Svenja gründete 2001 Outback Africa Erlebnisreisen, nachdem sie mehrere Jahre in Südafrika gelebt, ein Safariunternehmen mit aufgebaut und Campingtouren durch die Länder des südlichen Afrika begleitet hatte. Svenja ist Geschäftsführerin und Safari-Beraterin insbesondere für Privatreisen und Flugsafaris. Zu ihren Lieblingszielen gehören Malawi, Kenia und Tansania.
Rot, Orange, Gelb - alles falsch. Grün, Braun, Beige - richtig. Wovon spreche ich? Davon, wie man sich auf Pirschfahrten und Buschwanderungen zu kleiden hat. „Keine grellen Farben“, heißt es immer wieder. Also stürmt der Afrika-Erstbesucher die Outdoor-Läden der Republik und kauft Khaki, Khaki, Khaki. Auf dem Kopf noch eine Khaki-Kappe, Sonnenschutz ist wichtig. Und so sitzen sie dann einheitlich nebeneinander. Halt, da ist einer mit einem dunkelblauen oder schwarzen Oberteil. GANZ FALSCH. Was, nicht gewusst, dass diese Farben Tsetsefliegen anziehen (und zusätzlich noch die afrikanische Hitze)? Bald werden ausgezogene Schuhe bemüht, um die lästigen Fliegen im Fahrzeug totzuschlagen, und der unwissende Reisegast versinkt vor Scham im Boden. Besser weiße Kleidung, denkt er sich, und kommt am nächsten Tag im blütenweißen Oberteil, Ton in Ton mit der Hose, die schon nach den ersten Kilometern entlang staubiger Pisten einen bräunlichen Schimmer bekommt. Spätestens nach dem Mittagessen aus der Lunchbox, gegessen im Fahrzeug (wegen der Paviane, die draußen lauern), sieht die Hose nicht mehr wirklich weiß aus. Aber warum denn nun kein Rot? Ich weiß es bis heute nicht. Zumal es eine erfolgreiche Safari-Firma in Südafrika gibt, die seit Jahren mit knallroten Trucks herumfährt, aus denen die Kunden hervorragende Tiersichtungen machen. Können Löwen Rot erkennen? Und wenn ja, was schadet oder nutzt das? Jeder Guide erzählt den Gästen doch, die Raubtiere erkennen die Silhouette eines Menschen erst, wenn er sich aus dem Fahrzeug lehnt, ansonsten bestehe keine Gefahr. Ich war mal mutig und ging in oranger Fleece-Jacke auf Pirschfahrt. Niemand meckerte. Als wir an einem anderen Tag morgens zu Fuß auf Elefantenpirsch gingen und ich wieder diese Jacke trug, kamen wir den Tieren recht nahe. Dann passierte eine Weile nichts, und der Guide bat mich, die Jacke auszuziehen. Tat ich natürlich, denn der Guide war bewaffnet (und warm genug war es mittlerweile auch). An der Situation änderte sich jedoch nichts, wir sahen den Tieren beim Trinken zu, ich trug die Jacke im Rucksack und fragte mich, ob ich den Elefanten so besser gefalle. Meine Vermutung ist, dass die ganze Safari-Kleiderordnung weniger wegen der Tiere gilt, sondern mehr wegen der Menschen. Lodge-Betreiber, Safari-Guides und auch ganz normale Touristen möchten diese grellen Farben nicht sehen, weil sie ganz einfach nicht in die Savanne passen. Also passt man sich an und kauft zur Sicherheit noch eine Khaki-Bluse. Oder lieber zwei. Und noch eine dunkelgrüne Cargohose, die sich täglich bewährt, die auch nach fünf Tagen auf Holperpisten bequem sitzt und die von Dreck, Staub, Schweiß, Sonnencreme und Schmierfingern eine ganz individuelle Patina erhalten hat. Dann riecht sie auch wie Safari (Deo ist auf Pirschfahrten ja ebenfalls verpönt), und idealerweise steht sie am Ende des Urlaubs von allein. So muss es sein.
2 Kommentare
Beate Lingg
21.09.2013 um 08:29
Liebe Svenja, Löwen mögen vielleicht kein Rot sehen, aber Elefanten tun es. Wir fuhren 150.000 km durch Afrika in 5 Jahren mit einem weinroten Pajero. In Gegenden in denen es bekannt war, dass Massai Krieger wilderten, wurden wir häufig von Elefanten bedroht. Speziell im Ruaha NP in Tansania passierte das und wir konnten sogar beobachten, dass die Ellies, die uns vorher gejagt hatten, weisse Autos völlig ignorierten.
Liebe Grüsse aus dem saukalten Kapstadt (5°),
Bee
Normalerweis sind schwarz-weiss DIE Warnfarben in der Tierwelt, aber auch Rot oder knallgelb gehören dazu.
Susanne
04.09.2013 um 16:04
Hallo Svenja, die Frage in der Überschrift wird in dem neuen Artikel "Auf Pirschfahrt-Löwen" beantwortet... und noch einige mehr!
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