Amboseli Nationalpark- Tortilis Camp, Serena Lodge und Kilima Camp

von Svenja Penzel

Donnerstag, 24. Mai 2012

Während ich das hier schreibe, sitze ich auf der Terrasse meines Chalets in der Tawi Lodge, lasse mich von der Abendsonne bescheinen und schaue auf den schneebedeckten Gipfel des Kilimanjaro, der gerade aus den Wolken herausschaut.Was für ein Tag! Die frühe Pirschfahrt in Amboseli ist eins der schönsten Erlebnisse auf dieser Reise. Der Morgen ist klar und gar nicht so kühl.

Um 6.30 Uhr erwartet mich James am Fahrzeug. Kaum sind wir draußen in der Ebene, geht linkerhand die Sonne auf und taucht rechterhand den freien Gipfel des Kilimanjaro in herrliches Licht. Ehrfurchtsvoll stehe ich an der offenen Dachluke, schaue und fotografiere. Und dann wird es noch besser. In der Ferne taucht eine Herde Elefanten auf und bewegt sich langsam in Richtung Piste. Wir warten. Setzen noch ein Stück vor und warten wieder. Tatsächlich, sie kommen immer näher. Ruhig und stetig gehen sie in einer langen Reihe hintereinander, auch Kleine sind dabei. James hält den Wagen so, dass sie genau vor dem Berg vorbei laufen.

Zeit für Postkarten-Fotos.

Ich kann mein Glück kaum fassen. Solche Bilder wünscht sich jeder Amboseli-Besucher, doch nicht allen sind sie vergönnt. Wie ich erfahre, ist es gerade in den kühlen Monaten Juli und August nicht garantiert, dass man den Gipfel überhaupt sieht. Nur wenige andere Fahrzeuge sind gemeinsam mit uns unterwegs, überall verzückte Gesichter. Im weiteren Verlauf unserer Morgenpirsch sehen wir immer wieder Elefanten in großen Herden. Sie haben keine Scheu, grasen nah an der Piste und überqueren sie dicht am Fahrzeug. 1800 Elefanten gibt es in diesem verhältnismäßig kleinen Nationalpark, und ich habe das Gefühl, der Hälfte von ihnen begegnet zu sein.


Doch durch die große und stetig wachsende Zahl der Dickhäuter entsteht auch großer Schaden an der Vegetation. James erzählt, dass hier noch vor zehn Jahren deutlich mehr Bäume standen. In den Ebenen sieht man teilweise auch noch die Stümpfe und toten Äste. Daher hat die Parkverwaltung begonnen, Waldinseln einzuzäunen und den Bäumen wieder eine Chance zum Wachsen zu geben. Zum Glück erholt sich die Natur dort recht schnell.

Nach einem guten Frühstück in der Ol Tukai Lodge (Ol Tukai bezeichnet übrigens die Palmenart "Doum Palm" mit verzweigtem Stamm, die hier sehr häufig vorkommt) verlassen wir die Lodge und schauen uns noch drei weitere an. Der Kilimanjaro versteckt sich nun wieder in den Wolken.

Tortilis Camp

Tortilis ist das berühmteste Camp in Amboseli und steht auf einem Privatgelände. Ein gediegenes Zeltcamp mit viel Ruhe und ohne Schnickschnack - die Zelte sind gar nicht sooo groß und gar nicht sooo luxuriös ausgestattet, dafür ist die Lage einmalig. Man möchte einfach nur vor seinem Zelt oder auf der Aussichtsterrasse des Hauptgebäudes sitzen und in Richtung Kilimanjaro schauen. Tortilis ist eine der besten Adressen in Amboseli, hat aber auch seinen Preis. Dafür zahlt man hier für die Aktivitäten nichts extra, und auch die Getränke sind inklusive. Der Charme des Camps liegt neben der Abgeschiedenheit auch in der Herzlichkeit seiner Manager - dem Italiener Andrea steht der Stolz über das Geschaffene ins Gesicht geschrieben, und Manuelas Lächeln ist umwerfend. Sehr empfehlenswert! Tipp: Zelt Nr. 9 hat den schönsten Kilimanjaro-Blick. 

Weitere Informationen zum Tortilis Camp

Amboseli Serena Lodge

Die Amboseli Serena Lodge hat 92 Zimmer, die in mehreren Reihen nebeneinander liegen. Eine freundliche Lodge im klassischen Serena-Stil mit der eigenwilligen betonlastigen, aber farbenfrohen Bauweise aller Serena-Häuser - hier in dunkelrot und blau. Die Anlage ist gut in Schuss und sehr gepflegt. Die Zimmer sind zwar relativ klein und die Bäder noch kleiner, dafür mit allem modernen Komfort ausgestattet. Da die Lodge von dichter Vegetation umgeben ist, haben nur wenige Zimmer (u.a. die Suite) einen freien Blick auf den Kilimanjaro. Schönes Restaurant, großzügiger Pool-Bereich, eindrucksvolle Bar (mit Massai-Schmuck dekoriert), hier gibt es auch einen Kaffee-Vollautomaten mit Cappuccino und Latte Macchiato - das habe ich zuvor noch in keiner Safari-Lodge gesehen!

Weitere Details zur Amboseli Serena Lodge

Kilima Camp /Mada Hotels

Das Kilima Camp hat einen eigenwilligen Stil, ist aber durchaus reizvoll. Die beiden Hauptgebäude sind südafrikanischen Rondavels nachempfunden - der Architekt stammt aus Pretoria. Die Zelte sind auf jeden Fall den Lodge-Räumen vorzuziehen (preislich sind beide gleich). Bei den prunkvoll ausgestatteten Zimmern, vor allem den Bädern, glaubt man kaum, in einem Zelt zu sein. Tatsächlich ist der hintere Teil mit dem Bad auch solide gemauert. Gute, fast schon luxuriöse Wohnqualität zu einem moderaten Preis. Die Lodge ist noch recht neu und braucht wohl noch ein paar Jahre, bis sie einen eigenen Charakter hat. Zur Zeit wirkt sie ein bisschen "hingestellt". Der Kilimanjaro-Blick von den meisten Zimmern und vor allem vom Aussichtsturm oberhalb des Restaurants ist wunderbar.

Weiterführende Informationen zum Kilima Camp

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