Reisebericht Südtansania 2025

von Renate Kausen und Maik Riede

Ruaha Nationalpark und Nyerere Nationalpark (ehemals Selous Wildreservat) , September 2025 

"Our bags are packed, we're ready to go..."

Wir haben uns lange darauf gefreut und nun geht es für uns zum ersten Mal nach Tansania. Den Süden Afrikas haben wir schon häufiger bereist, aber nun haben wir uns für den Süden Tansanias entschieden. Es geht in die beiden Nationalparks Ruaha und Nyerere (früher Selous), beides Gebiete, die weniger besucht sind als die Parks im Norden des Landes.

Unser Flug geht von Frankfurt über Addis Abeba nach Dar es Salaam. Beim Anflug auf die frühere Hauptstadt Tansanias überfliegen wir Sansibar und weitere Inseln vor der Küste, die mit ihren weißen Stränden und Sandbänken im türkisblauen Indischen Ozean leuchten. 

Nach der Landung, Gepäckabholung und den Einreiseformalitäten zum Visum werden wir von einem Fahrer abgeholt. Die Fahrt durch Dar es Salaam ("Stadt des Friedens") geht langsam voran, denn es herrscht viel Verkehr in dieser lebendigen Stadt. So hat der Fahrer Zeit, uns etwas über die Stadt zu erzählen und uns einige historische Gebäude zu zeigen, die zum Teil von Deutschen und Engländern in der Kolonialzeit erbaut wurden. Im Serena-Hotel angekommen genießen wir vor dem Einchecken noch den Park und etwas Kaltes zu trinken, denn es ist recht schwül und heiß. Wir haben ein schönes Zimmer und am Abend essen wir im sehr guten Restaurant des Hotels.

Am nächsten Morgen geht es schon um 6:30 Uhr los, und nach einem schnellen Frühstück bringt uns der Fahrer zum Terminal des Flughafens, von dem die lokalen Flüge starten. Unser Flug mit Coastal Air zum Jongomero Airstrip im Ruaha Nationalpark dauert ca. zwei Stunden. Sieht man zunächst noch viel Besiedlung und Palmenwälder, wird es nach und nach einsamer und die Landschaft wandelt sich zu Wald, Gebirge und kleineren Dörfer. Kurz vor der Landung überfliegen wir den verschlungenen Ruaha River, der noch Wasser führt, und von oben lässt sich nicht genau erkennen, ob es sich um Felsen oder Flusspferde im Flussbett handelt. 

Am Airstrip erwartet uns ein Auto des Jongomero Camps und wir lernen Apollo, unseren Guide für die nächste Woche, kennen. Die Fahrt zum Camp wird schon zum ersten Game Drive und wir freuen uns über Elefanten, Kudus, Impalas. Am Ufer des Ruaha Rivers machen wir eine Kaffeepause und sehen Flusspferde und viele Wasservögel.

Die Fahrt zum Jongomero Camp dauert nicht lange und wir werden sehr herzlich mit Gesang empfangen. Ein über tausend Jahre alter Boabab-Baum steht gleich am Eingang des wunderschönen Camps. Wir haben das Zelt Nr. 1, das einen schönen Blick auf den zurzeit ausgetrockneten Fluss bietet. Wir werden in den nächsten Tagen noch oft Tiere im Flussbett und nahe an unserem Zelt sehen. Das Zelt ist wunderschön eingerichtet, hat ein großes Bad und eine schattige Terrasse, die wir nachmittags oft nutzen. 

Jongomero liegt abseits der anderen Camps dieser Gegend und so sehen wir bei unseren Game drives so gut wie keine weiteren Autos. Apollo ist ein sehr guter Guide und erklärt uns viel über Ruaha, die Flüsse, die Akazienwälder, die Tier- und Vogelwelt. Wir haben das große Glück, einige Tage die einzigen Gäste im Camp zu sein und so werden wir besonders verwöhnt. Morgens geht es um 6:30 Uhr los, nachdem wir einen Tee ins Zelt gebracht bekommen. Da wir uns auf knapp über tausend Metern befinden, sind die Morgen recht frisch und auf dem offenen Auto brauchen wir zwei Pullover und manchmal eine Mütze. Aber die Morning Drives mit schönen Sonnenaufgängen sind besonders beeindruckend und wir sehen sehr viel Tiere, z.B. Elefanten, Giraffen, eine große Büffelherde im Flussbett. Das Frühstück gibt es dann unterwegs an einem schönen Platz und plötzlich bemerken wir etwa hundert Meter hinter uns, dass zwei Schakale gerade ein Impala-Junges gerissen haben. So ist die Natur, auch, wenn es uns traurig berührt.

