Garonga Safari Camp und Little Garonga Camp

von Jens Döring

Vom Khaya Ndlovu Manor House brauche ich etwas weniger als eine Stunde entlang der sehr gut ausgebauten Regionalstraßen 40 und 526, bis ich den Abzweig zum Garonga Safari Camp erreiche. Von der Lodge habe ich im Vorhinein bereits eine Anfahrtsbeschreibung erhalten und versuche mich, zu orientieren. Das fällt mir leicht, denn die Angaben sind sehr genau. Es geht runter von der Teerstraße und auf eine Sand- und Schotterpiste, die ganz schön ausgewaschen ist. Schnell werde ich mir bewusst, dass es die richtige Entscheidung war, einen SUV zu buchen. Es ist zwar kein Allradler geworden, aber das Quentchen mehr an Bodenfreiheit meines Hyundai iX35 erlaubt es mir, über die Auswaschungen und Bodenwellen mit ein paar km/h mehr zu fahren. Die Geschwindigkeit ist begrenzt auf 50 km/h, aber so schnell kann man hier gar nicht fahren, ohne sein Auto ernsthaft zu beschädigen. Ich folge brav den Fahrtanweisungen, bis ich nach etwa einer halben Stunde ein Tor erreiche. Hier beginnt das 22.000 Hektar große Makalali Private Game Reserve. Ich betätige die Klingel und lasse mir nach meiner Autorisierung einen Zugangs-Code durchgeben, den ich unter dem Klingelknopf in das Tastenfeld eingebe. Sesam öffne Dich! Das Tor surrt zur Seite und gibt mir den Weg frei in das Schutzgebiet. Kurz hinter dem Tor läuft mir auch schon eine Gepardenmutter mit ihren beiden Jungen über den Weg. Leider sind sie auch so schnell wieder weg, wie sie gekommen waren. Ein etwas unscharfer Schnappschuss durch dichtes Gestrüpp gelingt mir dennoch. Weitere zehn Minuten vergehen und ich erreiche das Camp. Insgesamt dauerte die Fahrt von Hoedspruit ungefähr eine Stunde und 45 Minuten.

Garonga Safari Camp

Ich werde von Elizma herzlich mit einer selbst gemachten Limonade empfangen, die mit mir einen unkomplizierten Check-In vornimmt und mich auch rasch zu meinem Zimmer bringt. Vorher bestaune ich noch vom Speisedeck aus die Aussicht auf den Trockenfluss, der direkt vor der Lodge eine große Schleife zieht, an der sich alle Gebäude und Einrichtungen des Camps hufeneisenförmig versammeln. Das erlaubt von überall einen guten Blick auf das Flussbett. Während meines Aufenthaltes steht vom letzten Regen stellenweise noch etwas Wasser auf dem sandigen Untergrund, was potentiell auch Tiere anlocken könnte. Zurückgesetzt von der Aussichts-/Speiseterrasse befindet sich die Bar. Nach dem man sich einen Drink genehmigt hat, kann man es sich vor dem großen Kamin gemütlich machen und in den zahlreichen Büchern blättern, die hier ausliegen. Nahe dem Parkplatz befindet sich ein gut ausgestatteter Souvenirshop.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Elizma zeigt mir nun mein Zimmer. Es ist eines von insgesamt sechs, jeweils drei verteilen sich links und rechts vom Hauptbereich entlang des Flusses. Es können also maximal 12 Gäste beherbergt werden. Schon von außen macht mein Chalet einen sehr großzügigen Eindruck. Und das soll sich auch im Inneren bestätigen. Vorher freue ich mich über die große Terrasse mit einer großen Hängematte. Das Chalet ist an drei Seiten gemauert, nur die Eingangsseite und das Dach sind aus Zeltstoff. Die Außenmauern sind an einigen wenigen Stellen stilistisch aufgebrochen, um Licht ins Innere gelangen zu lassen. Diese offenen Elemente sind dann mit Moskitonetz bespannt, damit ungeliebte Quälgeister draußen bleiben. Leider lassen sich diese Stellen nicht komplett schließen, sodass ich mir vorstelle, dass es im Winter etwas zugig werden könnte. Dafür gibt es aber dann dicke Decken und Wärmflaschen. Im Mittelpunkt steht das große Doppelbett. Daneben erstreckt sich eine kleine gemauerte Sitzgelegenheit mit einer dicken Auflage, die im Notfall auch als drittes Bett fungieren kann. Auf der anderen Seite des Bettes befinden sich dann Schreibtisch und offener Kleiderschrank, der ebenfalls gemauert ist. Dort sind auch Safe sowie Tee- und Kaffeestation zu finden. Hinter dem Bett befindet sich das halboffene Bad. Es glänzt mit doppelter Innendusche, Doppelwaschbecken und separatem WC. Wer möchte, kann aber auch die Außendusche nutzen. Es fehlt nur die Badewanne, die aber nicht wirklich vermisst wird. Dafür gibt es ein anderes kleines Highlight, auf das ich später noch zu sprechen komme. Witziges Detail auf dem WC: Hier liegt ein altes Comic-Heft aus, damit es den Gästen beim Verrichten diverser Geschäfte nicht zu langweilig wird.Während der Pirschfahrt hält sich die Ausbeute gering. An Großwild bekommen wir einen Elefanten und ein Löwenrudel zu sehen, ansonsten diverse kleine und große Antilopen:

