Susanne Schlesinger gestalet seit 2011 den Web-Auftritt von Outback Africa Erlebnisreisen und unterstützt das Team bei Flugreservierungen. Sie bringt einschlägige Erfahrung im Reisebüro-, Reiseveranstalter- und Geschäftskundenbereich mit. Ihr kreativer Schreibstil bereichert unseren Blog und unsere Reiseausschreibungen. Wenn Susanne auf Safari geht, gibt es neben guten Fotos und spannenden Berichten auch neue Reiseideen.
Quadbiken in den Dünen vor Swakopmund - Reisebericht Vom Kap nach Namibia (10/20)
Educational-Tour kann solch ein Ausflug ja auch lehrreich sein. Melvin, mein Guide, holt mich pünklich zur vereinbarten Zeit am Hotel ab und fährt mit mir zur Station von Desert Explorer direkt am Stadtrand von Swakopmund. Hier steht ein ganzer Fuhrpark an verschiedenen Quads bereit und man kann zwischen Gangschaltung und Automatik wählen. Ich versuche zunächst eins mit Gangschaltung, merke aber schnell, dass sich Quads komplett anders als Motorräder fahren lassen, die ich in meiner wilden Jugendzeit gefahren habe. Man muss auf so vieles gleichzeitig achten, dass ich etwas kleinlaut dann doch lieber auf ein Automatik-Quad umsteige. Dieses hat auch nur halb so viel PS wie die Schaltfahrzeuge.Melvin und ich sind allein unterwegs. Nach einer kurzen Einweisung geht es los und wir fahren das erste Stück. Bei der ersten größeren Linkskurve drifte ich in die Düne, mir fehlt noch etwas das Gefühl dafür, wie das Quad in Kurven reagiert. Melvin hilft mir heraus, lacht und sagt, dass dies jedem Rechtshänder so gehe, die Linkshänder haben die gleichen Schwierigkeiten bei den Rechtskurven. Dann habe ich erstmal eine kurze Verschnaufpause, während Melvin sich auf die Suche nach Dünenbewohnern macht, die sich um diese Tageszeit irgendwo im Sand versteckt halten. Er wird fündig und bringt eine etwa 15 Zentimeter kleine braun-grau gestreifte Babyschlange mit, die eigentlich ein Skink - eine beinlose Eidechse ähnlich unserer Blindschleichen, ist. Auf den Boden gesetzt ist sie schwupps wieder im Sand verschwunden. Danach holt er unter einem Strauch einen Gecko hervor, der völlig entspannt auf der Hand sitzen bleibt.
Wir fahren eine Weile kreuz und quer durch die Dünen. Ich bekomme immer mehr ein Gefühl dafür, wie das Quad reagiert, und ab einem bestimmten Punkt macht es einfach nur noch Spaß, auch wenn die Augen tränen und die Hände kalt werden. Bei einem weiteren Stopp erwischt Mervin eine Eidechse, die sich zwischen den Fingern windet und nur weg möchte. Nach einigen Fotos darf auch sie wieder im Dünensand verschwinden. Melvin packt nun der Ehrgeiz, er möchte mir unbedingt eine Schlange oder Spinnen zeigen, deren Spuren er in der Dünenwand entdeckt hat.Er gräbt eine halbe Düne um, findet aber nur ein Nest mit Spinneneiern und einige Spuren von einer Schlange – die Hauptpersonen lassen sich jedoch nicht blicken. Ich bin nicht traurig darüber, denn ich mag weder die eine noch die andere Spezies.
Bei einer Pause mitten in den Dünen frage ich Melvin, ob es auch zu Unfällen kommt. Er sagt, dass ab und zu jemand mit dem Quad umfällt. Meist liegt es daran, dass die Fahrer der langsameren Quads stur hinter den Fahrern mit mehr PS herfahren und dann nicht genug Geschwindigkeit haben, um am Dünenhang genauso weit nach oben zu fahren. Manchmal kommt es zu Schlüsselbein- oder Armbrüchen. Die Guides kriegen richtig Ärger, wenn ein Unfall passiert, weil der Veranstalter für die Krankenhauskosten aufkommen muss. Bei größeren Gruppen fahren deshalb immer mehrere Guides mit und teilen die Teilnehmer auf. Ich komme immer besser mit dem Quad klar und es ist toll, mit Vollgas die Düne hinauf zu preschen und um die Kurven zu driften. Unterwegs treffen wir noch eine andere Gruppe, die ebenfalls im Sand ihre Spuren ziehen. Nach zweieinhalb Stunden geht es zurück zur Station. Desert Explorers bietet auch Kamelreiten an – die Kamele haben Mittagspause und liegen entspannt auf dem Gelände herum. Das ist mir dann doch zu wackelig. Melvin bringt mich mit den zwei anderen Gästen wieder zurück zum Hotel. Unterwegs erfahre ich, dass die beiden im anderen Sunway-Truck auf einer Campingtour sind und von Norden nach Süden reisen. Sie haben in Etoscha ganz tolle Tierbeobachtungen gemacht. Das höre ich gern - wir fahren ja erst noch nach Etoscha. Beim Quadbiken macht man sich ganz schön schmutzig, und ich mache mich erst einmal wieder salonfähig für den Shoppingnachmittag in Swakopmund.
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