Die wunderbaren Mittagessen dürfen wir immer am ausgetrockneten Fluss unterhalb des Camps einnehmen. Auch von dort kann man z.B. Elefanten beobachten, die nach Wasser graben, aber auch Kudus, Impalas und viele Vögel.

Am nächsten Tag steht etwas ganz Besonderes auf unserem Programm: ein Sleep-out, d.h. wir werden eine geführte Wanderung zu dem Platz machen, wo wir übernachten werden. Zusammen mit Giovanni, einem weiteren Guide, und Alfred, einem bewaffneten Ranger, fahren wir zunächst einige Zeit, steigen dann aus und laufen los. Wir erfahren viel über die kleineren Dinge, die man während einer Fahrt im Auto nicht sehen kann: Spuren, Insekten, Vögel, Bauten von nachtaktiven Tieren, usw. Doch wir pirschen uns auch ganz langsam und ruhig an Elefanten heran, die wir dann aus der Nähe beobachten können. Wir hören einen Leoparden und sehen eine große Eland-Herde. Am frühen Abend erreichen wir nach ca. zwei Stunden Wanderung das Camp. Die Zelte sind schon aufgebaut, das Feuer brennt und ein Tisch steht im Sand des trockenen Flusses.

Wir sind sprachlos, denn unser Zelt hat zwei gemütliche Feldbetten, es gibt eine Buschtoilette und eine Dusche mit Wassersack. Am Abend bekommen wir ein tolles Essen und sitzen noch lange am Feuer und Giovanni erklärt uns die Sternbilder an einem Himmel, den wir in Deutschland so nie sehen können. Wir schlafen wunderbar, obwohl man in der Nacht die Geräusche von Flusspferden, Löwen und Hyänen hören kann. Am nächsten Morgen geht es früh wieder los und bald sehen wir Schakale, Eland-Antilopen, Zebras, Paviane, Giraffen und sogar fleischfressende Ameisen. So geht es zurück zum Camp. Das war ein wunderbares Erlebnis.

In den nächsten Tagen sehen wir noch viele Tiere wie z.B. Southern Ground Hornbills, Störche, Warzenschweine, Mangusten, viele Elefanten, Impalas, Giraffen, Schakale, Adler und andere Raubvögel. An einer sehr idyllischen Stelle am Ruaha-Fluss sehen wird dann endlich Löwen, zwei Löwinnen und sechs Junge liegen auf den Felsen am Ufer. Sie gehören zum Palm-Rudel und halten sich zur Zeit entfernt von drei männlichen Löwen auf, die wir in den Nächten schon gehört haben. Es ist wunderschön, die acht Löwen so ungestört beobachten zu können und wir bleiben bis es langsam dunkel wird.  Nach den vielen Eindrücken des Tages und einem wunderbaren Abendessen schlafen wir sehr gut. Am nächsten Tag wollen wir eine Ganztagestour machen und brechen früh auf. Apollo hat alles für den Tag einpackt. Es soll ins Usangu-Gebiet gehen, das ca. 70 km entfernt im Südwesten des Ruaha Nationalparks liegt.

Nach über einer Stunde Fahrt ändert sich die Landschaft zu einer weiten Ebene, die von großen Akazienwäldern begrenzt ist. Je weiter wir hinab fahren, desto wärmer wird es, und am Horizont sehen wir Rauch von einem großen Waldbrand. Die Erde besteht hier aus black cotton soil, einem torfähnlichen Boden, der jetzt steinhart ist, aber sonst viel Wasser speichern kann. Wir sehen Giraffen, die man in der Ebene von sehr weit erkennen kann und dann auch Sable-Antilopen, auf die wir uns besonders gefreut haben. Nach einiger Zeit erreichen wir den Ruaha-Fluss, der hier ein grünes Paradies geschaffen hat mit grünen Wiesen, Schilf und riesigen Steinblöcken. Eigentlich suchen wir nach einem Platz fürs Mittagessen, doch dann sehen wir zunächst eine Löwin, die gebannt in Richtung dreier Wasserböcke schaut und sich dann langsam anschleicht. Dann entdecken wir nach und nach zwei weitere Löwinnen und zwei Junge, ca. 4-5 Monate alt. Jetzt sind wir wirklich gespannt, was sich da entwickelt. Da wir ganz alleine sind, verbringen wir fast zwei Stunden mit den Löwen, auch wenn sie nicht erfolgreich sind mit ihrer Jagd. Alle fünf kommen sogar auf die Uferböschung zurück und legen sich ca. 10 Meter von uns entfernt in den Schatten mit Blick ins Flussbett und die weite Ebene. Unser Essen muss eben noch warten. Das genießen wir später und sehen dann Elefanten im Schilf, Strauße und sogar Roan-Antilopen. Was für ein toller Tag.

