Ins Damaraland - Reisebericht Vom Kap nach Namibia (11/20)

von Susanne Schlesinger

11. Oktober 2012Heute ist ein merkwürdiger Tag. In Swakopmund sind es ungewohnt kühle 15 Grad, es weht ein kalter Wind, und alle haben sich in ihre warmen Fleecejacken gepackt und die Schals um den Hals gewickelt.Nach einem recht späten Frühstück geht es in Richtung Norden. Wir fahren entlang der Skelettküste und machen Halt bei einem gestrandeten Schiff. Hier gibt es viele solcher Wracks, die an den tückischen Untiefen auf Grund gelaufen sind. Der Name "Skelettküste" leitet sich von den Schiffen ab, die nach einer Weile zu Skeletten zusammengerostet sind. Überall an der Straße stehen Tische mit Salzdrusen. In der Gegend wird Salz im großen Stil abgebaut.

Ein auf Grund gelaufener koreanischer Frachter  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Salzdrusen an der Skelettküste  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Bei trübem Wetter ist die Skelettküste eine trostlose Gegend.  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Danach geht es weiter zum Cape Cross und der dortigen Seehundkolonie. Der Geruch, der uns entgegenschlägt, hat ziemlich viel Ähnlichkeit mit einer Dixie-Toilette bei einem Rockfestival. Wir halten tapfer durch und erfreuen uns an dem Anblick, den Tausende Seehunde bieten. Die meisten liegen ganz entspannt schlafend aneinandergekuschelt. Hier und da sucht ein Junges seine Mutter oder nimmt einen Schluck von Mamas Milchbar. Einige kraftstrotzende Bullen fechten Revierkämpfe aus. Aus einem Merkblatt und einer Schautafel erfahren wir, dass die Kühe praktisch ständig schwanger sind. Sie bekommen im Dezember ein Junges und werden sofort wieder gedeckt. Drei Monate ruht das befruchtete Ei, dann wächst ein neues Baby heran, dass dann wiederum im Dezember geboren wird, wenn das ältere Jungtier selbstständig fressen kann.

Schlafen ist die Hauptbeschäftigung der Seehunde am Cape Cross  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Seehunde am Cape Cross  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Ein Seehundjunges sucht seine Mutter.  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Landschaft ist recht öde, es ist immer noch kalt draußen. Erst in der Wüstenebene des Damaralandes wird das Wetter endlich besser, und wir können die Fleecejacken ausziehen. Unterwegs zum Brandberg begegnen wir einer Filmcrew, die in der Wüste einen Film dreht. Den futuristischen Autos nach zu urteilen ein Action- oder Fantasyfilm. Später googlen wir ein wenig und bekommen heraus, dass es ein "Mad Max"-Film ist. Vielleicht fährt jetzt ein roter Sunwaytruck mit unserem eigenen "Mad Max" über die Leinwand. In Uis machen wir einen kurzen Stopp, um im Supermarkt einzukaufen, und picknicken außerhalb des Ortes an einem Rastplatz. Die Wärme und das Mittagessen heben die Moral der Truppe sehr. Hier gibts Fotos von den Dreharbeiten.

Endlose Weite der Wüste  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Ein paar einsame Esel suchen Futter.  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Am Horizont ist das Brandbergmassiv zu sehen.  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Wir treffen bei der Weiterfahrt auf eine Gruppe Himba, die Schmuck verkaufen und recht gesalzene Preise verlangen. Leider sprechen sie kaum Englisch, deshalb kann man sie nichts fragen. Max erzählt uns später noch einiges aus dem Leben dieses interessanten Nomadenvolkes, er hat eine Weile bei ihnen gelebt.

Himbafrauen mit Kind - an der Haartracht erkennt man den Familienstand.  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Himbas verkaufen selbstgemachten Schmuck.  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Eine verheiratete Frau - erkennbar an dem Kopfputz. © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Am Nachmittag erreichen wir den Brandberg und unternehmen eine Wanderung zur White Lady, der berühmten Felszeichnung. Es ist brütend heiß in den Bergen, und entsprechend anstrengend ist der Weg. Der Führer, seinem Aussehen nach ein Damara, spricht nicht besonders gut Englisch, erklärt uns aber die verschiedenen Klicklaute der Damara-Sprache, die man wohl nur richtig beherrschen kann, wenn die Vorderzähne fehlen. Teilweise lassen sich deshalb die Damara Zähne ziehen. Die White Lady, die eigentlich einen tanzenden männlichen Krieger darstellt, ist nur eine von vielen Zeichnungen, die die Buschleute der Nachwelt hinterlassen haben.

Wanderung zur White Lady  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Unser Guide  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Brandbergmassiv  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Die White Lady, die eigentlich ein weißer Krieger ist.  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Felszeichnungen von Tieren und Menschen  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Zeichnungen haben die Jahrhunderte überdauert.  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Danach geht es über eine Sandpiste zur White Lady Lodge, wo wir in einem Nebengebäude die Zimmer beziehen. Jonathan verwöhnt uns heute Abend mit Geflügel- und Schweinefleischspießen, dazu Gemüsepfanne und Spaghetti. Als das Lagerfeuer heruntergebrannt ist und das Kreuz des Südens am Himmel leuchtet, ist es Zeit fürs Bett. Leider gibt es nur kaltes Wasser zum Duschen. Warum, sehen wir am nächsten Morgen. Da es warm im Zimmer ist, ist eine kalte Dusche nicht weiter schlimm.

White Lady Lodge © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Zimmer der White Lady Lodge  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Geschnitzte Türen an der White Lady Lodge  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

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