Zum 80. Geburtstag von Jane Goodall

von Susanne Schlesinger

Jane Goodall ist neben Dian Fossey die wohl bekannteste Verhaltensforscherin auf dem Gebiet der Menschenaffen. Auch die kanadische Forscherin Biruté Galdikas erforschte Orang-Utans in Borneo. Alle drei Frauen wurden in den 1960iger Jahren auf Anregung des englischen Paläntologen Louis Leakey motiviert, Langzeitstudien zu den drei Menschenaffenarten durchzuführen. Er erhoffte sich dadurch Rückschlüsse auf die Entwicklung der ersten Menschen, deren Überreste in der Olduvai-Schlucht in Tansania ausgegraben wurden. Während Galdikas eine studierte Psychologin und Anthropologin ist, verfügten Fossey und Goodall nicht über die akademischen Qualifikationen für das Forschungsprojekt. Leakey war jedoch davon überzeugt, die richtigen Kandidatinnen für das Leben in der Wildnis mit den Affen gefunden zu haben und ermöglichte die Forschungsreisen.In den Jahren 1960 bis 1962 lebte Jane Goodall im Gombe-Stream-Nationalpark, der im Nordwesten Tansanias vom Tanganyikasee und der Grenze zu Burundi begrenzt wird. Dort beobachtete sie mehrere Schimpansenfamilien. Goodall erkannte bei ihren Studien die Intelligenz und die Geschicklichkeit der Schimpansen ebenso wie ihr soziales Verhalten. Ihre Ergebnisse gelten als bahnbrechend und dienen auch heute noch als Grundlage für die Erforschung genetischer Abstammungen und die Entwicklung des frühen Menschen. Leider führten die Erkenntnisse auch dazu, dass Schimpansen verstärkt für Tierversuche missbraucht werden, weil sie dem Menschen so ähnliche Reaktionen und Verhaltensweisen zeigen.

Nach Beendigung der Forschungsarbeit studierte Jane Goodall erfolgreich in Cambridge, hatte mehrere Gastprofessuren im Bereich Psychiatrie, Humanbiologie und Zoologie und gründete 1977 das „Jane Goodall Institute for Wildlife Research, Education and Conservation" zum Schutz der gefährdeten Schimpansen. In Südafrika gibt es in der Nähe von Nelspruit eine Schimpansenauffangstation des Institutes „Chimp Eden", die sich um verwaiste, gequälte und vom Zoll konfiszierte Schimpansen kümmert.Seit den 1980iger Jahren bemüht sie sich um Aufklärung und Maßnahmen gegen Tierversuche und zum Schutz gefährdeter Lebensräume. Sie berät Regierungen und organisiert Aktionen für Kinder. Jane Goodall hat außerdem das „Great Ape Project" ins Leben gerufen, das sich für die Rechte der Menschenaffen einsetzt, die bisher nur für Menschen gelten.

Während Dian Fossey 1985 unter mysteriösen Umständen in Ruanda ums Leben kann, reisen Jane Goodall und Biruté Galdikas bis heute den größten Teil des Jahres in aller Welt, um Vorträge zu halten. Jane Goodall ist seit 2002 auch als Friedensbotschafterin der UNO tätig. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Titel für ihr Lebenswerk. Ihr Leben und ihre Forschungen wurden in zahlreichen Büchern und 2010 auch in dem Film „Jane’s Journey – die Lebensreise der Jane Goodall“ verewigt. In dem Film spielt Jane Goodall auch sich selbst. Es gibt weitere Dokumentationen über ihr Lebenswerk. Am 3.April 2014 wird Jane Goodall 80 Jahre alt. Wir gratulieren herzlich!

Wir unterstützen die Arbeit des Jane Goodall Institutes in Nelspruit, indem wir für jede Individualbuchung nach Südafrika eine Schimpansenpatenschaft übernehmen.

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