Auf der Rückfahrt machen wir einen kurzen Stop an einer heißen Thermalquelle, die das Jongomero-Camp für ein Spa nutzt. Hier kann man von einem Warmwasserpool aus im Fluss Krokodile und Flusspferde beobachten. Wir fahren aber weiter, denn es wird schon langsam dunkel. Zuhause freuen wir uns auf die Dusche und ein leckeres Abendessen. In der Nacht hören wir wieder die Löwen, dieses Mal sehr nahe am Camp. Nachdem wir in den letzten Tagen immer nur ihre Spuren gesehen haben, haben wir am nächsten Tag Glück und sehen die drei Löwenbrüder am Morgen im Flußbett. Es sind sehr imposante Tiere, die ganz nah an uns vorbeilaufen. Sie haben vor einiger Zeit das Revier übernommen und den alten Löwen und auch die Jungen einer Löwin getötet. Jetzt herrschen sie hier, die Young Jongomero Boys. Wir können sie wieder lange beobachten bis sie sich an einem schattigen Platz niederlassen und dort den Tag verbringen. 

Am Nachmittag sehen wir viele Elefanten, aber auch Kudus, Zebras, Giraffen, Warane, Meerkatzen und Paviane. Für den Sundowner hat sich Apollo eine Stelle oberhalb eines steilen Flussabhangs des Jongomero Rivers in einem Akazienwald ausgesucht. Von überall kommen Elefanten an diesen Platz und wir sind bald von mehr als hundert Tieren in verschiedenen Familiengruppen umgeben. Sie kommen so nah, dass wir ins Auto steigen und sie von dort beobachten können bis es dämmert. Was für ein tolles Erlebnis an unserem letzten Tag. Am Abend sind für uns und zwei weitere Gäste die Tische im Sand des Jongomero-Flusses gedeckt und ein großes Feuer brennt. Wir essen wunderbar und es ist eine ganz besondere Atmosphäre. Es macht uns traurig, dass wir morgen abreisen. 

Am nächsten Morgen packen wir unsere Sachen, um 6:30 Uhr soll der Game drive losgehen, der uns dann auch zum Airstrip führen soll. Alle sind gekommen, um sich von uns zu verabschieden. Das rührt uns sehr und es fällt uns schwer, Jongomero mit seinen liebenswürdigen Menschen zu verlassen. Es ist ein ganz besonderes Camp, wunderschön, ruhig und so herzlich. Auf unserem letzten Drive sehen wir noch Hunderte von Geiern in den umliegenden Bäumen, aber es ist kein Kadaver zu sehen. Wir machen unsere letzte Kaffeepause dort, wo wir auch unsere erste gemacht haben als wir von einer Woche ankamen. Wir sehen die Hippos und viele Wasservögel, Bienenfresser, Kingfisher, einen Goliath-Reiher und danken Apollo für die unvergesslichen Tierbegegnungen, die wir mit ihm hatten. Es war ein großartiger Aufenthalt.

Unser Flug wurde etwas vorverlegt und so sind wir um 10:30 Uhr am Airstrip. Wir warten noch einige Zeit bis das Flugzeug landet. Es sind schon einige Passagiere in der Maschine, die zum Main Gate oder nach Dar es Salaam fliegen wollen. Der Abschied von Apollo und Jongomero fällt uns wirklich schwer.

Schließlich landen wir auf dem Mtemere Airstrip im Nyerere National Park, wo wir von Joseph, unserem Guide des Siwandu Camps abgeholt werden. Er ist uns gleich sehr sympathisch und erzählt uns auf der eineinhalbstündigen Fahrt zum Camp schon viel über die Gegend und die Tiere. So sehen wir zum ersten Mal die seltenen Crested Guinea Fowls mit ihren wunderbar blauen Kopfkronen.

Im Siwandu Camp werden wir sehr herzlich mit Gesang begrüßt. Unser schönes Zelt Nr. 4 hat einen tollen Blick auf den See und ist sehr hübsch eingerichtet mit einer Außendusche und einer Veranda. Nach einem späten Imbiss machen wir uns am Nachmittag mit Joseph auf die erste Fahrt. Wir sehen viele Giraffen, Paviane, Warzenschweine. Es geht durch ausgedehnte Akazienwälder und unsere Fahrt endet mit einem Sundowner am See, von wo aus wir viele Fischadler, Flusspferde und unterschiedliche Wasservögel beobachten können. 

