Susanne Schlesinger gestalet seit 2011 den Web-Auftritt von Outback Africa Erlebnisreisen und unterstützt das Team bei Flugreservierungen. Sie bringt einschlägige Erfahrung im Reisebüro-, Reiseveranstalter- und Geschäftskundenbereich mit. Ihr kreativer Schreibstil bereichert unseren Blog und unsere Reiseausschreibungen. Wenn Susanne auf Safari geht, gibt es neben guten Fotos und spannenden Berichten auch neue Reiseideen.
Ngorongoro Serena Lodge - in die Serengeti zum Dunia Camp (8/12)
AngelikaAm südwestlichen Kraterrand, zu dem die große Ausfahrt aus dem Krater führt, gibt es insgesamt drei Lodges direkt am Kraterrand. Die Crater Lodge haben wir ja schon gesehen. Wir schaffen noch die Serena Lodge. Für die dritte, die Wildlife Lodge, reicht die Zeit nicht mehr aus, denn wir müssen heute noch in die Serengeti. Die Ngorongoro Serena Lodge ist, wie schon die Manyara Serena Lodge, ein außergewöhnliches Bauwerk. Manche finden es hässlich, es fügt sich jedoch so gut in die Landschaft ein, dass man es bei Tag kaum sieht - nur nachts leuchten die Fenster in die Dunkelheit. Mit den großen Kieselsteinen, aus denen die Wände gestaltet sind, hat es etwas von Fred Feuerstein - um nach "Schlumpfhausen" bei Comics zu bleiben. Die 76 Zimmer sind alle zum Krater ausgerichtet und haben eine herrliche Aussicht. Sie sind, wie es sich für ein gutes Mittelklassehotel gehört, komplett ausgestattet, wenn auch recht klein. Die Gäste halten sich wahrscheinlich sowieso nur morgens und abends im Zimmer auf, den Rest den Tages ist man unterwegs. Neben den üblichen Pirschfahrten, die die Gäste mit eigenen Fahrzeugen durchführen (die Lodge hat keine Pirschfahrzeuge) werden auch geführte Wanderungen und Kulturabende angeboten.
UlrikeNun haben wir dreieinhalb Stunden Schotterpiste vor uns, und ich bewundere Stanford wirklich sehr. Es fährt sicher und beantwortet auch noch unsere dämlichste Frage. Beispielsweise hat mich brennend interessiert, ob die Massai unter ihren typisch rot karierten Tüchern Unterwäsche tragen – nein, tun sie nicht.Ich möchte es nicht versäumen, unsere Mitreisenden noch einmal näher zu beschreiben. Da hätten wir erst einmal Edna. Sie arbeitet bei unserem Partner Asilia und begleitet uns auf dieser Tour. Edna ist eine kernige dunkelhäutige Xhosa-Frau und ein wandelndes Preisverzeichnis. Sie sagt uns den Preis zu jeder Unterkunft, ohne groß nachzudenken. Wahrscheinlich hat sie ein Excel-Sheet im Gehirn. Edna hat ein liebenswertes offenes Wesen und sie versucht ständig alle Sprachen zu lernen, die ihr auf dieser Tour über den Weg laufen. Suaheli klappt schon ganz gut, Deutsch wird auch noch, aber am Chinesischen scheint sie zu scheitern. Sie hat einen anderthalbjährigen Sohn, der zu Hause bei „Babydaddy“ auf sie wartet. Ich merke, dass sie oft ein bisschen Sehnsucht befällt.Weiter geht es mit Diane. Diane ist ein alter Hase im Safarigeschäft. Sie arbeitet schon seit dreißig Jahren bei einem amerikanischen Spezialisten. Das merkt man natürlich auch. Diane kennt Land und Leute recht gut. Aber, wie unsere amerikanischen Freunde so sind, hat sie auch immer gern unterschwellig etwas zu nörgeln. Ich nehme es ihr aber nicht übel, denn ansonsten ist Diane sehr nett. Wahrscheinlich ist sie schon über 60 Jahre alt und auch ein bisschen tapsig. Es gibt kaum einen unbefestigten Weg, an dem sie nicht ein wenig strauchelt. Es gibt aber Gott sei Dank keine schwerwiegenden Unfälle. Diane lebt allein und hat „nur“ zwei Katzen.Dann sind da noch unsere beiden chinesischen Kollegen: Ming, die sich Erika nennt, und Steve, der eigentlich auch ganz anders heißt. Die beiden schaffen es immer, sich genau vor unserer Kamera zu positionieren. Ich glaube, ich habe sie häufiger im Bild als Angelika, die sich nicht gern fotografieren lässt und oft auf Tauchstation geht, wenn ich den Fotoapparat zur Hand nehme. Trotzdem mag ich Ming und Steve sehr gern. Sie sind für alles offen und es ist sehr interessant, sich einmal mit den beiden auszutauschen. Komischerweise unterhalten sich die beiden in Englisch.Zu guter Letzt kommt noch Stanford, unser aller Held. Er ist die ganze Strecke bis in die Nordserengeti gefahren ohne zu murren, hat uns befreit, wenn wir stecken geblieben sind, und er hat uns alles erklärt, was wir wissen wollten (sogar die Frage nach der Unterwäsche der Massai).Die Fahrt in die Serengeti ist lang und staubig. Aber es gibt auch viel am Wegesrand zu sehen. Zeit für ausgiebige Fotostopps haben wir aber nicht mehr, denn bald geht hier das Licht aus.Unser Ziel für heute ist das Dunia Camp, das sich in der zentralen Serengeti befindet. Wir erreichen das Camp erst am späten Nachmittag und werden ganz herzlich von den Camp-Mitarbeitern empfangen. Der Welcome Drink schmeckt nach der langen und holprigen Fahrt ganz besonders lecker. Dunia hat nur acht Zelte und liegt auch ziemlich einsam. Unser Zelt kann man gar nicht so richtig als Zelt bezeichnen. Es ist wirklich riesig. Zwei große Betten finden dort Platz, es gibt ein Vorzelt mit Couch und Stuhl, und hinten am Zelt ist das Bad mit einer geräumigen Dusche, einer Toilette und einem Waschtisch.
Es gibt kein fließendes Wasser, die Dusche wird auf Bestellung mit heißem Wasser gefüllt. Ja, so kenne und liebe ich Afrika. Angelika ist etwas mulmig zumute bei dem Gedanken an eine weitere Zeltnacht, und später werden wir sehen, dass sie allen Grund dazu hat. Nach einem üppigen Abendbrot und ein bisschen Konversation machen wir uns auf dem Weg zu unserem Zelt. Es ist wirklich stockfinster, nur der Vollmond leuchtet gespenstisch zwischen den Schirmakazien hindurch. Das Zelt wird von Petroleumlampen erhellt und es dauert nicht lang, bis wir sie löschen und einschlafen. In der Nacht werde ich kurz wach und meine, dass es ein wenig nach Tier riecht. Aber ich bin so geschafft von den vielen Kilometern, die wir bisher zurückgelegt haben, dass ich doch wieder wegdusele und bis zum Morgen schlafe.
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