Als René Schmidt 2006 bei Outback Africa einstieg, hatte er Afrika bereits kreuz und quer bereist. René ist unser Spezialist für Flüge und für rustikale Abenteuerreisen, die er regelmäßig selbst testet und zu denen er so ziemlich jede Frage beantworten kann. Er arbeitet auch gern Komfort-Reisen in Uganda, Tansania oder Botswana aus. Am wohlsten fühlt er sich in Malawi und Simbabwe.
Queen Elizabeth NP und Ishasha Wilderness Camp - Reisebericht Uganda (2)
Von Löwen auf Bäumen, Gorillas mit langen Gesichtern und der Bedeutung guten EssensDie Weiterfahrt Richtung Süden führte uns durch eine weite Bananenregion. Die wichtigste Erntefrucht des Landes wird zumeist auf Fahrrädern zur nächsten Fernstraße gebracht, wo sie dann von Trucks aufgesammelt wird. Über Kasese ging es zum Kazinga Channel, welcher den George- mit dem Edward-See verbindet. Die Höhendifferenz zwischen diesen beiden Seen beträgt gerade einmal 40 Zentimeter, so dass kaum eine Fließrichtung auszumachen ist. Nachdem zunächst dichte Schilfinseln auseinander geschoben werden mussten, ging es mit dem Motorboot entlang der Wasserstraße. Nilpferde, Büffel, Elefanten und Krokodile säumten die Ufer. Hinzu kam eine hier vielfältig vertretene Vogelwelt mit Hadeda Ibis, Jacana, Kormoran, Pelikan, Kingfisher, dem roten Paradise Flycatcher und reichlich mehr.Zurück vom Wasser brachte der Land Cruiser uns wieder Richtung Süden. Dabei überquerten wir den Äquator. Wie Joseph verriet, markieren die Äquatormonumente am Straßenrand nicht den genauen Verlauf, aber der Bau einer Straße nach Kongo, die hier abzweigt, machte die Verlegung des beliebten Fotostopps notwendig. Um uns herum Trockensavanne mit leichtem Baumbestand. Die Nummer 1 Afrika Kulisse.Für den Picknickstopp ging es an die Kyambura Schlucht. Von oben bietet sich ein beeindruckender Blick in das enge Tal, das vom Rift Valley abzweigt. Das saftige Grün der Bäume in der Schlucht harmoniert vorzüglich mit dem hellem Grün der umgebenden Savanne.Die letzten Kilometer im Queen Elisabeth Nationalpark waren kurvig und hügelig, wir waren ja auch innerhalb des Parks. Unser Übernachtungsziel war das Ishasha Wilderness Camp. Die zehn geräumigen Safarizelte liegen direkt am Fluß Ntungwe, der aus dem Virunga-Gebiet im Süden kommt und eine ungewöhnlich große Menge Wasser mit sich führt. Das mutet bedrohlich für die Zelte an, aber der Campmanager gab gleich Entwarnung. Hier schläft man sicher. Auch hier begleiteten Quaken, Zirpen und Mvuuen (Rufe der Nilpferde) die Stille der Nacht.Der folgende Tag war für Pirschfahrten im Nationalpark vorgesehen. Gleich neben dem Camp kletterten Colobus-Affen durch die Bäume. Die Kob Antilope, prägend für die Tierwelt Ugandas, sahen wir in großen Herden. Daneben Topis (oder Tsessebes), deren schwarzbraune Farbe ins Auge sticht. Defassa Waterbuck, Büffel (sowohl Cape Buffalo als auch Forest Buffalo) grasten in der Ebene, und auf einer Akazie lagen tatsächlich zwei Löwen in den Ästen, die baumkletternden Löwen von Ishasha. So wie sie dalagen, hätten es aber auch Plüschkatzen sein können, beinahe regungslos, nur der Schwanz baumelte vom Ast herab. Kurz bevor wir wieder das Camp erreicht hatten, prasselte ein heftiger Regen hernieder. Die überall im Camp bereitstehenden Schirme kamen somit zu ihrem berechtigten Einsatz. Bis zirka 15 Uhr dauerte der Niederschlag an, der die Luft angenehm erfrischte. Das Wasser des Ntungwe vermehrte sich weiter und riss abbrechende Uferstücke mit sich. Die Natur arbeitet, langsam aber stetig verändert der Fluss seinen Lauf, und der Mensch wird wohl auch arbeiten müssen, damit die Zelte auch in Zukunft sicher stehen. Zur Nachmittagspirsch starteten wir gegen 16 Uhr. Es bestand die Option zum Nature Walk. Diese nutzte ich als einziger der Gruppe. Es ging um das Ishasha River Camp direkt am gleichnamigen Fluss, der hier die Grenze zum Kongo bildet. Auch dieser Fluss führte Hochwasser, und ich beobachtete zum ersten Mal „Hippo-Rafting“: Die massigen Nilpferde ließen sich einfach von der Strömung treiben, tauchten mal unter, um einige Meter flussabwärts wieder aufzutauchen. Mit dem Fernglas beobachtete ich die Affen in den Baumwipfeln des Nachbarlandes – hocherfreut, auch den Cercopithecus Ascanius Schmidti zu erblicken (für gewöhnlich werden meine Namensvettern Red Tail Monkeys oder auch Rotschwanzmeerkatzen genannt). Für die Rückfahrt zum Camp musste ich die Jacke überwerfen, es war doch frisch geworden und ich wähnte heimatliche Temperaturen. Aber eine SMS aus Bad Elster beriet mich eines besseren und teilte mir für das Vogtland die Temperatur von 7°C mit. So kühl war es hier am Äquator doch nicht, höchstens das Bier im Camp (und das ist gut so).Nach dem Abendessen kam noch einmal der Regen, der wohl noch einige Zeit andauerte, was meinen Schlaf aber nicht störte, zumal ich sicher war, dass mir auch das Zelt nicht vom Fluss weggerissen würde und ich dann die Hippos bei Rafting begleiten müsste. Alle Teile des Reiseberichtes in der Übersicht:
Es sei hervorgehoben, dass die Strecke vom Queen NP nach Ishasha besonders in der Regenzeit für Abenteurer zu empfehlen ist. Und Zelten direkt bei den Hippos am Fluss von Ishasha hat auch etwas eigenes. Nur für die Baumlöwen braucht man wohl viel Geduld und ein gutes Auge - bei 3 Ausflügen konnte ich nur einen Löwenbaum bewundern (dann aber mit gleich 7 relaxten Löwen).
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