Svenja gründete 2001 Outback Africa Erlebnisreisen, nachdem sie mehrere Jahre in Südafrika gelebt, ein Safariunternehmen mit aufgebaut und Campingtouren durch die Länder des südlichen Afrika begleitet hatte. Svenja ist Geschäftsführerin und Safari-Beraterin insbesondere für Privatreisen und Flugsafaris. Zu ihren Lieblingszielen gehören Malawi, Kenia und Tansania.
27.11.2012Vor uns glitzert ein silbriges Band in der Sonne. Zwischen den Häufchenwolken, durch die wir fliegen, scheint es hindurch, kommt näher. Bald sind wir genau über dem breiten Rufiji River, der Lebensader, die den Norden des riesigen Selous Wildreservats durchzieht. Er schlängelt sich, fächert sich auf, bildet Lagunen, helle Strände, steile Böschungen und weite Schwemmwiesen. Ich sehe die Hippos im Wasser, es sind viele. Ein Stück folgen wir in der Cessna Caravan dem Lauf des Rufiji, dann verlieren wir an Höhe. Eine schmale Piste aus roter Erde ist vor uns zu erkennen. Routiniert landet der Pilot auf der holprigen Landebahn von Kiba. Im Schatten neben der Piste stehen zwei Fahrzeuge, zwei Männer von Sand Rivers Selous steigen aus, lachen, winken. Wir sind da.
Selous hat mich wieder, nach zweieinhalb Jahren, und es begrüßt uns mit zartgrünen Bäumen und einem feinen Teppich aus Gras, den die ersten Regenfälle jetzt im November gebracht haben. Schon ist das Flugzeug wieder abgehoben, es hat noch Gäste an Bord, die zu einem anderen Airstrip in Selous wollen. In eins der Fahrzeuge werden unsere Taschen eingeladen, in das andere setzen wir uns. Auf dem Weg nach Sand Rivers wollen wir uns Zeit lassen und gleich die erste Pirschfahrt machen. Welche Tiere wir gern sehen wollen, fragt unser Guide Mussa. "Löwen!", tönt es, ich wünsche mir Giraffen. Und ich muss nicht lange warten. Nach einigen Impalas und Elen-Antilopen tauchen schon die ersten am Wegesrand auf. Flüchten ein Stück, wenn wir ihnen zu nahe kommen, was immer aussieht, als würden sie in Zeitlupe rennen, bleiben wieder stehen und schauen uns abwartend an. Auch der Löwen-Wunsch wird bald erfüllt. Unser Guide entdeckt eine junge Löwin im Schatten unter einem Baum. Da Selous kein Nationalpark ist, darf man hier offroad fahren. Langsam nähern wir uns der dösenden Löwin, und ich frage mich schon, wie nahe er denn noch heran will, immerhin sitzen wir in einem offenen Wagen, und ich bin auch noch dem Tier am nächsten. Schließlich stoppt er den Wagen keine zehn Meter von ihrem Ruheplatz entfernt und macht den Motor aus. Die Löwin schaut gelangweilt und schließt dann wieder die Augen. Wir verhalten uns ruhig, Mussa erklärt mit leiser Stimme Wissenswertes über Löwen. Auf der Weiterfahrt sehen wir noch eine Horde Paviane (Yellow Baboons), die einen Riesenrabatz machen, sich streitend verfolgen und uns zum Lachen bringen.
Es ist heiß, jetzt am späten Vormittag brennt die Sonne gewaltig vom Himmel, und ich bin froh, dass der Wagen ein Schattendach hat. Mussa fährt nun über steinige und teils steile Wege zur Lodge. Das Manager-Paar Mark und Chloé begrüßt uns herzlich. Mit einem kühlen feuchten Tuch und bei einem Welcome Drink erhalten wir erste Erklärungen zur Anlage und zum richtigen Verhalten. Dann werden wir auf unsere Zimmer begleitet. Ich bin ja schon einmal hier gewesen, damals aber nur für eine Stippvisite. In meiner Erinnerung war Sand Rivers mit seiner offenen, rustikalen und doch stilvollen Bauweise und Einrichtung eins der schönsten Camps in Selous. Als ich mein Zimmer betrete, ist die Erinnerung wieder da, und ich bin glücklich, dass ich diesmal hierbleiben darf, dass ich in diesem Himmelbett schlafen darf, in diesem offenen Haus, in dem nichts geschlossen wird außer dem Moskitonetz über dem Bett. Ein kleiner Gecko sitzt an der weiß verputzten, halbhohen Wand und verschwindet, als ich näher komme. Vor mir liegt der Rufiji, der jetzt nicht wie damals im Juni als kraftvoller Strom schnell vorbeischießt, sondern ruhig zwischen Sandbänken fließt und hier und da stille Lagunen bildet. Die Häuser mit ihren spitzen Dächern stehen weit auseinander und sind dicht eingewachsen, so dass man von seinen Nachbarn nichts sieht und hört. Ich ziehe mir erst einmal die lange Hose aus, auch das Unterhemd brauche ich nicht. In den offenen Regalfächern liegen Kikoys, leichte schmale Baumwolltücher mit Fransen, die hier im östlichen Tansania von Männern wie Frauen getragen werden und die sogar stadtfein sind, da sie die Knie verhüllen. So ein Kikoy kommt jetzt wie gerufen, und ich wähle den lila-gelben.
Diese Website verwendet Cookies. Wir werten damit aus, wie Besucher unser Web-Angebot nutzen,
und können so das Erlebnis auf unseren Seiten weiter verbessern. Dazu geben wir auch
Informationen an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner
führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen
bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie geben
Ihre Einwilligung dazu und zur Anzeige personalisierter Werbung, wenn Sie nachfolgend auf OKAY
klicken und unsere Webseite weiterhin nutzen.
Detaillierte Informationen zu diesen Themen und Möglichkeiten, den Einsatz dieser Instrumente zu
unterbinden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Vielen Dank für Deinen Kommentar zu diesem Beitrag.
Weil es viel Missbrauch durch Spam-Roboter gibt, prüfen wir jeden Eintrag. Echte Kommentare veröffentlichen wir in der Regel bis zum nächsten Werktag.
noch keine Kommentare