Film ab!

von Svenja Penzel

Klappe, die fünfte. Etwas angestrengt lächle ich in die Kamera und sage noch einmal den gleichen Satz. Mit noch etwas mehr Betonung, wie der Kameramann es wünscht. Am Ende verhasple ich mich wieder und muss nochmal von vorn anfangen. Ich muss an Loriot denken, "Ich heiße Erwin Lindemann..." Beim nächsten Mal ist endlich alles richtig, doch mittendrin springt der Drucker an, das Geräusch stört. Der Kameramann bricht ab. Wir drehen in unserem Büro mitten im Flur, der von hellem Flutlicht erleuchtet ist. Hin und wieder huscht ein Kollege leise vorbei und hofft, dass er nicht selbst gleich dran ist. Irgendwann an diesem Tag wird er auf jeden Fall auch gefilmt, ebenso wie das Büro-Haus von innen und außen. Wir drehen unseren ersten Outback-Film, und das ist ziemlich aufregend. Viele Stunden brauchen die Kameraleute, um uns gut in Szene zu setzen. Dabei werden von dem, was da bei uns aufgenommen wird, im fertigen Film nur wenige Sekunden übrigbleiben. Wir sind ja nur Beiwerk. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf Safari-Erlebnissen in Afrika. Herauskommen soll ein Zwei-Minuten-Film über uns und unsere Reisen, den wir Ihnen bestenfalls in der nächsten Ausgabe unseres Newsletters präsentieren können.Wie es in einem richtigen Filmstudio zugeht, durften Marco und ich vor kurzem in München erleben. In den Bavaria Filmstudios wurden so monumentale Filme wie „Das Boot“ und so seifenweiche Serien wie „Sturm der Liebe“ gedreht. Und hier wird auch das beliebte Kinder-Quiz „1, 2 oder 3“ aufgezeichnet. Unsere Tochter gehörte an diesem Tag zu den Kandidaten. Doch bevor die Kinder ins Studio gelaufen kamen, wurden wir Zuschauer gedrillt. Wann wir zu klatschen hatten, wie laut und wie lange, wann mit zusätzlichem Fußgetrampel und wann mit Schreien. Das übten wir so lange, bis wir ganz verschwitzt waren und endlich Moderator Elton auf die Bühne kam. Der musste übrigens am Ende der Sendung einen Satz nochmal wiederholen, bei dem ihm während der Sendung ein Fehler unterlaufen war. Und genau wie ich verstrickte er sich mehrfach, musste immer wieder neu beginnen und es dauerte eine ganze Weile, bis auch dieser Satz im Kasten war. Dafür gab es dann nochmal lautes und wildes Klatschen der Zuschauer. Sowas wäre am Ende unserer Outback-Büroaufnahmen auch schön gewesen! Hätten wir uns mal ein paar gut gedrillte Studiogäste eingeladen! Wer weiß, vielleicht beim nächsten Mal?

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