Köstliche Cozze

von Svenja Penzel

„Ihr fahrt nach Italien? Da müsst Ihr unbedingt Zuppa di Cozze probieren, soooo lecker!“ schwärmte ein Freund von uns. Huch, das klingt aber komisch. Sollen wir wirklich? Ein paar Wochen später, auf Sardinien. Wir sitzen in einem Restaurant in unserem Ferienörtchen an der Küste, vor den Kindern stehen riesige Teller mit Pizza, vor Marco ein Fischgericht und vor mir eine Schüssel „Schwarz-Rot“, meine erste Zuppa di Cozze. Miesmuscheln in Tomatensoße. Unser Freund hatte Recht, sie sind tatsächlich lecker. Selbst unsere Kinder finden das, die mal probieren dürfen. Fast noch leckerer ist die cremige Tomatensoße, die ich langsam und genüsslich mit dem frischen weichen Brot esse, das dazu gereicht wird. Ich muss meinen Teller mehrmals vor dem abräumfreudigen Kellner verteidigen. Es bleiben in diesem Urlaub nicht meine einzigen Muscheln, denn auch Spaghetti di Cozze schmecken gut. Es wurde ein sehr schöner Urlaub mit viel Sonne, viel Hitze, viel Strand und viel Baden im wunderbar klaren Wasser. Und mit den obligatorischen Urlaubskarten. Unser Sohn schrieb gutgelaunt eine an seine zukünftige zweite Grundschulklasse.Wieder daheim, hatten sich die Temperaturen wenig geändert, wir blieben bei 36 Grad und das Freibad wurde unser Strand-Ersatz. Dort trafen wir eine Freundin, deren Kind auf die gleiche Schule geht wie unser Filius. Sie hatte in den Ferien noch etwas im Schulsekretariat abholen müssen. Dort war sie auf eine Tränen lachende Sekretärin gestoßen, die gerade die Urlaubskarte eines Kindes gelesen hatte. „Da schreibt doch tatsächlich ein Schüler, er durfte Mamas Cozze probieren!“ Ich habe die Freundin dann aufgeklärt, woraufhin das Gelächter nochmal groß war.Die Ferien sind bald vorbei, die große Hitze so langsam auch, und andere Touristen werden an anderen Orten dieser Welt Miesmuscheln verspeisen, die vielleicht in anderen Sprachen viel wohlklingendere Namen haben, verdient hätten sie es jedenfalls.

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