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Safari-Erlebnisse: Das Gnu und die Italienerin
Die heutige Geschichte stammt von Philippo. Im Juni war ich neun Tage lang mit ihm als Guide und Fahrer in Südtansania unterwegs, und auf den langen Strecken hat er mir viel erzählt. Diese Geschichte ist mir in lebhafter Erinnerung geblieben: „Als ich noch ein junger Guide war, wollte ich es immer allen recht machen. Ich hatte damals ein Pärchen zu betreuen, das getrennt auf Pirsch gehen wollte. Die Frau mit mir im Fahrzeug, der Mann mit einem Wildhüter auf Pirschwanderung. Wir machten eine Zeit aus, verabredeten einen Treffpunkt und trennten uns. Nachdem wir eine Weile durch den Park gefahren waren, sahen wir ein junges Gnu, das mit den Hufen im Matsch stecken geblieben war. Die Frau forderte mich auf, dem Gnu zu helfen. Ich wollte nicht in den Lauf der Natur eingreifen und fand es gefährlich, an dieser Stelle auszusteigen. Doch die Frau jammerte und klagte und redete immer weiter auf mich ein, so dass ich schließlich ein Seil holte, es dem Gnu um die Hörner band und ihm heraus half. Dann wollte ich weiterfahren. Doch die Frau bat mich, noch etwas zu warten und zu schauen, ob das Gnu wirklich in Ordnung ist und alleine klarkommt. So blieben wir noch eine Weile sitzen. Das Gnu kam aus seinem Schock allmählich zu sich und machte seine ersten zaghaften Schritte in Richtung Busch. Doch da sprangen zwei Löwinnen auf das Kalb zu, töteten es und begannen, es zu fressen. Die Frau war entsetzt, schrie und weinte und konnte sich gar nicht beruhigen. Wir waren nun schon weit über der verabredeten Zeit für den Treffpunkt mit ihrem Mann. So fuhr ich rasch mit der hysterischen Frau zurück. Der nervös wartende Mann sah uns kommen, sah seine völlig aufgewühlte, verweinte Frau, wurde fuchsteufelswild und packte mich am Schlafittchen. „Was hast Du mit meiner Frau gemacht?“ brüllte er. Die Frau war jedoch immer noch so hysterisch, dass sie nur schluchzen konnte, während der Mann mich wütend durchschüttelte. Endlich beruhigte sie sich ein wenig und fasste sich soweit, dass sie erzählten konnte, was vorgefallen war. Der Mann entschuldigte sich später bei mir.“Ich hatte gebannt zugehört. „Was waren das für Kunden?“ frage ich Philippo. „Italiener“ sagte er.


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