Als René Schmidt 2006 bei Outback Africa einstieg, hatte er Afrika bereits kreuz und quer bereist. René ist unser Spezialist für Flüge und für rustikale Abenteuerreisen, die er regelmäßig selbst testet und zu denen er so ziemlich jede Frage beantworten kann. Er arbeitet auch gern Komfort-Reisen in Uganda, Tansania oder Botswana aus. Am wohlsten fühlt er sich in Malawi und Simbabwe.
Von Löwen auf Bäumen, Gorillas mit langen Gesichtern und der Bedeutung guten EssensZur Weiterfahrt wurde am nächsten Morgen gegen 8 Uhr geblasen, fast schon spät für eine Safari in Afrika. Auch auf den Wegen hinaus aus dem Nationalpark hatte das Regenwasser seine Spuren hinterlassen. Auf einer Straße wusch es ein regelrechtes kleines Rift Valley in die Fahrbahn. Aber nach einem kurzen Stopp und genauer Betrachtung des Weges kam der Land Cruiser auch hier durch.Die Flussschleifen des Ntungwe zwangen uns zu einem weiteren Stopp. Aber hier nur zum Fotografieren und Landschaft genießen. Gegen Mittag erreichten wir den Ort Buhoma am Bwindi Nationalpark. Schon von der Straße aus bietet sich ein toller Blick auf das Tal des Muyaga und die gegenüberliegenden Berge. Links und rechts des Weges haben sich einige Lodges platziert und erwarten Besucher, welche es vor allem wegen der Berggorillas hierher zieht. Da es stets nur eine geringe Anzahl an Permits für den Besuch der großen Affen gibt, bleibt die ländliche Idylle jedoch erhalten. Neben den Gorilla-Trackings werden ein- bis siebenstündige Wanderungen durch die schöne Berglandschaft angeboten. Nicht nur wegen der Gorillas lohnt sich also ein Aufenthalt. Nach dem Mittagessen ging es für uns auf den „Community Walk“. Ein Guide führte uns dabei zu verschiedenen Stationen im und um das Dorf, ohne dass es dabei wie bei einem Schulklassenrundgang wirkte. Penelope erklärte die Fertigung von Ketten und Korbschatullen und fand auch gleich bei den Damen der Gruppe begeisterte Käufer. Alfons wies auf die Wirkung der heimischen Kräuter hin. Er ist der Heiler des Ortes, ein blauer Kittel an der Wand weist ihn aber auch als Mitarbeiter des Hospitals aus, in welches er Bewohner des Ortes überweist, deren Krankheiten seiner Zuständigkeit nicht unterliegen. „Normale“ Fotos von Alfons sind erlaubt, nur beim Heilen möchte er nicht abgelichtet werden, das ist wohl so eine Art ärztliche Schweigepflicht. Heilung anderer Art versprach Lydia, die die Herstellung von Bananengetränken demonstrierte. Saft, Wein und Gin, alles auch im Hausverkauf erhältlich.Es folgte ein Aufstieg auf einen kleinen Hügel. Hier oben an einem Chalet empfingen uns die per Handy gerufenen Mitglieder der Volksgruppe der Batwa, welche ihre traditionellen Tänze darboten. Homer berichtete als erster der westlichen Welt vom an den Mondbergen lebenden Zwergvolk der Akka (es ist bis heute nicht geklärt, woher er davon wusste – und ich fand es auch nicht heraus). Die zu den Pygmäenvölkern gehörenden Batwa sind heute ein Teil der Community und profitieren seit 20 Jahren vom stabilen Uganda und dessen Aufschwung (sie müssen nicht mehr im Wald leben).Der Regen setzte heute gegen 17 Uhr ein. Unser Fahrer Joseph gabelte uns auf, noch bevor wir die Wanderung vollendet hatten. Am nächsten Morgen ging es später los als eigentlich geplant. Für uns waren Permits zum Besuch der Gorillafamilie Bitukura bereitgestellt. Diese lebt in der Nähe des Ortes Ruhija. Um dorthin zu kommen, hätte es einer längeren Fahrt bedurft. Für Buhoma selbst hatten sich wohl Hollywäldler angesagt, die jedoch aufgrund des Regens den Ort nicht erreicht hatten. Unser Permit wurde somit kurzfristig geändert und anstatt der Hollywäldler sollten wir die bei Buhoma lebende Familie Habanyanja besuchen. Frühstück gab es somit erst um 7, anstatt wie ursprünglich geplant um 5 Uhr. Nach einer kurzen Einweisung am Parkbüro fuhren wir eine knappe Stunde die Straße entlang Richtung Osten. Die Spürer waren schon unterwegs auf der Suche nach den Gorillas und gaben per Funk unserer Führerin Sipora Anweisungen, auf welchem Weg wir zu den Habanyanjas kommen.Noch mit etwas Dschungel Pitralon besprüht (Insektenschutz) und mit ein wenig Bedauern beim Gedanken an die langen Gesichter der Bitukuras, die heute niemand wie versprochen besucht, ging es in den Berg. Hier trifft man auch auf die Träger, insofern man die Hilfe eines solchen im Parkbüro erwünscht hat. Mindestens zwei Liter Wasser und das vorbereitete Lunchpaket sollten mitgenommen werden, die Wanderung könnte sechs Stunden dauern, sogar von elf Stunden wurde berichtet! Neben dem Tragen der Verpflegung helfen die Porter dem Gorilla Trekker selbst beim Wandern und schieben ihn auch mal den Berg hinauf, wenn es sein muss. Es dauerte doch keine 6 oder 11 Stunden. Nach einer guten Stunde erwarteten uns die Spürer. Die großen Affen waren in der Nähe! Gehstock und Rucksack beiseite gelegt und ein Lächeln aufgelegt, um keinen aggressiven Eindruck zu machen, ging es auf sieben Meter Distanz zu den Riesen und Kleinen (die auch noch Riesen werden wollen). Insgesamt eine Stunde Besuchszeit ist gestattet, genug, um den Fotoapparat hundertfach klicken zu lassen. Zum Glück gibt es heute große Speicherkarten, die auch noch Platz genug haben, um die schöne Landschaft, die man wohl erst auf dem Rückweg so richtig wahrnimmt, auch noch aufs Silizium zu bannen.Zurück am Park Office wurden die Urkunden überreicht. Jetzt bin ich offiziell Gorilla Tracker und nach kurzer Betrachtung meiner Haarpracht ernannte Sipora mich auch noch zum Silverback der Gruppe.Ein Tag, der für viele den Höhepunkt der Reise darstellt, neigte sich dem Ende zu. Das Abendessen wurde uns auf der Terrasse der Buhoma Lodge serviert. „Gut essen und besonders gut schlafen sind die ersten Bedingungen, auf Reisen gesund zu bleiben. Man meine nur nicht, dass man im Inneren Afrikas möglichst wild leben müsse, im Gegenteil, man sollte noch mehr als in Europa auf das leibliche Wohl achten.“ schrieb Emin Pasha vor über hundert Jahren und ich kann diese Worte nur übernehmen. Alle Teile des Reiseberichtes in der Übersicht:
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