Regenwasser wird wiederverwertet, damit werden beispielsweise die Pirschfahrzeuge gewaschen. Das Abwasser wird in mehreren Stufen aufbereitet und zur Bewässerung des Gartens verwendet. Es landen keine Abwässer im Mara River. In einem großen Gemüsegarten pflanzt Olonana eigenes Obst und Gemüse an, garantiert "organic". Am besten hat mir das Baumpflanzprojekt gefallen. Kevin und Maurice zeigen mir die Bäume, die die Camp-Gäste im Laufe der letzten 12 Jahre (so lange existiert das Camp schon) auf einer speziellen Fläche angepflanzt haben. Von gerade erst gepflanzt bis zu meterhohen kräftigen Bäumen findet man hier alles. Und an jedem hängt ein Schildchen mit dem Namen des Baumes, dem Namen des Gastes und dem Pflanzdatum. Ich stelle eine Menge Fragen, und den Managern gefällt es, dass ich mich dafür so begeistere. Das ist ja mal eine richtig gute Sache, die die Gäste zu Stammgästen machen könnte... "Ich habe einen Baum in Afrika"... Mehr im Scherz stelle ich die Frage, ob auch Besucher, die nur eine Stunde bleiben, ein Bäumchen pflanzen dürfen. Ich darf.

Das Camp ist gerade so gut wie leer, da haben sie auch alle Zeit für mich. Zwischen vier Baumarten, die zur Auswahl stehen, entscheide ich mich für ein Chininbäumchen (Quinine Tree). Einer läuft los und holt einen Spaten, der andere das kleine, im Topf vorgezüchtete Bäumchen, ein dritter läuft ins Büro und holt die handliche Maschine, mit der die Namen direkt auf schmale Aufkleber gedruckt werden, sowie die Plakette. Ich grabe mühsam ein Loch in die harte Erde und kämpfe mit den vielen Wurzeln. Die Umstehenden schmunzeln. Eine Frau kommt vorbei, lacht und sagt, ich bücke mich viel zu tief runter und soll doch mit geradem Rücken arbeiten.

Endlich ist das Loch tief genug, ich setze das Bäumchen hinein, wir füllen wieder Erde auf und drücken sie fest. Die Plakette wird vorsichtig an den Baum gebunden, dann wird er noch gegossen und mit einem Gebet zu gutem Wachstum angeregt. Mein Baum in Afrika. Ich bin richtig stolz und ein bisschen sentimental. Ich hoffe, ich sehe ihn irgendwann mit eigenen Augen wieder. Bis dahin haben mir die Manager versprochen, hin und wieder ein Foto zu schicken.

Paul und ich fahren nun nach Norden. Auf einer Steinbrücke überqueren wir den Mara-Fluss, nachdem eine große Rinderherde vom anderen Ufer her durchmarschiert ist. Dort beginnt die Mara North Conservancy - ein riesiges Gebiet, in dem es ziemlich gut gelungen ist, eine Partnerschaft zwischen einigen wenigen Lodge-Betreibern und den Massai einzugehen, die strengen Regeln folgt. Die Massai erhalten erträgliche Summen als Bezahlung von den Lodges, dafür weiden sie ihre Herden nur in festgelegten Bereichen, so dass genug Raum für die Wildtiere bleibt. Der Reisende erlebt hier ein riesiges wildreiches Gebiet mit deutlich weniger Unterkünften als innerhalb der Massai Mara, es sind viel weniger Fahrzeuge unterwegs (nur die Fahrzeuge der Lodges aus diesem Gebiet sind hier zugelassen und keine von außerhalb), und als Bonus sind auch Nachtpirschfahrten und Pirschwanderungen erlaubt.

Bei einer besonderen Tiersichtung darf man auch einmal von der Piste ab querfeldein fahren, solange man die Tiere nicht bedrängt. Die Regeln, die für Tiersichtungen gelten, liegen an den Zufahrten zur Conservancy und auch in jeder Lodge aus.Gegen 14 Uhr erreichen wir das Karen Blixen Camp. Heute schaue ich mir keine andere Lodge mehr an und freue mich, dass ich den Nachmittag frei habe.

Weitere Informationen zum Sanctuary Olonana Camp finden Sie hier.

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