Sand Rivers Selous (2/12)

von Svenja Penzel

27.11.2012Vor uns glitzert ein silbriges Band in der Sonne. Zwischen den Häufchenwolken, durch die wir fliegen, scheint es hindurch, kommt näher. Bald sind wir genau über dem breiten Rufiji River, der Lebensader, die den Norden des riesigen Selous Wildreservats durchzieht. Er schlängelt sich, fächert sich auf, bildet Lagunen, helle Strände, steile Böschungen und weite Schwemmwiesen. Ich sehe die Hippos im Wasser, es sind viele. Ein Stück folgen wir in der Cessna Caravan dem Lauf des Rufiji, dann verlieren wir an Höhe. Eine schmale Piste aus roter Erde ist vor uns zu erkennen. Routiniert landet der Pilot auf der holprigen Landebahn von Kiba. Im Schatten neben der Piste stehen zwei Fahrzeuge, zwei Männer von Sand Rivers Selous steigen aus, lachen, winken. Wir sind da.

Flughafen Arusha © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Auf geht's in einer Cessna Caravan © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Über den Wolken © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Über dem Rufiji © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Über dem Rufiji © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ankunft in Selous © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Selous hat mich wieder, nach zweieinhalb Jahren, und es begrüßt uns mit zartgrünen Bäumen und einem feinen Teppich aus Gras, den die ersten Regenfälle jetzt im November gebracht haben. Schon ist das Flugzeug wieder abgehoben, es hat noch Gäste an Bord, die zu einem anderen Airstrip in Selous wollen. In eins der Fahrzeuge werden unsere Taschen eingeladen, in das andere setzen wir uns. Auf dem Weg nach Sand Rivers wollen wir uns Zeit lassen und gleich die erste Pirschfahrt machen. Welche Tiere wir gern sehen wollen, fragt unser Guide Mussa. "Löwen!", tönt es, ich wünsche mir Giraffen. Und ich muss nicht lange warten. Nach einigen Impalas und Elen-Antilopen tauchen schon die ersten am Wegesrand auf. Flüchten ein Stück, wenn wir ihnen zu nahe kommen, was immer aussieht, als würden sie in Zeitlupe rennen, bleiben wieder stehen und schauen uns abwartend an. Auch der Löwen-Wunsch wird bald erfüllt. Unser Guide entdeckt eine junge Löwin im Schatten unter einem Baum. Da Selous kein Nationalpark ist, darf man hier offroad fahren. Langsam nähern wir uns der dösenden Löwin, und ich frage mich schon, wie nahe er denn noch heran will, immerhin sitzen wir in einem offenen Wagen, und ich bin auch noch dem Tier am nächsten. Schließlich stoppt er den Wagen keine zehn Meter von ihrem Ruheplatz entfernt und macht den Motor aus. Die Löwin schaut gelangweilt und schließt dann wieder die Augen. Wir verhalten uns ruhig, Mussa erklärt mit leiser Stimme Wissenswertes über Löwen. Auf der Weiterfahrt sehen wir noch eine Horde Paviane (Yellow Baboons), die einen Riesenrabatz machen, sich streitend verfolgen und uns zum Lachen bringen.

Selous Wildreservat, Offener Wagen von Sand Rivers Selous © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Selous Wildreservat,, Löwin © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Selous Wildreservat, Leopard im Baobab © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Selous Wildreservat, Zebras © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Selous Wildreservat, Giraffe © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Selous Wildreservat, Giraffen am Fluss © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Es ist heiß, jetzt am späten Vormittag brennt die Sonne gewaltig vom Himmel, und ich bin froh, dass der Wagen ein Schattendach hat. Mussa fährt nun über steinige und teils steile Wege zur Lodge. Das Manager-Paar Mark und Chloé begrüßt uns herzlich. Mit einem kühlen feuchten Tuch und bei einem Welcome Drink erhalten wir erste Erklärungen zur Anlage und zum richtigen Verhalten. Dann werden wir auf unsere Zimmer begleitet. Ich bin ja schon einmal hier gewesen, damals aber nur für eine Stippvisite. In meiner Erinnerung war Sand Rivers mit seiner offenen, rustikalen und doch stilvollen Bauweise und Einrichtung eins der schönsten Camps in Selous. Als ich mein Zimmer betrete, ist die Erinnerung wieder da, und ich bin glücklich, dass ich diesmal hierbleiben darf, dass ich in diesem Himmelbett schlafen darf, in diesem offenen Haus, in dem nichts geschlossen wird außer dem Moskitonetz über dem Bett. Ein kleiner Gecko sitzt an der weiß verputzten, halbhohen Wand und verschwindet, als ich näher komme. Vor mir liegt der Rufiji, der jetzt nicht wie damals im Juni als kraftvoller Strom schnell vorbeischießt, sondern ruhig zwischen Sandbänken fließt und hier und da stille Lagunen bildet. Die Häuser mit ihren spitzen Dächern stehen weit auseinander und sind dicht eingewachsen, so dass man von seinen Nachbarn nichts sieht und hört. Ich ziehe mir erst einmal die lange Hose aus, auch das Unterhemd brauche ich nicht. In den offenen Regalfächern liegen Kikoys, leichte schmale Baumwolltücher mit Fransen, die hier im östlichen Tansania von Männern wie Frauen getragen werden und die sogar stadtfein sind, da sie die Knie verhüllen. So ein Kikoy kommt jetzt wie gerufen, und ich wähle den lila-gelben.

Sand Rivers Selous, Zimmerbeispiel © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Sand Rivers Selous, Bad © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Sand Rivers Selous, Lounge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Sand Rivers Selous, Blick von der Lounge auf den Rufiji © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Sand Rivers Selous, Lounge und Rufiji © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Sand Rivers Selous, Pool © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Sand Rivers Selous, Privatpool einer Suite © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Sand Rivers Selous,Eingang zu einem Chalet © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Sand Rivers Selous, Liebevolle Dekoration © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

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