Zurück im Camp wird das tolle Essen unterhalb der Dining Area mit Blick auf den See serviert. Auf unserem Weg zum Zelt, zu dem uns immer ein Massai begleitet, entdeckt er noch ein Bushbaby im Baum. 

Am nächsten Morgen geht es wieder früh los. Wir haben gut geschlafen und konnten oft die Flusspferde hören, die nachts zum Grasen das Wasser verlassen. Die Vegetation ist sehr vielfältig, und Joseph kann uns alles detailliert erklären. Wir sehen sogar einen Leoparden, Büffel, Giraffen, Ground Hornbills, sogar eine brütende Verraux Eagle Owl, die größte Eule Afrikas. Nach dem Mittagessen verbringen wir Zeit auf unserer Terrasse, und bald kommen Elefanten vom Seeufer ganz nah an unser Zelt, um dort zu fressen. Wir werden die vier in den nächsten Tagen noch häufiger sehen.

Am Nachmittag fahren wir in den Palmenwald, wo Paviane Palmnüsse fressen und auch immer etwas für die unter den Bäumen wartenden Elefanten abfällt. Aus der Ferne nähert sich ein sehr großer, etwa vierzig Jahre alter Elefantenbulle der Gruppe und steuert ebenso auf uns zu. Ganz gemächlich nähert er sich dem Auto bis er schließlich sogar Stoßzähne und Rüssel auf die Motorhaube legt. Dann geht er ganz nah an uns vorbei und zieht ruhig weiter. Was für ein Erlebnis, ein so gewaltiges Tier so nah zu sehen. Erst jetzt merken wir, dass wir insgeheim die Luft angehalten haben.

Für den nächsten Tag haben wir einen Ganztagesausflug geplant und so geht es mit Joseph und einem weiteren Guide zunächst zum Lake Manze, wo wir fünf Löwen am Seeufer sehen. Sie beobachten eine Herde Büffel sowie einige Gnus, die sich wegen ihnen nicht ans Wasser herantrauen. Die Fahrt geht weiter und unterwegs passieren wir das Grab von Frederick Selous, nach dem der Nationalpark benannt ist. Er starb hier 1917 Im Kampf der Engländer gegen die Deutschen. Der Weg führt uns weiter zum Lake Tagalala, wo wir viele Flusspferde sehen, die aufgrund des wenigen Wassers eng zusammen im Schlamm liegen. Auch viele Giraffen kommen hierher, um zu trinken, und wir können sie während des Mittagessens unter einem schattigen Baum gut beobachten. Dann empfiehlt Joseph, auch die heißen Quellen ganz in der Nähe anzuschauen. Wir parken in der Nähe und wandern flussaufwärts über Felsbrocken vorbei an verschiedenen natürlichen Wasserbecken, deren Wassertemperatur stetig zunimmt. Die Farbe des Wassers ist sehr beeindruckend, und in das letzte Becken kann man die Hände nicht mehr hinein tauchen. Seit Urzeiten wurden diese heißen Quellen auch von den hier ansässigen Stämmen genutzt. Nach der langen Fahrt durch sehr unterschiedliche Landschaften, in denen wir viele Giraffen, Warzenschweine, Antilopen und Vögel gesehen haben, erwartet uns unverhofft ein weiteres Highlight. Nahe der Straße sehen wir eine junge Leopardin im Sand liegen. Wir können sie lange beobachten, bevor sie langsam im Dickicht verschwindet. Nach diesem ereignisreichen Tag genießen wir das tolle Abendessen am Flussufer, gehen aber zeitig schlafen. 

In der Nacht haben wir Löwen gehört und finden am Morgen auch ihre Spuren, aber wir sehen die Tiere leider nicht. Dafür entdeckt Joseph in der Nachbarbucht fünf Hyänen und viele Krokodile. Irgendwo muss es ihre Beute geben, aber wir können nichts finden.

Am Mittag dürfen wir heute unser Mittagessen auf dem Boot einnehmen. Zusammen mit dem Bootsführer und einem Koch genießen wir ein leckeres Essen und die wundervolle Aussicht auf dem See. Sogar ein selbstgebackenes Brot in Form eines Krokodils bekommen wir serviert. Was für eine schöne Idee.

