Welt-Nashorn-Tag 2014

von Susanne Schlesinger

eute ist World Rhino Day, also der Welt-Nashorn-Tag oder Tag des Nashorns. Dieser Tag wurde 2010 vom World Wildlife Fund (WWF) ausgerufen, um auf die Gefährdung der fünf noch existierenden Nashornarten aufmerksam zu machen. An vielen Orten der Welt finden heute Aktionen, Vorträge und Veranstaltungen und Spendenaktionen für den Schutz der Nashörner statt.Wie bereits mehrfach berichtet, werden viele Nashörner grausam getötet, weil der asiatische Markt nach dem Horn der Nashörner giert, das angeblich heilende Kräfte hat.Bisher hat der Aktionstag leider noch keine wirklich sichtbaren Erfolge gebracht. Trotzdem ist es wichtig, das Schickal der gefährdeten Arten regelmäßig wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Allein in Südafrika wurden im vergangenen Jahr über 1000 Nashörner gewildert, im laufenden Jahr wird eine ähnliche Zahl erreicht. Damit ist die Zahl seit 2010 von rund 350 Tieren auf das 3 1/2-fache gestiegen. Tierschützer haben berechnet, dass bei einem weiteren Anstieg der Wilderei die Nashörner 2021 ausgerottet sein könnten.Sie wollen nicht mehr tatenlos zusehen, wie die Population immer weiter schrumpft. Dafür geht man ungewöhnliche Wege. Ein spannendes Projekt ist für 2015 geplant. 100 Nashörner sollen von der Provinz KwaZuluNatal, wo es besonders viel Wilderei gibt, in das geschützte Okavango-Delta in Botswana umgesiedelt werden. Im Jahr 2013 ist ein Testlauf mit sechs Nashörnern erfolgreich verlaufen, auch wenn es ein immenser Aufwand ist, die Nashörner über Hunderte von Kilometern weit in die neue, sichere Heimat zu bringen. Breitmaulnahörner im Phinda Game Reserve © Foto: &BeyondVerantwortlich ist die Organisation "Rhinos without Borders", in der als Hauptinitiatoren die beiden Safari- und Lodgeunternehmen Great Plains Conservation und &Beyond fungieren, die in verschiedenen afrikanischen Ländern Lodges und Camps betreiben und Safarireisen anbieten. 8 Millionen Dollar sollen bis 2015 gesammelt werden. Ein Teil davon wird für das Umsiedlungsprojekt verwendet, der Rest fließt in Schutz- und Anti-Wildereiprogramme, denn die 100 umgesiedelten Nashörner sind nur ein kleiner Teil der in Südafrika lebenden, potentiell gefährdeten Rhinos. Geplant sind außerdem weitere Aufklärungskampagnen an Schulen und in den Dörfern bei den Menschen, die nahe mit den Nashörnern leben und sie oft aus der Armut heraus wildern, um schnelles Geld zu verdienen.Great Plains Conservation will für das Projekt alle Einnahmen der Camps zwischen 1. November 2014 und 31.Mai 2015 spenden, &Beyond rührt mit Mailings fleißig die Werbetrommel und bietet großzügigen Sponsoren kostenlose Aufenthalte in den Luxuscamps in Südafrika und Botwana an. Auch Außenwerbung während der Filmaufnahmen, die dieses Projekt begleiten, ist im Angebot. Rhino-Transport © Foto: &BeyondVielleicht haben die meisten von uns keinen fünf- bis sechsstelligen Betrag zum Spenden zur Verfügung, aber auch eine kleine Spende an eine Tierschutzorganisation wie den WWF oder die Deutsche Zoologische Gesellschaft oder das Weiterverbreiten der Informationen über die sozialen Netzwerke können etwas bewegen.Weitere Informationen gibt es hier bei Rhinos without Borders sowie auf den Blogs von &Beyond und Great Plains Conservation.  

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