David Sheldrick Wildlife Trust - Jahresrückblick 2013

von Susanne Schlesinger

Leider konnten nicht alle der kleinen Elefanten in der Auffangstation aufgepäppelt werden. Oft wurden sie schon schwach und dehydriert aufgefunden. Manche haben in ihrer Not auch ungenießbare Pflanzen gefressen oder wurden von Raubkatzen angegriffen. Aber auch bei fürsorglicher Pflege und bester Betreuung schaffen es einige der sensiblen Tiere nicht – häufig gibt es wegen der fehlenden Immunstoffe der Muttermilch Probleme mit dem Zahn- und Knochenwuchs. Im Moment sind 30 kleine Elefanten im Waisenhaus. 14 weitere sind im Laufe des Jahres von Nairobi nach Tsavo in die Auswilderungsstation umgezogen.Neben den niedlichen kleinen Dickhäutern werden auch andere Findelkinder versorgt – ein Kudu, eine Thomson Gazelle und ein Gerenuk sowie einige Klippspringer, die sich im Sheldrick’schen Wohnzimmer besonders wohlfühlen.Jeder Elefant, der nicht gerettet werden kann, ist für die Mitarbeiter des Trusts eine persönliche Niederlage und ein schwerer Verlust, denn sie tun alles, um die schwachen Tiere aufzupäppeln und ihnen eine Chance auf ein späteres Leben in Freiheit mit einer neuen Elefantenfamilie zu geben. Entsprechend emotional sind die Newsletter, die monatlich jeder Pate erhält.Und jeder kleine Elefant, der es schafft, ist ein Geschenk zurück an die Natur - diese Botschaft will der Trust in die Welt hinaustragen und die Menschen so für den Tierschutz sensibilisieren.Unterstützung erhält die Stiftung durch große und kleine Spenden und seit dem vergangenen Jahr auch durch uns und unsere Kunden. Seit Mitte des Jahres schließen wir für jede Buchung einer von uns veranstalteten Kenia-Reise eine Elefantenpatenschaft ab. 20 Patenschaften konnten wir so schon abschließen, und wir machen natürlich auch 2014 weiter. Die Aktion findet großen Anklang, viele Kunden suchen sich „ihr“ Patenkind persönlich aus oder bitten um den Abschluss einer zusätzlichen Patenschaft, damit jeder Reiseteilnehmer einen persönlichen Elefanten bekommt. Auch die Gelegenheit, bei der Keniareise einen Aufenthalt in Nairobi mit Besuch des Waisenhauses einzulegen, findet große Resonanz. Der Trust bietet für Paten extra Besuchszeiten an oder man kann zweimal hingehen – vormittags zur offiziellen Besuchszeit und nachmittags zur Privataudienz.Prominente Unterstützer haben die kleinen Elefanten durch die First Lady Kenias, Margaret Kenyatta. Sie bringt auch gern einmal Staatsgäste mit wie vor kurzem Shiranthi Rajapaksa, die First Lady Sri Lankas. Auch der US-Botschafter Robert Godec kam im Freizeitoutfit und hatte sichtlich Spaß daran mitzuhelfen, während der afrikanische Fußballer des Jahres Yaya Toure (Manchester City) in seinem schicken weißen Hemd und den Maßschuhen bei den Elefanten wenig Eindruck machte. Das unpassende Outfit wird sicher durch eine großzügige Spende wettgemacht worden sein.Auch der chinesische NBA-Star Yao Ming (Houston Rockets) und die Schauspielerin Li Bingbing besuchten das Elefantenwaisenhaus. Vielleicht können sie der jüngeren chinesischen Generation als Botschafter vermitteln, dass Elfenbein und Nashorn-Horn keine Wunderkräfte besitzen.Neben dem Elefantenwaisenhaus, der Außenstation im Tsavo Nationalpark und den mobilen Tierarzteinheiten will der David Sheldrick Wildlife Trust auch durch internationale Kampagnen gegen die profitgierige Wilderei in afrikanischen Ländern aufmerksam machen. Unter dem Motto „iworry“ (dt. „Ich sorge mich“) wurden in verschiedenen Ländern mit prominenter Unterstützung Demonstrationen und Aktionen durchgeführt und Spenden gesammelt, um die Regierungen aufzufordern, den Handel mit Elfenbein zu verbieten und stärker zu ahnden.Wer die Kampagne unterstützen möchte, kann auch online eine Petition unterzeichnen, die an die Regierungen weitergeleitet wird und hoffentlich dort ein Umdenken bewirkt.Für das Jahr 2014 haben wir uns vorgenommen, viele weitere Kunden mit einer Patenschaft zu beglücken und auch selbst „unsere“ Patenkinder in Nairobi zu besuchen.

3 Kommentare

Susanne

11.02.2014 um 19:48

Der Sheldrick Wildlife Trust tut wirklich viel, nicht nur für die Elefanten, sondern auch für die Schulen in Nairobi. Die Schulkinder müssen keinen Eintritt bezahlen und lernen im Elefantenwaisenhaus, wie wichtig die Tiere und der Naturschutz sind. Viele haben noch nie einen Elefanten in freier Wildbahn gesehen - traurig eigentlich, dass die einheimische Bevölkerung so wenig von dem Naturreichtum Kenias sehen kann. Darüber hinaus unterstützt der Trust auch Schulen mit Schulmaterial und Sportgeräten.
Eine Patenschaft und natürlich noch mehr ein Besuch lohnen sich!

Stefan

11.02.2014 um 18:08

Es kam vor ein paar Wochen eine Dokumentation in 3Sat oder Arte über das Waisenhaus im Nationalpark von Nairobi.
Die tun wirklich alles menschenmögliche für die Findelkinder und wird auch von den örtlichen Schulen rege besucht.

Kili2004

23.01.2014 um 22:48

Liebe Susanne
Vielen Dank für diesen sehr interessanten Beitrag. Keine Frage, es wäre sehr wünschenswert, wenn die kenianische Regierung u.a. auch resolut und entschieden gegen die Wilderei vorgehen würde.
Gruss
Kili2004