Neue Afrikaausstellung im Überseemuseum Bremen

von Susanne Schlesinger

Übersee-Museum Bremen
© Übersee-Museum Bremen, Foto: M. HaaseDas ehrwürdige Überseemuseum in Bremen ist seit dem 12. Oktober 2013 um eine Attraktion reicher. Der Ausstellungsbereich Afrika wurde neu gestaltet und lädt zu einer Safari durch die Tier- und Pflanzenwelt ein, bietet aber auch interessante Einblicke in Gesellschaft, Ressourcen und Alltag der Menschen. Die großzügigen und multimedialen Ausstellungen wurden interessant und ansprechend gestaltet. Alte und neue Elemente, afrikanische Kunst und viele Ausstellungsstücke sind dabei effektvoll in Szene gesetzt.
Von den ersten Menschen bis zur modernen afrikanischen Gesellschaft bieten sich vielfältige Impressionen, die zum Nachdenken anregen. Schädel vor Kopfrekonstruktion in Menschwerdung © Übersee-Museum Bremen, Foto: Matthias HaaseAn den Wänden präsentieren sich Kunstwerke, die bei näherer Betrachtung überraschende Materialien beinhalten – Dosen, Leiterplatten und natürlich viel afrikanische Farbigkeit. Ein besonderes Highlight ist die Metallskulptur einer Hererofrau der nigerianischen Künstlerin Sokari Douglas Camp.Das Bremer Überseemuseum wurde 1896 eröffnet. Der erste Direktor mit dem passenden Namen Hugo Schauinsland wollte den Besuchern „Die ganze Welt unter einem Dach“ bieten. Bremen bot als Hansestadt mit Handelsverkehr in die ganze Welt viele Möglichkeiten, exotische Exponate von fernen Kontinenten zu sammeln, die von Kapitänen und Missionaren teilweise gezielt für das Museum erworben wurden. Auch private Sammler stifteten Exponate für das Museum. Von kleinen Schmuckstücken bis zu Schreinen, Tempeln und Booten, dazu Knochen und Tierpräparate – hier findet sich eine große Vielfalt. Metallskulptur "Looking vor Grace" von Sokari Douglas Camp in Gesellschaft © Übersee-Museum Bremen, Foto: M.HaaseNatur- und Völkerkunde, Kuriositäten und ein wenig Gruselkabinett – das alles bot das Überseemuseum seinen Besuchern in Schaukästen und Ausstellungen nach Kontinenten sortiert. Besonders beliebt waren und sind die großen Dioramen, die exotische Tiere im natürlichen Lebensraum darstellen. Hier haben auch lebensgroße Netzgiraffen, Leoparden, ein Löwenrudel oder Spitzmaulnashörner genügend Platz.In den letzten Jahren wurden die Ausstellungsräume hinter der Fassade des historistischen Baus modernisiert und ausgelichtet, neu zusammengestellt und nach neusten museumspädagogischen Gesichtspunkten gestaltet. Der alte, düstere Charme der vergangenen Zeit ist dabei etwas verloren gegangen, lässt sich aber in dem benachbarten Schaumagazin noch erahnen. Hier bekommt man einen Eindruck von der tatsächlichen Größe der Sammlungen – dicht an dicht stehen Gefäße, Waffen und Kunstgegenstände aller Art in den Vitrinen, in Schubladen finden sich Textilien und Schmuck. Geparden-Diorama in "Afrika"
© Übersee-Museum Bremen, Foto: Matthias HaaseMan sollte also Zeit mitbringen, um die fernen Welten in Ruhe zu erkunden, sich die Videopräsentationen anzusehen und afrikanischer Musik zu lauschen. Neben den Dauerausstellungen gibt es auch Sonderveranstaltungen zu verschiedenen Themen, natürlich im Moment sehr viel zum Themenschwerpunkt „Afrika“. Die Internetseite des Überseemuseums informiert über aktuelle Veranstaltungen und Termine.Das Museum befindet sich direkt neben dem Bremer Hauptbahnhof und hat von Dienstag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Montag ist geschlossen.

ein Kommentar

Homepa.ge

20.11.2013 um 21:50

Eine Safari mitten in Bremen! Wundervoll :) Dank dieser Ausstellung habe ich viel über die Tierwelt und einiges über die Pflanzenwelt Afrikas gelernt. Was mich überrascht hat war das man auch einiges über Kultur und Lebensweise lernen kann.

MfG

Homepa.ge