Tansania macht Reisen plötzlich teurer

von Marco Penzel

Die tansanische Regierung hat am Abend des 23. Juni 2016 die Mehrwertsteuerbefreiung von touristischen Leistungen aufgehoben. Leider sehr kurzfristig, denn mit Wirkung vom 1. Juli 2016 ist die neue Regelung bereits in Kraft getreten. Seitdem ist in Tansania eine Mehrwertsteuer (VAT) von 18 Prozent auf folgende Leistungen zu entrichten: Pirschfahrten, Bootssafaris, Wandersafaris, Nationalpark- und Reservatsgebühren und alle Transferfahrten sowie Fahrten über Land mit Guide. Nicht betroffen sind die Übernachtungs- und Verpflegungskosten in den Lodges sowie Inlands- und Charterflüge. Zusätzlich sind zum 1. Juli auch die staatlichen Gebühren im Ngorongoro-Schutzgebiet angehoben worden.

Obwohl sich der Verband der tansanischen Reiseveranstalter (TATO) sehr engagiert darum bemüht hat, die überstürzte Einführung der Mehrwertsteuer zu verhindern oder zumindest eine faire Übergangsregelung zu erwirken, wird die neue Steuer bereits an den Einfahrten zu den Nationalparks kassiert – pünktlich zum Beginn der Hochsaison.

Wir von Outback Africa Erlebnisreisen stehen in engem Kontakt zu unseren Partnern in Tansania, die seit Bekanntwerden der neuen Regelung mit Hochdruck daran arbeiten, den genauen Erhöhungsbetrag pro Kunde und Safari auszurechnen. Wir kommen leider nicht umhin, die entstehenden Zusatzkosten auch bereits gebuchten Kunden noch in Rechnung zu stellen. Unsere Partnerfirmen haben uns aber zugesagt, dass sie einen Teil der neuen Kosten abfangen werden. Und wir werden das unsrige dafür tun, dass die Erhöhung so moderat wie möglich ausfällt und sich – gerade bei kurzfristigen Abreisen – bestenfalls auf die Erhöhung der Nationalparkgebühren beschränkt.

Die Erhöhung könnte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen. Die Willkür und Kurzfristigkeit hat auch für einen großen Aufschrei im Tourismussektor gesorgt. In einer Zeit, in der wir eigentlich voller Energie an der Kalkulation unserer Reiseangebote 2017 arbeiten, müssen wir nun vielen Kunden schlechte Nachrichten überbringen, haben enorme zusätzliche Erklärungs- und Verwaltungsarbeit und müssen vor dem Berechnen unserer Tansania-Reisen 2017 erst einmal die verbleibenden Reisen 2016 neu kalkulieren. Da kommt Freude auf. Wie formulierte es einer unserer Tansania-Partner so treffend: „Es ist zum in den Tisch beißen, keiner dieser unsäglichen Politiker hat nur ansatzweise daran gedacht, was hier alles dranhängt.“

Möglicherweise bringen unsere betroffenen Reisegäste ja mehr Verständnis und Gelassenheit auf als wir selbst – wir können nur hoffen, dass sie sich die Freude auf ihre Tansania-Safari nicht nehmen lassen.

2 Kommentare

I. Nussbaumer

11.12.2016 um 15:30

Auch ich werde nicht mehr nach Tansania gehen, das ist jetzt schon die 2. beträchtliche Erhöhung innert 4 Jahren.
Gruss Ida

Ingolf Reinhardt

25.08.2016 um 14:02

Das diese Behördenwillkür ohne Vorwarnung und so kurzfristig umgesetzt wird, lässt in mir den Entschluss reifen, Tansania den Rücken zu kehren. Nicht für 2016, da geht leider nichts mehr zu stornieren, aber für die Zukunft werde ich Reisen nach Tansania aus meinem Programm streichen. Auch andere afrikanische Länder haben eine tolle Tierwelt. Hallo Botswana, auf ein neues.