Maramboi Tented Camp und Tarangire Safari Lodge - Tansania Reisebericht (4/19)

von Svenja Penzel

Wir verlassen Arusha und folgen der guten Teerstraße nach Westen. Kaum sind wir aus dem Gebiet des Mt. Meru heraus, wird es deutlich trockener. Hierhin haben die ersten Regenfälle wohl noch nicht gereicht, oder es ist alles schon wieder verdunstet. Es wächst fast nichts, die Ebene ist staubig-graubraun und stark erodiert. In Makuyuni halten wir uns südlich, fahren am Parkeingang des Tarangire NP vorbei und biegen nach weiteren 15 Minuten rechts ab. Nun sind es noch vier Kilometer auf ausgewaschenen Erdpisten bis zum Maramboi Tented Camp. Die Gegend wird hier wieder grüner, viele Palmen prägen das Landschaftsbild. Strohgedeckte Häuschen tauchen auf, dahinter eine weite Ebene. Maramboi entstand 2005 und ist ein Mittelklasse-Tented Camp in einem Korridor zwischen Tarangire und Lake Manyara. Dadurch, dass die Tiere jahreszeitlich bedingt zwischen beiden Parks hin und her wandern und auch durch die Wasserstelle der Lodge sind hier immer Tiere zu sehen. Bei unserer Ankunft am frühen Nachmittag weiden viele Zebras in den Gasebenen, die man vom Hauptgebäude und vom Pool-Deck aus sehr gut beobachten kann. Die Lage und lockere Anordnung der Häuser in Maramboi gefallen mir. Es sind allerdings weite und sandige Wege zurückzulegen, wenn man eins der entfernteren Hauszelte erwischt hat. Die 24 Zelte selbst stehen auf Holz- oder Betonplattformen, haben ein ausladendes Strohdach, einen Holzfußboden und eine Terrasse mit Blick in die Ebene, hinter der die Bergwand des Rift Valley aufragt. Sie bieten viel Platz und sind eher rustikal eingerichtet. Mit einem Doppel- oder zwei Einzelbetten (neun Wohneinheiten sind Dreibettzimmer), sowie im hinteren Teil einem Bad mit Spültoilette, Waschbecken und Dusche mit kaltem und heißem Wasser, bieten diese Zelte alles, was man braucht, aber keinen besonderen Komfort und recht wenig Charme. Der Reiz dieser Lodge ist einerseits die schöne Lage, andererseits der freundliche (wenn auch sehr gemächliche) Service.

Maramboi Tented Camp

Maramboi Tented Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Maramboi Tented Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Maramboi Tented Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Maramboi Tented Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Maramboi Tented Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Maramboi Tented Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Das Essen können wir leider nicht testen, wir haben uns unser eigenes Mittagessen mitgebracht und essen es bei über 35°C im Schatten an einem der Tische im Außenbereich des Restaurants. Neben den 24 Wohnzelten gibt es seit 2009 noch sechs gemauerte Bungalows, die uns allen aber nicht recht gefallen, denn sie sind noch schlichter und nüchterner als die Zelte. Maramboi ist eine gute Alternative zu den Lodges innerhalb des Tarangire NP, preislich attraktiv und in der Hochsaison (Juli bis Anfang Oktober und Januar bis Mitte März) sehr oft ausgebucht. Daher sind bis Mitte 2012 weitere 10 Zelte gebaut. Momentan werden Gäste, die in Maramboi nicht mehr unterkommen, im 12 Kilometer entfernten Lake Burunge Tented Camp untergebracht.Wir fahren nun durch das nördliche Haupteingangstor in den Tarangire-NP hinein. Bis zur Tarangire Safari Lodge sind es nur wenige Kilometer. Sie liegt einmalig schön an der Steilkante oberhalb des Tarangire-Flusses, der zu dieser Jahreszeit viele Elefanten anzieht. Von der breiten Aussichtsterrasse, vom Restaurant und auch von den einzelnen Wohnzelten, die entlang der Kante errichtet sind, kann man sie wunderbar beobachten. Die Lodge ist die älteste im Park. Sie hat 35 Zelte und fünf Bungalows. Die Zelte stehen relativ nah beieinander und sind nicht sehr groß. Sie sind auf Betonplattformen errichtet und haben rundherum Zeltstoff. Der Gummiboden ist mit Sisalteppich ausgelegt. Man betritt die Zelte durch eine Reißverschlusstür. Das Badezimmer im hinteren Bereich hat ebenfalls Zeltwände, die Dusche ist etwas verstärkt. Im Grunde alles, was man braucht, wenn man auf Komfort keinen so großen Wert legt.