 

Zurück in der Lodge wird für das Abendessen der Hauptbereich stimmungsvoll mit vielen Kerzen erleuchtet. Die Gäste sitzen einzeln an verschiedenen Tischen, die sich verstreut auf der Terrasse, dem Sonnendeck, am Pool, an der Feuerstelle und der Aussichtsplattform befinden. Das sorgt für viel Privatsphäre und individuelle Momente. Hin und wieder werden die Abendessen aber auch in der Boma veranstaltet, wo dann alle gemütlich beisammen sitzen. Nach dem Abendessen sitzt noch eine Handvoll Gäste am Kamin und erzählt sich die Pirschfahrt-Erlebnisse der letzten Tage. Man kann augenscheinlich weitaus mehr sehen als Löwen, Elefanten und Antilopen. Nur den Büffel, den gibt es hier nicht. Daher ist das Reservat leider kein „Big Five Country“. Dafür sind aber auch Geparden, Hippos, Krokodile und Hyänen zu finden. Es empfiehlt sich deshalb eine Kombination mit einem der zahlreichen Reservate des Greater Kruger Parks.Ein romantisches Highlight der Lodge: In einem abgelegenen Winkel mitten im Busch befindet sich eine frei stehende Badewanne, die auf Wunsch am Abend stimmungsvoll mit Kerzenlicht beleuchtet wird. Das Bush-Bath ist besonders bei Hochzeitsreisenden sehr beliebt.Was mir am Garonga Safari Camp besonders gefällt:Die Zimmer sind großzügig, die Aktivitäten vielfältig (Pirschfahrten, Buschwanderungen, Bush-Bath, Sleep-out, Boma, Bush Picknicks, Massagen). Die geringe Gästezahl spricht ebenfalls für das Camp. Beim Abendessen sitzen die Gäste getrennt mit ausreichend Privatsphäre und gut verteilt auf dem Speisedeck oder einem der anderen zahlreichen Holzdecks am Pool oder an der Feuerstelle. Schön finde ich auch das Sleep-Out, das nur von einem Paar pro Nacht genutzt werden kann und bei dem kein Ranger dabei ist. Das macht es sehr intim und exklusiv. Damit ist das Camp ein empfehlenswerter Anlaufpunkt für Honeymooner!Was mir nicht so gefällt:Manche Kunden könnten sich eventuell an der offenen Gestaltung der Zimmer stören (an einigen Stellen der Außenwände gibt es offene Strukturen, die nur mit einem Moskitonetz bespannt sind, auch das Bad ist offen und nur die Toilette separat). Im Winter könnte es daher in den Zimmern kälter werden, als man das in einer gemauerten Unterkunft erwarten würde. Die Tierbeobachtungen waren während meines Aufenthaltes durchschnittlich, obwohl ich bei der Anreise im eigenen Auto schon zwei Geparden neben der Straße aufspüren konnte. Vielleicht waren die Erwartungen an die Pirschfahrten daraufhin etwas zu hoch geschraubt. Die Gebühren für das WLAN (75 Rand pro Tag) sind frech. Leider gibt es hier keine Büffel. Wer also die Big Five sehen möchte, sollte Garonga mit einem der anderen Wildreservate des Greater Kruger Nationalparks kombinieren oder eine der privaten Safari-Lodges innerhalb des Krüger Nationalparks.

Little Garonga Camp

Bevor ich mich auf die Weiterreise mache, schaue ich mir am Morgen noch das Little Garonga Camp Camp an. Es liegt nur drei Minuten Fußweg vom Hauptcamp entfernt. Es ist ein wenig kleiner und kann in drei Suiten maximal acht Gäste beherbergen. Ähnlich wie im Hauptcamp gibt es hier ebenfalls einen Swimmingpool, Frühstücksterrasse und Speisebereich. Die Ausstattung ist ähnlich zum Hauptcamp, der Stil der Chalets differenziert sich jedoch deutlich. Hier geht es weitaus weniger verspielt zu. Die Suiten befinden sich in klassischen Chalets mit Fenstern und Schiebetüren ohne Zeltwand und mit einem Strohdach statt Zeltplane. Außerdem verfügen die Bäder alle über eine Badewanne. Eine der Suiten ist als Familien-Suite mit zwei Schlafzimmern gestaltet. Diese verfügt über einen eigenen kleinen Pool.Wer es also gerne noch kleiner und intimer hätte, ist in Little Garonga bestens aufgehoben. Zudem kann das Camp auch exklusiv für acht Gäste gebucht werden und man hat dann Köche, Ranger und die Anlage ganz für sich allein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Was mir an Little Garonga besonders gefällt:Die Hambleden Familien Suite mit ihrem eigenen kleinen Pool und die intimere Atmosphäre.Was mir nicht so gefällt:Der Speiseraum im Hauptbereich wirkt wie eine Kantine und ist nicht gerade wohnlich. Das Hauptcamp liegt recht nahe, sodass man durchaus auch Geräusche von dort wahrnehmen könnte. Die Ausblicke finde ich im Hauptcamp schöner, Little Garonga ist zu Gunsten eine größeren Privatsphäre eher zugewachsen.

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