Siwandus Lage direkt am See mit Zugang zu einigen natürlichen Wasserkanälen ermöglicht es, sehr viele wunderschöne Wasservögel zu sehen, z.B. Fischadler, verschiedene Eisvögel, Webervögel und Greifvögel. Aber auch Elefanten, Krokodile, Giraffen, Impalas und Kudus, Mangusten, Meerkatzen und Paviane sehen wir häufig.

Am nächsten Morgen bricht unser letzter Tag in Siwandu an, und es macht uns etwas traurig. Wir starten wieder um 6:30 Uhr und im Palmenwald treffen wir auf viele Elefanten. Wir sehen sogar einen African Harrier Hawk auf der Jagd nach kleineren Vögeln und zum ersten Mal zwei Palm Nut Vultures, eine Geierart, die hauptsächlich hier vorkommt.

Zum Buschfrühstück erwartet uns dann eine große Überraschung: Am Flußufer sehen wir schon einen schön gedeckten Tisch, und Geoffrey, der Koch sowie Apero, der Kellner, winken uns zu. Sie lachen über unsere erstaunten Gesichter. Es gibt ein wunderbares Frühstück mit Obst, Omelette, Pfannkuchen, Gemüse, Toast und Speck, Kaffee und Tee. Was für ein schönes Erlebnis. Wir bedanken uns sehr herzlich für alles. Wir fahren weiter zu einem Teil des Sees, der mit Sea Cabbage bedeckt ist und in dem viele Flusspferde und Krokodile leben. Wir sehen Reiher, Ibisse, African Jacanas, Gänse und Enten, Hammerkopps und viele kleinere Wasservögel. Auch Büffel und Gnus kommen zum Trinken. Es ist einfach wunderschön.

Für den Nachmittag haben wir eine Bootstour geplant. In der Mittagspause haben wir online eingecheckt und schon unsere Taschen gepackt. Und auch die vier Elefanten kommen wieder ganz nahe an unser Zelt heran. Auch Impalas und eine Giraffe können wir von der Terasse aus beobachten. Um 16 Uhr geht es zur Bootsanlegestelle am Lake Siwandu, wo der Schiffsführer schon wartet. Es ist wunderschön, die Landschaft vom Wasser aus zu betrachten. Wir sehen riesige Krokodile, Flußpferde, Büffel und Elefanten, Bienenfresser, die in der Uferwand nisten, Fischadler, Kingfisher und schließlich eine große Kolonie von yellow-billed storks mit ihren Jungen, die auf einer Sandbank sitzen, bevor sie die Nacht in sicheren Bäumen verbringen. Weiter entfernt sitzen Kormorane, open-billed storks, Reiher, Ibisse und sogar ein Pelikan. Die Sonne geht langsam hinter den Palmen unter und das Licht ist einfach wunderschön. Spontan entscheiden wir, morgen früh anstelle eines Game Drives wieder eine Bootsfahrt zu machen.

Zurück im Camp erwartet uns die nächste Überraschung. Als wir zu unserem Zelt kommen, wartet dort schon Apero und kündigt unser privates Dinner auf unserer Terrasse an. Der Tisch ist schön gedeckt und das Essen einfach wunderbar. Wir genießen den letzten Abend sehr und bedanken uns ganz herzlich bei ihm und dem Koch. Diese besondere Stimmung am See mit einem wunderschönen Sternenhimmel und den Geräuschen der Tiere werden wir wohl nie vergessen.

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns schweren Herzens von den Menschen in Siwandu, die uns eine so schöne Zeit beschert haben. Wir verbringen noch einige Stunden bei einer Bootsfahrt und sehen erneut so viele Wasservögel, Flusspferde und Krokodile. Joseph und Apero erwarten uns mit dem Auto an einer Anlegestelle, wo wir zum letzten Mal frühstücken. Von hier geht es nun zu einem schönen Aussichtspunkt, von wo wir den Rufiji River überblicken können. Er mündet dann in hunderten Kilometern in den indischen Ozean. Weiter geht es zum Airstrip. Wir verabschieden uns sehr herzlich von Joseph und Apero als die Maschine landet, die uns nach Dar es Salaam bringen wird. Siwandu war sehr schön, die Menschen so liebenswert und hilfsbereit. Wir werden sie, die Tiere und Landschaft am See sehr vermissen.

Die Weiterreise von Dar es Salaam über Addis Abeba nach Frankfurt verläuft ruhig und planmäßig. Eines ist sicher, wir werden bestimmt nach Tansania zurückkehren.

Renate Kausen und Maik Riede

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