Wilde Wasser des Sambesi - Reisebericht Simbabwe (4)

von René Schmidt


Der ruhige Sambesi oberhalb der Victoria FälleNach meinem in Victoria Falls gewohnten Morgenjoggen (diesmal ohne Dickhäuterbegegnung) wartete Adventure Teil 2. Gestern gemütliches Kreuzen oberhalb der Fälle, heute Rafting durch wildes Wasser unterhalb der Fälle. Der Abstieg in die Schlucht des Sambesi ist recht mühsam. Da der Fluss jetzt einen niedrigen Wasserstand hat, können die Rafting-Touren direkt an den Victoria-Fällen starten. Etwas ernüchternd allerdings der erste Anblick, sieht man doch jetzt nur eine trockene Felswand. Nur an einigen Stellen der 1,7 km breiten Abbruchkante stürzt sich der Sambesi über 100 Meter in die Tiefe.Nach dem Einpaddeln der Bootsmannschaft unter pädagogischer Einweisung durch unseren Guide Costar ging es flussabwärts. Vergleiche mit Ben Hur kamen in den Sinn, und ein Mitreisender fragte sich, warum er am heutigen Samstag nicht lieber Glühwein trinkend auf dem Dresdner Weihnachtsmarkt stehen könnte, anstatt sich auf wildem Wasser zu quälen.Aber jetzt gab es kein Zurück. Die "Herrlichkeit des Morgens", "des Teufels Toilettenschüssel, "Gullivers Reisen" und andere namhafte Stromschnellen (die heißen wirklich so) warteten begierig auf ihre Quietscheenten zum Spielen. Da war es nicht so einfach, stur dem Spiel zu entsagen und sich im Boot zu halten. Aber alles ganz sicher mit ständig kontrollierter Schwimmweste. Auch wird das wildeste Wasser ("der kommerzielle Selbstmord") am Uferrand auf trockenen Füßen passiert.
René (vorn links) stürzt sich ins Rafting Abenteuer unterhalb der Victoria-Fälle.



Bis zum Rapid Nummer 10 geht die halbtägige Raftingtour. Die Ganztagstour führt bis Rapid 18. In Hochwasserzeiten starten die Touren erst bei Rapid 8 und können bis 25 gehen. Der halbe Tag sollte für mich reichen, gehörten hierzu doch auch noch ein leckeres Mittagessen am Ufer und natürlich wieder der Weg die Schlucht hinauf. Aller Aufstieg ist schwer.Zurück in der Stadt hatte ich doch mein eigentliches Vorhaben, ein Fahrrad auszuleihen und etwas die Umgebung zu erkunden, aufgegeben (Gründe unerschlossen), stattdessen erkundete ich nur das Kaffeeangebot in der Stadt und das Souvenirangebot im zentralen Craft Market. Die Auswahl an Schnitzereien ist hier riesig. Auch ohne Dinnercruise lässt sich der Abend in der Stadt überleben. Für das Abendessen gibt es neben dem Restaurant auf dem Campingplatz natürlich das Boma-Restaurant, Mama Africa, andere Restaurants in der Stadt, und auch die großen Hotels "Victoria Falls Hotel", "Kingdom" und "Ilala" haben öffentliche Restaurants.Am nächsten Morgen ging es noch einmal an die Victoria-Fälle, die auch bei Niedrigwasser immer wieder eine Augenweide sind (in dieser Jahreszeit hat man von der simbabwischen Seite die bessere Sicht), bevor sich meine Simbabwe-Reise dem Ende näherte und es für mich zum Flughafen ging.Die Reisen "Wildwechsel zwischen Simbabwe und Botswana" im nächsten Jahr werden von Victoria Falls weiter ins Nachbarland Botswana führen, wo mit dem Chobe-Park, den Salzpfannen und dem Okavango-Delta weitere Höhepunkte warten.Am 5.12. hieß es für mich Abschied nehmen – von zwei Paar Turnschuhen (damit es wieder besser "läuft" in Simbabwe) und von einem Reiseland, das mich freundlich wieder in seine Arme geschlossen hatte.Deutscher Winter, ich komme zurück.--Dieser Reisebericht erzählt von der Pilottour für die Safari "Wildwechsel zwischen Simbabwe und Botswana", die ab 2011 regulär zu buchen ist.Alle Teile des Berichtes in der Übersicht:

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