Tarangire Safari Lodge

Tarangire Safari Lodge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Tarangire Safari Lodge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Tarangire Safari Lodge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Tarangire Safari Lodge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Tarangire Safari Lodge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Tarangire Safari Lodge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Managerin, Annett, ist sehr freundlich und heißt auch gern Familien willkommen - die Lodge ist sehr kinderfreundlich, auch der große Pool ist einladend. Für kleine Kinder wird ein frühes Abendessen angeboten. Drei Zelte sind behindertengerecht, der Hauptbereich der Lodge ist über Rampen für Rollstuhlfahrer gut erreichbar. In der Lounge gibt es W-Lan. In der Stunde vor dem Abendessen, also zwischen 18 und 19 Uhr, werden auf der Terrasse Snacks und Drinks angeboten. Ich habe trotz der einfachen Ausstattung der Zelte einen guten Eindruck von dieser Lodge bekommen, die auch für Pirschfahrten in einer sehr guten Position liegt. Der nördliche Teil des Tarangire-Parks ist sehr tierreich und hat ein gutes Wegesystem. Kurz nachdem wir die Lodge verlassen haben, sehen wir eine Familie mit drei kleinen Kindern in einem Pirschfahrzeug, die Blondschöpfe gucken begeistert oben aus dem Hubdach raus. Hier gibt es so viele Elefanten, die manchmal direkt an der Piste stehen und sich nicht stören lassen, so dass man auf der Pirsch gar nicht weit zu fahren braucht, um etwas Interessantes zu sehen. Auch Warzenschweine sind hier oft anzutreffen.Bei der Weiterfahrt in den Süden des Parks stehe ich am offenen Hubdach. Die Nachmittagssonne zaubert wunderschöne Farben auf die hügelige Landschaft. Wir überqueren den Tarangire-Fluss, der ganzjährig Wasser führt (und lernen, dass Tarangire "Fluss der Warzenschweine" bedeutet) und sehen immer wieder Elefanten, Zebras, Gnus, Giraffen, Strauße und vereinzelt Büffel. Der weite Himmel ist mit einzelnen Haufenwölkchen getupft, die Bäume haben noch grüne Kronen, doch der Park ist ansonsten sehr trocken. Hier hat die Regenzeit noch nicht eingesetzt. Auffällig sind die vielen Baobabs (Affenbrotbäume). Sie strecken ihre kahlen Äste in die Höhe, an denen viele Baobab-Früchte hängen. Die Stämme sind von Elefanten abgeschält, die gern die wasserreiche Rinde fressen. Wir fahren über einen Höhenzug und blicken auf einmal in ein weites, flaches, grüngraues Tal voller Tiere - die Silale-Sümpfe. Sie hatten mich schon bei meinem ersten Besuch vor zwei Jahren fasziniert, damals war hier alles noch sehr feucht und sattgrün. Nun grasen hier Hunderte von Zebras und Gnus, so ähnlich stelle ich mir die Südserengeti während der Gnu-Wanderung vor. Es ist wie ein Traum, ich bin einfach glücklich, wieder hier zu sein.

Tarangire Nationalpark

Tarangire Nationalpark © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Tarangire Nationalpark, Silale-Sümpfe © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa

Tarangire Nationalpark, Baumpython © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa

Tarangire Nationalpark © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Tarangire Nationalpark © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Tarangire Nationalpark © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Je weiter wir nach Süden vorstoßen, desto einsamer wird es. Nun begegnen uns kaum noch andere Fahrzeuge. Jedes Mal, wenn unser Guide den Motor abstellt, genieße ich die Stille. Kurz vor Erreichen des Camps, die Sonne geht schon fast unter, hält unser Guide an einem großen Baum. "Seid jetzt ganz leise", ermahnt er uns, "und steht langsam auf. Dort oben sitzt ein kleiner Leopard." Wir gehorchen, gebannt, fasziniert. Erst sieht ihn keiner. Doch dann bewegt er sich. Zu schnell für ein Foto klettert er weiter hinauf ins Geäst und verschwindet im dichten Blattwerk. Jetzt erst finden wir unsere Sprache wieder. Große Begeisterung, für einige an Bord ist es der erste Leopard überhaupt. Der Kleine ist mit etwa zwei Monaten eher noch ein Baby, und es ist erstaunlich, dass es da oben ganz allein ist. Wir bleiben noch ein Weilchen stehen, um zu sehen, ob vielleicht die Mutter wiederkommt, doch nichts passiert. Am nächsten Morgen hören wir von Gästen, die eine Frühpirsch gemacht hatten, dass der Leopard immer noch im selben Baum sitzt, immer noch allein. Wir hoffen, dass seiner Mutter nichts zugestoßen ist.Weitere Informationen zu den besuchten Camps:Eine Übersicht über alle Beiträge dieses Reiseberichtes finden Sie hier.

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