Ein freier Tag in Windhoek - Reisebericht Vom Kap nach Namibia (16/20)

von Susanne Schlesinger

16.Oktober 2012Nun heißt es Abschied nehmen. Wir frühstücken noch ein letztes Mal mit den anderen, dann gibt es ein schnelles letztes Gruppenfoto und wir winken dem Truck hinterher, der um die Ecke biegt. Ein bisschen verlassen fühlen wir uns schon – man kann sich schnell an die Gesellschaft gewöhnen. Den Vormittag verbringen wir im Guesthouse und fahren gegen Mittag in die Stadt.Das Taxi, das vom Guesthouse bestellt wurde, hat keine Nummer auf der Heckscheibe. Dieses hier hat aber einen Aufkleber auf der Tür und der Fahrer sagt, dass es an der Independence Avenue auch einen Taxistand gibt. Er rät uns, uns dort wieder einzufinden, wenn wir nach Hause fahren wollen.Die Christuskirche ist erst ab 14 Uhr geöffnet, und deshalb schlendern wir noch etwas durch die Stadt und werden natürlich gleich von zwei jungen Männern mit sehr gutem Deutsch angesprochen, die wohl als Kinder in Deutschland gelebt haben. Sie sammeln Spenden für ein Wiedersehenstreffen. Wir schalten nicht schnell genug auf den „Wir kommen aus Island“-Modus um und werden die beiden nur durch eine Spende wieder los. Später nutze ich das kostenlose WLAN des Guesthouses, um mich näher mit der Geschichte dieser Kinder zu befassen, und stoße auf interessante Fakten, die ich als ehemalige DDR-Bürgerin nicht wusste. Ich finde allerdings auch Infos, dass es sich bei den Geldsammlern um Betrüger handelt. Egal - die Information und die faszinierende Story sind die 100 Namibia-Dollar allemal wert.

Das monströse Independence Museum direkt neben der Christuskirche  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

In Windhoek leben Einwohner verschiedenster Stämme.  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Namibia wird häufig von Meteoriten getroffen.   © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen"

Deutsche Straßennamen finden sich überall © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Statue auf dem Gehweg vor einem teuren Souvenirladen  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Eine der zahlreichen kleinen Küchen, die in Windhoek auf dem Parkplätzen stehen.  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Ein bunter Souvenirladen  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen"

Alte und neue Gebäude stehen dicht nebeneinander  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen"

Spuren der deutschen Kolonialzeit  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen"

Wie gestern herrscht ein buntes Gewimmel auf der Independence Avenue. Wir schlendern noch etwas durch die Straßen und finden uns in dem Souvenirladen von gestern wieder, wo man neben gutem Kuchen auch gute Burger essen kann. Der Laden ist sehr empfehlenswert, wenn man afrikanischen Schmuck mag. Es gibt ganze Wände von Schmuck nach Farben sortiert, von dezent bis auffällig ist für jeden Geschmack etwas dabei.Für weitere Besichtigungen ist es viel zu heiß, und gegen 16 Uhr fahren wir zurück ins Guesthouse. Am Taxistand werden wir von einem Fahrer angesprochen, aber gleich kommen zwei hinterher und sagen: „Don't go, he is no Taxi“. Wir sehen dann auch warum – er hat überhaupt nichts am Fahrzeug, weder eine Nummer noch Aufkleber an der Tür. Wir nehmen dann ein anderes Taxi, und der Fahrer erklärt uns, dass die Taxis mit den großen Nummern lokale Taxis sind, die nicht zum Flughafen fahren oder in der Independence Avenue Fahrgäste aufnehmen dürfen. Die Fahrer fahren oft irgendwohin, wenn die Passagiere sich nicht auskennen oder eine schriftliche Adresse bei sich haben. Dafür sind sie relativ billig. Die anderen mit den Aufklebern an den Seitentüren sind Shuttles, die auch zum Flughafen fahren und einen festen Taxistand in der Innenstadt haben. Sie haben einen festen Preis unabhängig von der Anzahl der Fahrgäste und der Strecke.Wie erschöpft wir von der Reise sind, merken wir, als wir drei Stunden schlafen. Im Supermarkt haben wir uns mit Instantnudeln, Joghurt und Schokolade eingedeckt. Im Fernsehen gibt es hier James-Bond-Filme in Dauerschleife, und so machen wir uns einen gemütlichen Abend, bevor es morgen zum Flughafen geht.

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