The Bulawayo Club - Reisebericht Zimbabwe (8)

von Marco Penzel

Die Fernstraße nach Bulawayo ist in einem guten Zustand, aber sie wirkt wie ausgestorben. Nur selten kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Seit die Währung Simbabwe-Dollar nach schwindelerregenden Inflationsjahren abgeschafft und durch den US-Dollar ersetzt wurde, hat sich die Wirtschaft in gewisser Weise stabilisiert, allerdings auf niedrigem Niveau. Benzin hat sich verteuert, aber er ist zumindest wieder erhältlich. Auf meiner Reise habe ich mehrere Lodges gesehen, die die schwierigen Jahre Simbabwe offenbar ohne sichtbaren Qualitätsverlust überstanden haben. Inzwischen haben viele sogar wieder ausreichend Optimismus, um in neue Projekte zu investieren. The Bulawayo Club, Bar. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen</em>


The Bulawayo Club, Bar. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa ErlebnisreisenDer Bulawayo Club in der Innenstadt ist ein solches Beispiel. Das historische Gebäude aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts ist frisch renoviert. Einst war das vornehme Haus nur Clubmitgliedern vorbehalten. Heute dürfen auch Tagesgäste im Restaurant speisen. Ich treffe mich mit einer Kollegin unseres Safaripartners zum Lunch im Atrium. Vorher führt mich eine Angestellte durch alle Etagen des Hauses. Gut, der Weinkeller wirkt noch etwas unaufgeräumt, aber die anderen Räume machen einen sehr guten Eindruck. Hier hat jemand offensichtlich Freude daran, ein Zeugnis der kolonialen Geschichte zu bewahren. An den Wänden des mit dunklem Holz vertäfelten Salons hängen Jagdtrophäen und Bilder diverser Persönlichkeiten. Mit einem uralten Aufzug rattern wir nach oben.


The Bulawayo Club, Bankettsaal. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa ErlebnisreisenDer Bankettsaal im Obergeschoss ist für einen Empfang elegant eingedeckt. Eine große Standuhr im Treppenhaus schlägt zur Mittagsstunde. Ich staune über die vielen erhaltenen Details vergangener Jahrzehnte und würde mich fast nicht mehr wundern, wenn Mr. Cecil John Rhodes gleich leibhaftig durch die Tür käme. Am Abend erzähle ich meinen Gastgebern in der Lodge, wie bemerkenswert ich es finde, dass ausgerechnet hier die Tradition eines kolonialen britischen Clubs gepflegt wird. Es wirke alles so historisch und echt, sage ich. Da schmunzeln meine Gesprächspartner und meinen, ich müsse erst einmal sehen, wie historisch die heutigen Clubmitglieder aussehen. Die Mehrheit habe übrigens inzwischen schwarze Hautfarbe..Alle Berichte dieser Reise in der Übersicht:

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