Camp Okuti - Reisebericht Botswana

von Ulrike Pârvu

Fliegen in kleinen, wackeligen Maschinen ist nicht unbedingt Ulrikes Stärke. Aber hier auf dem Platz des Copiloten ist es trotzdem ein Erlebnis.Wir kommen am Camp an und den Welcome Drink brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Die Anlage ist beeindruckend. Alle Zelte sind sehr großräumig und muten ein wenig wie riesige Tonnen an. Der Manager von Okuti ist super nett, auch die anderen Campangestellten fallen mir durch ihre offene Freundlichkeit auf. Steffi und ich bekommen wieder einmal ein Familienzelt. Das ist so groß, daß man sich fast drin verlaufen könnte. Zwar stehen die Zelte recht eng beieinander, aber man kann dem Nachbarn nicht ins Schlafzimmer schauen, weil jedes Zelt in eine andere Richtung schaut. Später erklärt uns Carl, der Manager, daß die Zelte absichtlich so großzügig gebaut sind, damit einem die Enge der Anlage nicht so auffällt. Bei mir hat dieser Trick zu 100% funktioniert. Okuti ist eines der Camps, das mich wirklich begeistert hat. Es liegt an einer Lagune und man kann hier herrlich Wasservögel beobachten. Nun ja, das ist für uns natürlich nicht so der Brüller, weil wir ja auf der ganzen bisherigen Tour schon genügend Vögel gesehen haben. Aber wen es interessiert, der ist hier sicherlich gut aufgehoben.Okuti Camp, BotswanaDie Zelt-Chalets des Okuti Camps mit ihrer markanten Bogen-Bauweise stehen relativ eng beieinander. Dafür sind die Zimmer besonders großzügig gestaltet. © Foto: Ulrike PârvuNach unserer Ankunft gibt es erst einmal wieder ein opulentes Mittagsmahl – eines der besten unter den vielen besten. Danach haben wir endlich ein bißchen Zeit zum Verschnaufen. Steffi und ich legen uns für ein viertel Stündchen auf’s Ohr, nachdem wir ein paar Sachen durchgewaschen haben. Wirklich notwendig war das nicht. Fast jede Lodge in Botswana bietet einen exzellenten Wäscheservice an, der zumeist noch nicht einmal etwas kostet.Nach unserer Siesta machen wir uns zur nachmittäglichen Pirschfahrt auf. Vorher gibt es aber noch einmal einen kleinen Imbiß – wir haben ja schon lange nichts gegessen. In Okuti gibt es die leckersten Pancakes der Welt. Schon dafür lohnt sich eine Reise nach Botswana. Als wir das Camp verlassen, merken wir erst, daß wir in einem für Selbstfahrer zugänglichen Teil des Moremi Wildreservats sind. Ein südafrikanisches Pärchen heftet sich an unsere Fersen – vermutlich weil sie denken, wir finden mit unserem versierten Guide mit Sicherheit eine Menge Tiere. So ganz dumm ist das ja auch nicht. Gleich, nachdem wir ein bißchen in die parkähnliche Wildnis eingetaucht sind, kreuzt ein recht wütender Elefantenbulle unseren Weg. Karen, die sich am Baines’ Camp noch ganz mutig von einem Elefanten einen Hut aufsetzen ließ, rutscht ein wenig tiefer in Ihren Sitz hinein. Eigentlich hat sie richtig viel Angst vor Elefanten, obwohl Sie seit ihrer Geburt in Botswana lebt. Aber es passiert nichts und wir fahren weiter. Die Südafrikaner sind sehr anhänglich, was uns fast ein bißchen nervt. Jedoch finden wir außer einem Chamäleon kaum anderes Wild, und schließlich geben die ihre Verfolgungsjagd doch auf. Dann schauen wir uns den öffentlichen Campingplatz an. Nur ein Zelt steht da. Ein Angestellter der Anlage sagt, daß in den vergangenen Stunden ein Löwe hier herumgeschlichen sei. Schon erwacht in uns wieder der Jagdtrieb – leider vergeblich. Unsere Augen sind vom vielen angestrengten Suchen schon ganz müde und so kehren wir zurück zum Camp. Abends sitzen wieder alle gemütlich an einer toll gedeckten Tafel. Das Buffett biegt sich und ich muß unbedingt von all den Leckereien kosten. An die Waage zu Hause denke ich in diesem Moment ganz bewusst nicht. Am nächsten Morgen unternehmen wir eine Bootsfahrt. Wir müssen all ziemlich lächerlich anmutende Schwimmwesten anlegen. Wenn aber jeder so albern aussieht, macht es einem bald nichts mehr aus. Es ist sehr beeindruckend, wenn man im ersten Morgengrauen über die seichte Lagune schippert und sieht, wie die Sonne aufgeht. Wir fahren zu einem Vogelbrutplatz. Unzählige Störche, Reiher, Pelikane und andere Wasservögel drängen sich auf nur wenigen Büschen. Wir beobachten das Szenario eine Weile, fahren aber verständlicherweise nicht zu dicht heran. Dann fahren wir zurück und legen am Bootssteg des Camp Moremi an. Das möchten wir nur kurz besichtigen. Obwohl wir angemeldet waren, findet sich erst einmal niemand, der uns mehr zum Camp erklären kann. Das macht auf mich keinen guten Eindruck. Schade.

noch keine Kommentare