Mara House: Mit Kindern in Kenia

von Marco Penzel

Mara House, 15.03.2012 - Die Schnauze des Geländewagens neigt sich tief nach unten. Die Räder plätschern durchs Wasser eines kleinen Flusses. Dann geht es am anderen Ufer den steilen Hang hinauf. Elises erstes River-Crossing. Unsere Tochter ist sechs und sitzt auf dem Schoß unseres Guides Salaash. Wir sind auf Pirschfahrt im Mara North Schutzgebiet am Rande der Massai Mara. Salaash hat Gas- und Bremspedal unter Kontrolle, in Elises Lenkmanöver muss er nur selten eingreifen. "Du fährst viel besser als Dein kleiner Bruder Simon" flüstert Salaash, "aber das verraten wir ihm nicht." Simon (4) durfte schon öfter auf Salaashs Schoß sitzen und sich wie der Fahrer fühlen. Unser Guide hat ein Gefühl dafür, wenn es den Kleinen langweilig wird und eine Idee gefragt ist, um sie bei Laune zu halten. Und eine Engelsgeduld hat er noch dazu.Salaash zeigt auf zwei goldgelbe Punkte in einiger Entfernung vor uns im Gras. Es sind zwei Löwen, die sich in der Abendsonne ausruhen. Wir stoppen nicht weit von den beiden Katzen und müssen unsere Pläne für den Sundowner ändern. Eigentlich wollten wir uns ein schönes Plätzchen suchen, wo man aussteigen kann, die Kinder auf den Felsen herumklettern können und wir mit einem kühlen Drink vor dem Sonnenuntergang auf einen gelungenen Tag anstoßen. So wie gestern, als Salaash und Batinga, unser Fährtenleser, den Kindern gezeigt hatten, wie man nur mit zwei Stöckchen und etwas trockenem Gras ein Lagerfeuer entzünden kann.

Elise am Steuer unseres Safariwagens © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Löwen in der Mara North Conservancy © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Sundowner-Picknick auf dem Autodach © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Simon hat einen Logenplatz © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Gnus mit Nachwuchs in der Massai Mara © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Morgenspaziergang in der Mara mit Salaash © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Pause in der Savanne © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Lunch-Buffet am Safariwagen © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Feueranzünder © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Unser kleines Lagerfeuer © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Tschüss, Massai Mara! © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Dieser Flieger bringt uns direkt an den Strand. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Nun sind aber die Löwen da. Die Guides verfrachten die Utensilien durch die Luken aufs Dach des Wagens. Wir klettern ebenfalls nach oben. Salaash mixt Gin&Tonic, und unser Sundowner findet in direkter Nachbarschaft zu den Löwen statt. Elise und Simon können nicht still sein, unser Ermahnen hat kaum Wirkung. Immer wieder plappern sie aufgeregt und viel zu laut los. Das scheint die Löwen nicht zu stören, wohl aber die Gäste in einem Pirschfahrzeug, das neben uns gehalten hat. Sie fahren weiter und suchen sich eine andere Location für ihren Sundowner. Bei uns bleibt ein bisschen schlechtes Gewissen zurück. Gleichzeitig sind wir heilfroh, dass dies die einzige Situation auf unserer Safari ist, in der wir als Familie andere Gäste stören. Denn wir haben nicht nur das Privileg eines eigenen Pirschfahrzeugs mit privatem Guide, sondern als Unterkunft auch noch ein ganzes Haus für uns allein, das Mara House von Nomadic Encounters. Es liegt abgeschieden in den Bergen, eine gute halbe Fahrstunde von den tierreichen Ebenen der Mara North Conservancy entfernt. Doch Tiere kommen bis ganz in die Nähe unseres Hauses. Wir können sie morgens schon vom Bett aus am Wasserloch beobachten. Auf dem gleichen Grundstück, noch etwas näher am Wasserloch, steht das Acacia House, das wie das Mara House drei Schlafzimmer mit eigenem Bad hat und an Familien oder kleine private Gruppen vermietet wird. Beide Häuser teilen sich einen Swimmingpool. Da das Acacia House gerade nicht belegt ist, haben wir auch den Pool für uns allein. Lediglich die beiden Söhne der Vermieterin Rainee springen ab und zu gemeinsam mit unseren Kindern ins kühlende Nass. Simon und Elise besuchen die beiden in deren Kindergarten, einem extra Häuschen, in dem eine nette Vorschullehrerin den Nachwuchs betreut. Simon freut sich über diverse Spielsachen, Elise über die unendlichen Bastelmöglichkeiten. Unsere Kinder sprechen noch kein Englisch. Die Sprachbarriere ist ein kleines, aber kein unüberwindbares Hindernis. Wir übersetzen, wo es nötig ist. Bei Simon ist es nicht immer nötig. Er geht auf jeden zu und redet in Deutsch drauflos. Meistens bekommt er, was er will. So hat es ihm die Limonade angetan, die in einem Glas mit Zuckerrand serviert wird. Die gab es bei unserer Ankunft zur Begrüßung. Simon will sie nun täglich wieder. Er erklärt sein Begehren auf Deutsch, nimmt den Kellner bei der Hand und zieht ihn in die Küche. Nach ein paar Minuten steht die Zuckerrand-Limo auf dem Tisch.

