Jens Döring gehört seit 2007 zum Outback Africa Team. Er reiste durch Südafrika, Namibia, Botswana und Tansania und berät kompetent zu diesen Safari-Zielen. Sein Lieblingsland Südafrika besucht er fast jedes Jahr und kennt neben den klassischen Höhepunkten auch viele Geheimtipps. Er ist unser Spezialist für individuelle Reisen und Selbstfahrerprogramme in Südafrika.
Dunes Lodge, Dune Camp und Private Camp. Das Boulders Safari Camp liegt etwa 60 Kilometer entfernt im Süden des Reservates. Während hier im zentralen Bereich die mit Buschmanngras bestandenen roten Sanddünen das Landschaftsbild der Namib beherrschen, sind es im Süden die Granitfelsen, zwischen denen das Boulders Camp errichtet wurde. Drei der vier Camps (Dune, Boulders und Private Camp) werden in der Zeit Januar bis März geschlossen, da die Gästezahlen dann am niedrigsten sind und die jährlichen Wartungsarbeiten durchgeführt werden können. Dann hat nur noch die Dunes Lodge geöffnet, die auch als einzige über einen Pool verfügt. Genauere Informationen über die einzelnen Camps folgen weiter unten. Wolwedans befindet sich etwas mehr als 100 Kilometer südlich vom Parkeingang zum Sossusvlei. Damit ist es nicht die ideale Ausgangbasis für die Erkundung des Sossusvleis. Daher empfehle ich als Ergänzung zu Wolwedans immer mindestens eine Übernachtung in der Nähe des Parkeingangs (z.B. in der Sossusvlei Lodge).Im Staff-Village angekommen, lassen wir unseren Mini-Bus stehen und steigen um in einen Landrover. Etwa 15 Minuten dauert die Fahrt in die roten Sanddünen, bis wir die Dunes Lodge erreichen. Sie liegt erhöht auf einem Dünenplateau und verwöhnt seine Gäste mit einem Panorama-Ausblick auf die Dünen und den Losberg. Der Hauptbereich wurde nach einem Brand erst vor kurzer Zeit neu erbaut. Man hat die Gelegenheit genutzt, und den Erholungsbereich mit Feuerstelle, Bibliothek, Bar, Teedeck und Lounge vom etwas geschäftigerem Treiben in Küche und Restaurant getrennt. Eine gute Lösung, wie ich finde. Die einzelnen Bereiche sind mit einem Holzsteg verbunden. Man hat von überall aus freien Blick auf eine kleine Wasserstelle, an der sich den ganzen Tag über Oryx-Antilopen versammeln, die es hier zur Genüge gibt. Die neun Zelte verteilen sich links und rechts vom Hauptbereich. Für Gäste, die weniger gut zu Fuß sind, sind die nahe dem Hauptbereich gelegenen Zelte 9, 8 und 7 zu empfehlen. Auch wenn man hier vielleicht mehr vom Treiben im Hauptbereich mitbekommt, müssen nur kurze Wege zurück gelegt werden.
Die Zelte 6 bis 1 liegen etwas abseits des Hauptbereiches auf der rechten Seite hinter einer Düne. Ein Holzsteg führt über den kleinen Dünenkamm, die letzten Schritte zu den Chalets werden auf dem roten Sand der Namib zurückgelegt. Jedes der Chalets verfügt über ein eigenes Badezimmer mit Dusche/WC, Doppelwaschbecken und Schminktisch. Im Schlafzimmer steht mittig ein großes Himmelbett mit Moskitonetz, ein Wäscheregal, zwei Stühle mit Tisch sowie einen Schreibtisch. Das Chalet lässt sich bis auf wenige Stellen komplett öffnen. Dann werden einfach nur die Zeltwände nach oben gerollt und man erhält so das Gefühl (fast) im Freien zu schlafen. Zu jeder Einheit gehört auch eine Sonnenterrasse, auf der zwei Liegestühle Platz finden. Es gibt in der Dunes Lodge auch ein Familien-Chalet, das dann aus zwei Schlafzimmern besteht und vier Personen beherbergen kann. Als kleinen Nachteil empfinde ich die mit etwa 10 Metern doch geringen Abstände zu den Nachbarzelten. Hat man selbst oder der Nachbar die Wände nach oben gerollt, ist freier Blick auf Nachbars Bett garantiert. Andere Gäste sind damit stets in Hörweite. Aber im Vergleich zur Lage der Lodge, dem gebotenen Service und dem vorzüglichen Essen ist dies meiner Meinung nach nur ein kleiner Schönheitsfehler. Stünden die Zelte weiter auseinander, hätte man zwar noch ein wenig mehr Privatsphäre, allerdings wäre der Weg zum Hauptbereich auch deutlich länger.
Sundownerfahrt in Wolwedans
Nach dem wir also die Zelte der Dunes Lodge bezogen haben, brechen wir zu einer Sonnenuntergangsfahrt im Landrover auf. Im Abendlicht leuchten die roten Sanddünen besonders stark und stehen in einem faszinierenden Kontrast zum strahlend blauen Himmel. Ich schieße an diesem Nachmittag unzählige Sand-Bilder. Kurz vor Sonnenuntergang legen wir einen Stopp ein, um den obligatorischen Sundowner zu genießen. Langsam verabschiedet sich die Sonne hinter einer Bergkette und lässt uns mit einem feuerroten Himmel staunend zurück. Zurück in der Lodge wird das sehr leckere Abendessen (es gibt Oryx) serviert. Müde und zufrieden gehen wir ins Bett und öffnen vorher noch die Zeltwand vor dem Bett. Es ist Vollmond und wir sehen selbst nachts um 24 Uhr noch deutlich die Konturen des Losberges und der Dünen. Wer da nicht zufrieden im Schoß von Mutter Natur zur Ruhe kommt, macht definitiv etwas falsch.
Mein Fazit: Eine einmalig gelegene Lodge mit fabelhaftem Ausblick. Der Anblick der mit Buschmanngras bewachsenen roten Sanddünen, die in einem scharfen Kontrast zu Namibias stahlblauem Himmel stehen, ist überwältigend. Auch den Service in der Wolwedans Dunes Lodge stufe ich als exzellent ein. Allein schon die Tatsache, dass die Servicemitarbeiter von Beginn an nach nur einmaliger Vorstellung unsere Namen kannten und auch im Kopf behielten, spricht Bände, wie viel Wert hier auf exzellente Servicequalität und einen maximalen Erlebnisgehalt gelegt wird. Wolwedans ist in meinen Augen weit mehr als nur eine perfekte Ergänzung zu einer Übernachtung am Sossusvlei, der leider zu weit entfernt ist. Minimumaufenthalt hier sollte zwei Nächte sein. Empfehlenswert ist auch eine Kombination mit dem Boulders Camp im Süden des Reservates, das sich wiederum in einer anderen Landschaftsszenerie mit Granit- und Basaltfelsen befindet.
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