Susanne Schlesinger gestalet seit 2011 den Web-Auftritt von Outback Africa Erlebnisreisen und unterstützt das Team bei Flugreservierungen. Sie bringt einschlägige Erfahrung im Reisebüro-, Reiseveranstalter- und Geschäftskundenbereich mit. Ihr kreativer Schreibstil bereichert unseren Blog und unsere Reiseausschreibungen. Wenn Susanne auf Safari geht, gibt es neben guten Fotos und spannenden Berichten auch neue Reiseideen.
Zurück nach Kapstadt - Reisebericht Vom Kap nach Namibia (17/20)
17. Oktober 2012All my bags are packed... – der Wanderzirkus zieht weiter. Ich entsorge zwei Handtücher und ein Paar Sandalen im Zimmer. Unser Flug geht erst um 15.10 Uhr – die Alternative wäre die Morgenmaschine um 8 Uhr gewesen, was elendig frühes Aufstehen erfordert hätte – davon hatten wir in den letzten zwei Wochen schon genug.Also sitzen wir nach dem Frühstück zwei Stunden im Garten des Gästehauses. Ich klimpere weitere Ideen für Artikel ins Netbook, Tanja schreibt ein paar letzte Karten an die Daheimgebliebenen. Das Zimmermädchen kommt mit meinen Sandalen und fragt, ob ich sie vergessen hätte (peinlich), danach kommt sie nochmals mit den Handtüchern (noch peinlicher). Ich erkläre ihr umständlich, dass es nicht mehr in mein Gepäck gepasst hat, und sie nimmt die Sachen mit. Wieder was gelernt - man sollte nur Sachen entsorgen, wenn man gleich vom Guesthouse wegfährt. Um kurz nach 12 Uhr erscheint ein neutral weißes Auto, das sich als unser Transfer entpuppt. Wir sind angesichts des Taxis erneut verwirrt. Der Fahrer sagt, er sei von einem Touristikunternehmen und dürfe mit einem Firmenaufkleber am Auto nicht zum Flughafen fahren. Etwas widerstrebend steigen wir hinten ein und sind erleichtert, als er in die richtige Richtung fährt. Von den Windhoeker Taxis haben wir die Nase voll. Pünktlich um kurz vor eins lädt uns der Fahrer am Flughafen aus und wir gehen zum einzigen Universalschalter, an dem scheinbar alle Fluggesellschaften eingecheckt werden – wenn das mal gutgeht. Die Abflughalle in Windhoek ist ziemlich klein, man geht durch eine Tür und direkt übers Rollfeld zum Flugzeug. Ich krame die letzten Namibia-Dollar aus der Tasche und kaufe noch einige lustige Postkarten. In Südafrika können wir mit der Währung nichts anfangen, und es kann länger dauern, bis ich mal wieder nach Namibia komme.
Die Maschine ist nur zu einem Drittel gebucht, wir haben also viel Platz. Der Pilot ist unverkennbar ein Deutscher mit einer englischen Aussprache wie ein Bundesbahnzugbegleiter. Windhoek liegt auf einem Hochplateau und ist von Gebirgen umgeben, die bei der Hitze eine starke Thermik erzeugen. Das bekommen wir direkt nach dem Start zu spüren, die Maschine sackt kurz durch und wird heftig hin und her geschleudert. Ich mache die Augen zu und stelle mir vor, im Safaritruck auf einer namibischen Schotterpiste unterwegs zu sein und nicht in der Luft. Irgendwann ist es vorbei, und die Flugbegleiter beginnen gut gelaunt mit dem Servieren eines Mittagssnacks und Getränken. Solange sie entspannt sind, besteht wohl keine ernste Gefahr. Der in Wolken gehüllte Tafelberg Zwei Stunden später landen wir in Kapstadt. Die Einreise ist ein Kinderspiel, die Beamtin schaut gerade mit einer anderen Angestellten Urlaubsfotos auf einer Kamera an und drückt eher beiläufig den Stempel in meinen Pass. Unser Transferfahrer wartet ordnungsgemäß auf uns und wir erreichen schnell den Vorort Seapoint. Unterwegs bietet der Tafelberg einen faszinierenden Anblick. Eine dicke Wolke hängt oben auf dem Plateau wie Vanillesoße auf einem Schokopudding, die an den Seiten hinuntertropft. Der Busfahrer erzählt uns begeistert, dass er bei der Fußball-WM immer im Stadion war, weil seine Firma mit Transferfahrten für die Aktiven beauftragt war. Lukas Podolski sei sein Lieblingsspieler. Bis zum Zielpunkt haben wir sämtliche Nationalspieler durch - manchmal ist es doch gut, die Sportnachrichten zu gucken, um mitreden zu können.
Diesmal sind wir im Sweet Orange Guesthouse untergebracht – zweifellos das Schönste der „Sweetest Guesthouses“. Eine Praktikantin versorgt uns mit Infomationen und möchte gleich einen Tisch für uns irgendwo bestellen. Wir winken ab – in den letzten zwei Wochen haben wir so viele afrikanische Spezialitäten probiert, dass uns ein Abendessen aus Schokolade, Chips und Cola genügt. Ein Hoch auf die gesunde Ernährung.
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