Über die Grenze nach Namibia - Reisebericht Vom Kap nach Namibia

von Susanne Schlesinger

05. Oktober 2012

Um 4.55 Uhr ist die Nacht für uns zu Ende – der Handywecker wirft uns erbarmungslos aus dem Bett. Wir packen nach einer Katzenwäsche unsere Taschen und machen uns nach einem schnellen Frühstück auf den Weg über die namibische Grenze. Nachdem wir die Trans-Namibia Road erreicht haben, schuckelt uns der Truck in den Schlaf. Wir durchqueren das Namaqualand, wo die Wüstenblüte schon vorbei ist, aber die Sträucher sattgrün leuchten. Dazwischen gibt es noch einige verspätete Blumenteppiche aus lila und roten Blüten.

 

 

 

In Springbok machen wir Rast und erleben eine ziemlich trostlose Umgebung. Zwei zwielichtige Typen sprechen Sandra und Tanja an – Max klärt die Situation, indem er die Gruppe zusammenruft und ziemlich streng ist – die merkwürdigen Gestalten haben Respekt vor dem großen Kerl und verdrücken sich lieber. Zum Geldautomaten geht dann aber doch lieber Jonathan mit. Wir drehen eine schnelle Runde durch den Supermarkt und kaufen Wasser und ein paar trockene Kekse. Es wird draußen merklich wärmer, Schokolade schmilzt bereits weg.Circa 30 Kilometer hinter Springbok halten wir zum Lunch. Auf dem Picknickplatz stehen zwei große Pfefferbäume. Max hält uns einen Vortrag darüber, dass wir unseren Urlaub ruinieren, wenn wir im Bus schlafen und dass er erwartet hätte, dass wir öfter Fotostops verlangen. Darüber regen sich alle auf, denn man möchte ja nicht mitten auf einer Fernverkehrsstraße wegen eines Köcherbaums oder ein paar lila Blümchen aus 120 km/h eine Vollbremsung verursachen. Man sieht halt im Truck auch nach vorn nicht viel, und wenn etwas Interessantes im Seitenfenster sichtbar wird, dann sind wir schon daran vorbeigerauscht. Das versteht Max irgendwie nicht - er hat ja freie Sicht nach vorn. Nun ja, er hat seine Meinung und wir unsere – bei dem frühen Aufstehen und dem Marsch am Vortag fällt das Wachbleiben im Bus eben sehr schwer und wenn es wirklich was zu sehen gibt, dann ist ja auch immer jemand wach - frei nach dem Erdmännchenprinzip. Max lässt sich dann doch noch erweichen, uns etwas über die Pflanzen rund um den Picknickplatz zu erzählen, von denen einige Sukkulenten besonders interessant sind, weil sie den Buschleuten als Trinkwasserreservoir dienen. Ich probiere ein Stück- es schmeckt etwas salzig, aber wäre im Notfall durchaus genießbar.

 

 

 

 

 

 

An der Grenze sorgen die Beamten für Situationskomik - sie sind ja so wichtig. Wir müssen das Grenzhäuschen nochmals verlassen und uns von der anderen Seite neu anstellen. Unser Mitreisender Hannes kommentiert trocken: "Die können eben nur von einer Seite denken!". Drei kleine Jungen freuen sich über ein Brötchen und Äpfel, die wir ihnen schenken.Die durchgehende Fahrt hat einen Vorteil: Wir erreichen recht früh am Nachmittag unsere heutige Unterkunft ca. 15 Kilometer hinter der Grenze. Das Felix Unite Resort hat neben Campingmöglichkeiten auch sehr hübsche Chalets mit Blick auf den Oranje River und einen großen Pool, den wir auch ausprobieren. Die untergehende Sonne taucht die umliegenden Berge in romantisches, weiches Licht. Wir machen einen kleinen Spaziergang auf dem Campgelände und finden uns pünktlich um 19 Uhr zum Abendessen ein, wo Jonathan uns mit Rinderfilet und Knoblauchbrot vom Grill verwöhnt. Wir haben günstig Wein gekauft und es wird ein entspannter Abend für uns.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für Max leider nicht, denn er hat Ärger wegen eines Truckreifens und muss noch einmal zur Grenze zurück. Entsprechend gereizt ist er, als ein Angestellter des Camps Informationen zu der Kanutour gibt, die optional am nächsten Tag angeboten wird. Nur Christine, Hannes und ich wollen sie machen, die anderen bevorzugen einen ruhigen Vormittag im Camp.

noch keine Kommentare