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Zentrale Serengeti - Mbuzi Mawe, Bilila Lodge und Kati Kati Camp (9/12)
Löwen scheint es hier in der Gegend reichlich zu geben, auch Svenja hatte auf ihrer Tansania-Inforeise hier übernachtet und welche gesehen. In der näheren Umgebung gibt es Kopjes, abgeschliffene Felsformationen. Die Löwen lieben es, auf den warmen Steinen zu liegen und zu dösen. Trotzdem entgeht ihnen nichts, fast wie auf einem Wachturm. Und während der Großen Tierwanderung ist jeden Tag Weihnachten.Nachdem wir uns von unserem Löwenerlebnis erholt und ausgiebig gefrühstückt haben, schwingen wir uns in unser frisch geputztes Fahrzeug und brechen auf zu neuen Ufern. Die Unterkünfte liegen hier nicht so eng beieinander, so dass wir die lange Anfahrt gut als Pirschfahrt nutzen können. Das Geschüttel im Wagen macht uns gar nichts aus, denn die Herden der großen Tierwanderung befinden sich gerade in der zentralen Serengeti. Wir haben das Glück, einen guten Eindruck von der gewaltigen Masse an Individuen zu bekommen. Überall blökt es um uns herum und man meint, die ganze Welt besteht nur aus Gnus, Zebras und Gazellen.Als erstes schauen wir uns das Mbuzi Mawe an. Auch dieses Camp gehört zur Serena-Gruppe, allerdings kann man bei Zelten architektonisch nicht so viel machen wie bei den festen Lodges, wie zum Beispiel in Manyara und Ngorongoro. Deshalb sieht hier alles eher nach einem normalen Tented Camp und nicht rund und geschwungen aus. Es ist ein permanentes Camp, die Zelte gleichen eher Bungalows mit gemauerten Badezimmern und festem Fußboden. Ich bin begeistert von der Anlage, die trotz ihrer Größe auch ein individuelles Flair ausstrahlt. Der Manager ist sehr nett und zeigt uns einen der Bungalows. Alles ist sauber und gepflegt. Die Zelte sind groß und auch das Badezimmer ist geräumig und hell. Ja, ich würde mich hier auch wohlfühlen. Ich bin erstaunt, dass mir auf Nachfrage bestätigt wird, dass hier der Euro ebenso als Zahlungsmittel akzeptiert wird wie der US-Dollar. Auch Kreditkarten sind mittlerweile in Tansania auf dem Vormarsch, wenn auch leider mit recht hohen Gebühren.
Die Sonne brennt schon recht intensiv, als wir uns von Mbuzi Mawe verabschieden. Weiter geht es zur Bilila Lodge. Darauf war ich von Anfang an gespannt. Marco und Svenja hatten mir von früheren Reisen erzählt, dass es sich hier um eine sehr große Hotelanlage handeln soll, und er hatte wirklich Recht. Gebaut hat sie die Kempinski-Hotelkette, jedoch erwies sich das Konzept, ein Tagungshotel mitten in der Serengeti zu platzieren, als Flop. Nun hat es Four Seasons übernommen und vermarktet es als eine Art Luxusresort.
Nichtsdestotrotz werden wir auch hier herzlich empfangen und einer der Manager macht sich mit uns auf den Weg, um die wichtigsten Teile des Hotels (so muss man es schon bezeichnen) zu erkunden: Das Restaurant, den Weinkeller, die Präsidentensuite... Nun ja, mein Geschmack ist das Ganze leider nicht. Aber das Wasserloch mit den vielen Elefanten davor hat mich dann doch schwer beeindruckt. Leider fehlt hier ein bisschen das afrikanische Flair. Alles ist blitzsauber und schnurgerade. Das Hotel könnte genau so gut in Paris, New York oder Shanghai stehen. Sicherlich ließen sich die Elefanten auch in diesen Städten irgendwie an ein künstliches Wasserloch zaubern.Nun geht es noch einmal weiter zum Serengeti Kati Kati Tented Camp. Immer wieder begegnen wir den großen Tierherden. Wir machen Halt an einem Wasserloch, in dem sich Flusspferde tummeln. Gleich daneben steht ein großer knorriger Baum, auf dem sich ein Löwe räkelt. Dann noch einer am Boden und zwei weitere in einem anderen Baum - heute ist Löwentag! Vor lauter Begeisterung schießen wir ein Foto nach dem anderen. Nun macht sie sich wieder breit in mir, die Afrika-Begeisterung, und alle Strapazen der vergangenen Tage sind vergessen.
In Kati Kati hat man uns leider nicht erwartet. Die Gäste scheinen alle abgereist und die Angestellten sind gerade mit Putzen und Herrichten der Zelte beschäftigt. Wir warten nur ein paar Minuten, bekommen den obligatorischen Welcome-Drink kredenzt und dürfen uns dann ein fertig geputztes Zelt anschauen. Kati Kati ist das komplette Kontrastprogramm zu Bilila. Einfach und schlicht, mit Waschtisch vor dem Zelt und Buschdusche, die bei Bedarf mit heißem Wasser aufgefüllt wird. Doreens Beschreibung, dass es ein wenig wie ein Bundeswehrcamp aussieht, ist nicht so ganz daneben - vielleicht liegt es an den olivgrünen Tagesdecken. Unseren Kunden gefällt aber genau diese Art, auf Safari zu wohnen, und ich würde dieser Unterkunft auch den Vorzug geben. Man kann hier den Busch spüren, hören, riechen – und das macht ja wohl den Reiz einer echten Safari aus, nicht wahr?Wir erreichen am späten Nachmittag wieder das Dunia Camp und genießen den Abend am Lagerfeuer.


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