Lodges am Kraterrand und Pirsch im Ngorongoro-Krater (7/12)

von Ulrike Pârvu

05.06.2012UlrikeHeute geht es schon um 7.30 Uhr los. Wir haben uns am Vortag entschieden, die Gelegenheit zu nutzen und in den Ngorongoro-Krater hinein zu fahren. Zuvor besichtigen wir noch zwei Lodges und Camps. Als erstes geht es zur Ngorongoro Sopa Lodge. Wie in Tarangire begegnet uns auch hier wieder der Rundhüttenbaustil. Die Lodge ist hat 98 Zimmer, die in den Rundhäusern auf zwei Etagen verteilt sind. Sie ist damit recht groß, macht aber einen sehr gepflegten Eindruck. In den Zimmern und auch in der Lounge und Bar dominiert das "Afrika-Rot". Mit ihrer massiven Bauweise hat auch diese Lodge einen hotelähnlichen Charakter. Was sie jedoch besonders und einzigartig macht, ist die exponierte Lage direkt am Kraterrand und der damit verbundene atemberaubende Ausblick in den Ngorongoro-Krater hinein, den die Gäste von fast allen Zimmern und auch vom Restaurant aus bewundern können. Außer der Sopa Lodge gibt es keine weitere Lodge mit diesem Blick in unmittelbarer Nachbarschaft. Die anderne mit direktem Blick in den Krater liegen alle weiter westlich.Zudem verfügt die Ngorongoro Sopa Lodge über eine direkte Zufahrt in de Krater, wenn auch nur als Einbahnstraße bergab. Das hat den Vorteil, dass man morgens schnell hinunter zum Kraterboden gelangt. Nur hinaus muss man über die Hauptstraße am südwestlichen Hang hochfahren, um wieder zur Lodge zu gelangen. Hier wohnen ausschließlich Gäste, die mit einem eigenen Fahrzeug und Guide anreisen - die Lodge hat keine eigenen Pirschfahrzeuge.

 

 

 

 

 

 

Die Ngorongoro Sopa Lodge haben wir schon einige Zeit als feste Unterkunft bei unserer Reise "Tansania mit Hotelkomfort" und im Programm, Doreen hat die Lodge auch schon besucht,  Marco und Svenja haben hier übernachtet. Alle fanden die Lodge trotz ihrer Größe sehr schön und natürlich den Ausblick sensationell.Der nächste Stopp ist das Lemala Ngorongoro Camp. Lemala betreibt mehrere Tented Camps in Tansania, das Camp am Ngorongoro-Krater gehört neben dem im Tarangire Nationalpark zu den einfacheren. Eins der Camps in der Serengeti zieht zweimal jährlich um, immer den Gnus auf der großen Tierwanderung hinterher. Svenja fand das dieses Serengeti-Camp bei ihrer Reise sehr schön, das Camp in Ngorongoro weniger. Die Ansicht kann ich nicht teilen (vielleicht hat man auch in den letzten zwei Jahren in die Ausstattung investiert, um dem recht hohen Preis gerecht zu werden).

 

 

 

 

 

 

Das Camp besteht aus nur neun Zelten, die alle liebevoll eingerichtet sind. Ich finde das Lemala Camp wirklich schön. Immer wieder überrascht es mich, mit wie viel Aufwand und Liebe zum Detail solche Camps errichtet werden. Hier stimmt in meinen Augen alles. Ich finde es ein bisschen schade, dass Edna, unsere Begleiterin aus Kapstadt, die Besichtigung so schnell beendet.Aber wir haben ja heute noch viel vor, und am Ende des Tages wird sich zeigen, dass ihre Entscheidung richtig war. Wir passieren das Tor zur "Ngorongoro Conservation Area" und nun beginnt die Einfahrt in den Krater. Schon nach wenigen Metern treffen wir auf vier jugendliche Löwen, von denen sich zwei gleich ins Dickicht verkrümeln. Aber ein Geschwisterpärchen bleibt gelassen am Wegrand liegen und wir haben Zeit zum Fotografieren. Es ist immer wieder toll, diese majestätischen Tiere aus nächster Nähe und nicht im Zoo zu beobachten. Ich kann gar nicht genug bekommen, aber Stanford, unser Fahrer, mahnt zur Eile. Nur er weiß, wie lange wir heute noch im Auto sitzen werden.Ich bekomme nun schon zum zweiten Mal die Chance, den Ngorongoro-Krater zu betreten, besser gesagt zu befahren. Aber ich bin aufs Neue überrascht, erstaunt und aufgeregt. Die Artenvielfalt auf so einem kleinen Fleckchen Erde ist grandios. Auch hier ist es um die Jahreszeit sehr grün, das Gras steht hoch an den Wegrändern und Teppiche von lila Blumen breiten sich bis zum Horizont aus, wo der Vulkanrand des Kraters als gezackte Linie zu erkennen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sehen jede Menge Tiere, von den allgegenwärtigen Zebras über eine Büffelherde und ein rennendes Warzenschein bis hin zu Gnus ist alles vertreten. Während eines Stopps sehen wir weitere Löwen, die es sich im Schatten eines Jeeps gemütlich gemacht haben - wozu sind diese rollenden Blechkästen denn sonst da? Circa zehn Minuten später marschiert eine Elefantenherde durchs Gelände.Am Lake Magadi steht das Wasser durch die Regenfälle hoch und die Flusspferde haben viel Platz. Wir bekommen sogar zwei der insgesamt 48 Nashörner zu Gesicht, die hier heimisch sind. An einem Picknickplatz verspeisen wir die obligatorischen Lunchboxen (also das, was drin ist) und dann geht es auch schon weiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schade, nach nur zwei Stunden müssen wir aus dem Krater herausfahren, um unser Programm für heute zu schaffen, aber diese zwei Stunden haben sich wirklich gelohnt. Der Himmel, der heute morgen noch blau mit kleinen weißen Wölkchen war, verdüstert sich - eine Regenfront zieht in der Ferne über das Land und macht die Savanne noch ein bisschen grüner.Wir schauen uns noch die Ngorongoro Crater Lodge an. Bei uns wird diese Lodge gern scherzhaft "Schlumpfhausen" genannt, nachdem Marco diesen Begriff auf die runden Häuser mit Schornsteinen in seinem Reisebericht verwendet hat. Eine weitere nette Umschreibung ist: “Massai meets Versailles” - beides trifft zu. Die Crater Lodge ist die teuerste Unterkunft am Ngorongoro-Krater und eine der teuersten Lodges in ganz Tansania. Ich war sehr gespannt darauf, allerdings hat mich die Anlage nicht wirklich überzeugt. Die Zimmer sind riesig, sehen aus wie ein Museum, und sie riechen auch so. Natürlich gibt es auch allerhand Angenehmes wie eine Badewanne, einen Safe im Zimmer und einen grandiosen Blick auf den Kraterboden, aber für das Geld kann man lieber zwei Nächte in der Sopa Lodge schlafen und einen vollen Pirschfahrttag mehr genießen.

 

 

 

 

 

 

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