Mara House - unser Häuschen am Rande der Massai Mara © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Eins der Schlafzimmer im Mara House © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Eins der Badezimmer im Mara House © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Das ganze Haus ist nur für uns. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Den Pool teilen wir uns mit dem Nachbarhaus. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Früh übt sich, wer ein Safari-Fotograf werden will: Wir testen den privaten kleinen Kindergarten der Gastgeberfamilie. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Das Essen hier hat eine britische Note. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Das Essen hier hat eine britische Note. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Tea Time im Mara House © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Frühstück auf unserer Veranda. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Schon von der Veranda aus sehen wir die ersten Tiere: links ein Wasserbock, rechts Antilopen am Wasserloch. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Unser Wohnzimmer im Mara House. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

"Was wollt Ihr morgen machen?", fragt uns Salaash beim Abendessen. Wann wir aufstehen, wo wir frühstücken, wohin wir fahren und wie lange wir unterwegs sein wollen, alles geht nach unseren Wünschen. So entscheiden wir uns einmal für ein spätes Frühstück auf unserer Veranda mit Blick auf das Wasserloch. An den anderen beiden Tagen brechen wir nach Kaffee und ein paar Keksen zeitiger auf. Das Frühstück gibt es dann später als Picknick draußen im Busch. Salaash hält mitten in einer großen, friedlich grasenden Zebra-Herde und parkt den Geländewagen im Schatten einer Akazie. Zuerst nimmt er Elise und Simon bei der Hand und unternimmt mit ihnen einen Spaziergang in Richtung der Zebras. Die Tiere achten auf eine gewisse Fluchtdistanz und bleiben ansonsten unbeeindruckt. Wir stehen mit einem heißen Kaffee da und können gar nicht glauben, dass diese Idylle echt ist. Und wieder haben wir alles für uns allein.Ein Reisebeispiel für eine Kombination aus Safari und Strand in Kenia mit dem Mara House finden Sie hier.

ein Kommentar

Dorothea Reinecke

28.07.2017 um 19:11

Suche keine Reise, sondern ein Spenden Konto für die Baby Elefanten. Bitte um Antwort! MfG Dorothea

Antwort von Susanne Schlesinger

Liebe Frau Reinecke, vielen Dank für Ihre Anfrage und für Ihre Spendenbereitschaft. Am einfachsten ist es, wenn Sie über die Internetseite www.sheldrickwildlifetrust.org einen kleinen Elefanten (oder mehrere adoptieren. Sie erhalten ein Zertifikat und können die Summe selbst bestimmen. Alternativ können Sie auch direkt eine Summe auf das Spendenkonto überweisen. http://www.sheldrickwildlifetrust.org/html/help.html

Sheldrick leistet wirklich gute Arbeit und Ihre Spende hilft nicht nur den Elefanten, sondern generell auch, den Artenschutz in Kenia zu verbessern.