Nashörner werden nach Botswana in Sicherheit gebracht

von Marco Penzel

Die IL76 war das größte Flugzeug, das je auf dem Flughafen Maun in Botswana gelandet ist. © Foto: Beverly Joubert | Rhinos Without Borders Im südlichen Afrika ist die größte Nashorn-Umsiedlung der Geschichte angelaufen. Die Initiatoren von „Rhinos without Borders“ („Nashörner ohne Grenzen“) haben sich zum Ziel gesetzt, mindestens 100 Nashörner aus Südafrika nach Botswana zu bringen. Die ersten zehn Tiere wurden nun im Februar 2015 nach Botswana geflogen. Grund dafür ist die massiv gestiegene Wilderei. Und ausgerechnet in Südafrika, wo es durch den erfolgreichen Naturschutz der vergangenen Jahrzehnte heute die größte Population der ohnehin gefährdeten Tierart gibt, ist auch das Wilderei-Problem am größten.„Die Wilderei nimmt Jahr für Jahr um 15 Prozent zu. Rechnerisch wird alle sieben Stunden ein Nashorn umgebracht“, berichtet Dereck Joubert, ein bekannter Tierfilmer aus Botswana. Joubert ist Vorstandsvorsitzender von Great Plains Conservation, einem Unternehmen, das mit Luxuslodges große Naturschutzgebiete unterhält. Dazu zählt zum Beispiel Selinda in Botswana. Zuvor hatte sich Joubert vor allem für Löwen und Elefanten engagiert. „Aber ich sehe das Problem der Nashörner nicht isoliert von dem der Löwen oder Elefanten“, erklärt der Naturschützer und erzählt weiter: „Wir nennen es ,Die Schlacht für Afrika‘, und die wird gekämpft für alle drei dieser großen Tierarten. Also stellten wir den Plan auf, 100 Nashörner nach Botswana umzusiedeln, wo wir uns mehr Sicherheit für sie versprechen.“ Die Gründe dafür seien vielfältig. Botswana ist viel dünner besiedelt als Südafrika. Der Abstand zur Zivilisation macht es den Wilderern schwerer, an die Tiere heranzukommen. Außerdem konnte Joubert die Regierung von Botswana überzeugen, ihre ohnehin schon großen Anstrengungen für den Tierschutz nochmals zu verstärken.

An Bord zehn Container mit tierischem Inhalt: Nashörner. © Foto: Beverly Joubert | Rhinos Without Borders

Per Kran wurden die Kisten auf Lastkraftwagen verladen. © Foto: Beverly Joubert | Rhinos Without Borders

Mit dem Lkw ging die Fahrt in eine Abgelegene Gegend des Okavango-Deltas. © Foto: Beverly Joubert | Rhinos Without Borders

Aus den Kisten wurden die Tiere in die Freiheit entlassen. © Foto: Beverly Joubert | Rhinos Without Borders

Endlich draußen! Naturschützer und Sicherheitskräfte verfolgen die ersten Schritte in Botswana. © Foto: Beverly Joubert | Rhinos Without Borders

Etwas Farbe nahm das Nashorn von seiner Transportkiste mit. © Foto: Beverly Joubert | Rhinos Without Borders

Neue Heimat in Botswana. © Foto: Beverly Joubert | Rhinos Without Borders

Alle hoffen, dass die Tiere hier in Botswana in Sicherheit sind. © Foto: Beverly Joubert | Rhinos Without Borders

Als das Transportflugzeug Iljuschin 76 mit zehn Nashörnern an Bord auf dem Flughafen Maun landete, wurden sie nicht nur von den „Rhino without Borders“-Mitarbeitern in Empfang genommen. Es standen auch 60 Soldaten, Polizisten und Mitglieder einer speziellen Einsatzgruppe gegen Wilderei bereit, berichtet Joubert in seinem Newsletter an die Förderer des Projektes. Die Tiere seien dann mit jeweils vier verschiedenen Mikrochips und einem Funksender ausgestattet worden, um sie genau verfolgen und beschützen zu können. Dann machte sich der Lkw-Konvoi auf ins Okavango-Delta, wo die Tiere ihre neue Heimat finden sollen.Seit der endgültigen Freilassung sind inzwischen einige Wochen vergangen. „Alle zehn Nashörner sind noch am Leben es geht ihnen gut“, berichtet Alex Walters von Great Plains Conservation Anfang Juni. Die Tiere seien „gelaufen und gelaufen“. Inzwischen haben die ersten Nashörner das Gebiet, in dem sie ausgesetzt wurden, verlassen. Walters: „Das hatten wir so erwartet. Sie werden weiterhin aufmerksam beobachtet.“

„Rhinos without Borders“ wird getragen von Great Plains Conservation und AndBeyond, zwei namhaften Safariunternehmen, deren exklusive Lodges und Safaris auch im Programm von Outback Africa Erlebnisreisen zu finden sind. Derek Joubert berichtete Anfang Juni, dass bereits eine Million Dollar an Spenden für die Umsiedlungsaktion gesammelt wurden. Die Spenden fließen über verschiedene Wege. Allein auf der Crowdfunding-Plattform Trevolta kamen bisher mehr als 275.000 US-Dollar zusammen. Auf www.trevolta.com/rhinos sind auch Kleinspenden ab einem Dollar möglich.

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