Swala Camp und Tarangire Treetops - Tansania Reisebericht (6/19)

von Svenja Penzel

21.10.2011Eine Stimme weckt mich. Sie gehört einem Camp-Angestellten, der wie vereinbart zum Wecken kommt. Er stellt mir ein Tablett mit Kaffee, Milch und Zucker und ein paar Keksen hin. Ich bleibe noch ein paar Minuten liegen, dann setze ich mich im Bett auf und schaue durch die Netzfenster in den beginnenden Tag, es wird gerade erst hell. Auf meiner Terrasse sehe ich ein Dikdik vorbeihuschen. Um halb sieben treffen wir uns zum Frühstück. Viel Hunger habe ich noch nicht und begnüge mich mit einem Toast und einem selbst gebackenen Bananenmuffin - lecker! Wir wollen heute noch die Luxuscamps Swala und Tarangire Treetops anschauen. Auf Swala bin ich gespannt, Treetops kenne ich schon. So lasse ich das aus und kehre schon am späten Vormittag wieder ins Oliver's Camp zurück, froh um einen freien Nachmittag.Das exklusive Swala Camp gehört zur Lodge-Gruppe Sanctuary Retreats. Sie betreiben einige Camps in Botswana und Sambia, ein weiteres in Tansania (Kusini in der Serengeti) sowie je eins in Kenia und Uganda. Sanctuary steht für gediegenen Luxus, und auch das Swala Camp ist ganz vorzüglich. Es liegt einsam im südwestlichen Tarangire-Nationalpark, wo kaum noch Touristen unterwegs sind. Das Camp liegt auf einer kleinen Anhöhe, alle Gebäude sind im Bogen um eine Ebene mit Wasserloch und zwischen einige mächtige Baobabs gruppiert. Von den beiden Hauptgebäuden, von den Wohnzelten und vom Pool genießt man einen wunderbaren Blick auf diese Ebene, in der sich Zebras, Gnus und Antilopen, aber auch eine Menge Elefanten tummeln - sehr schön zu beobachten. Hier kann man also auch gut einmal einen ganzen Vor- oder Nachmittag einfach nur dasitzen und schauen, was sich am Wasserloch so tut. Die Zelte sind hell und freundlich, sehr großzügig, mit viel weißen Stoffen und hellen Sitzmöbeln gestaltet, sie wirken neu und modern und haben trotzdem ein echtes "Busch-Feeling".

Swala Camp

Swala Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Swala Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Swala Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Swala Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Swala Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Swala Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Swala Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Swala Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Swala Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Manager Liz und Garth begrüßen uns herzlich, Liz zeigt uns mehrere Zelte und gibt uns in Kürze die wichtigsten Details zum Camp. Es gibt insgesamt 12 Wohnzelte, davon sieben mit Doppelbett und fünf mit zwei einzelnen Betten. Ein drittes ist als Zustellbett möglich. Kinder sind erst ab 12 Jahren erlaubt - eine Sicherheitsmaßnahme, da viel Großwild in der Umgebung lebt und bis an die Zelte herankommen kann. Ich bekomme das auch sofort zu spüren, als ich mich ein paar Schritte vom Hauptgebäude in Richtung Wasserloch bewege, um den gesamten Hauptkomplex in den Sucher zu bekommen. Liz rennt mir sofort hinterher und holt mich zurück. Es seien erst am Vortag Löwen dort gewesen. Genau wie Oliver's Camp bietet auch Swala zwei Arten von Safari-Paket an: "game package" bedeutet, dass die Gäste per Flugzeug anreisen (der Kuro Airstrip im zentralen Tarangire-NP ist 45 Minuten Fahrt entfernt) und alle Aktivitäten von der Lodge bekommen, d.h. die Pirschfahrten, Nachpirsch und Wanderungen mit den Guides und Fahrzeugen der Lodge unternehmen. Bei dem günstigeren "full board" reisen die Gäste mit Wagen und Fahrer über Land von Arusha an, und der Fahrer führt mit ihnen auch die Pirschfahrten durch. Alle weiteren Aktivitäten müssen dann in der Lodge noch extra bezahlt werden. Die Mehrzahl der Gäste bucht Swala auf Basis "full board". Getränke sind bei beiden Varianten inklusive, ebenso auch der Wäscheservice. Swala hat einen Computer mit Internet, der den Gästen zur Verfügung steht, und bietet im Hauptbereich auch W-LAN. Handykontakt ist zwar schwach, aber relativ verlässlich. Strom gibt es 24 Stunden lang - 12 Stunden läuft der Generator, die anderen 12 Stunden eine Batterie. Während der Generatorstunden kann man sich im Zimmer sogar die Haare fönen, ein Fön ist vorhanden. Abgesehen von diesen Zugeständnissen an die Zivilisation (und von Swalas einmaligem Pizza-Ofen) sind sich Swala und Oliver's doch recht ähnlich. Beide bieten ein tolles Busch-Erlebnis für eine kleine Zahl von Gästen, beide legen Wert auf guten Service und ausgezeichnetes Essen, beide sind eher im oberen Preisbereich. Und bei beiden haben die Gäste zum Teil weite Wege. Dadurch, dass die Zelte so weit auseinander stehen, ist man zum Hauptkomplex von den äußersten Zelten aus recht lang unterwegs. Bei Swala beträgt die einfache Strecke ganze 400 Meter, die Distanz zwischen dem ersten und dem letzten Zelt beträgt fast einen Kilometer. Viel, viel Platz also für meist nicht mehr als 24 Gäste. Pirschwanderung in Tarangire © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Das dritte Luxuscamp, Tarangire Treetops, liegt außerhalb des Parks mit einer beschwerlichen Anfahrt über schlechte Pisten, aber auch dies steht Oliver's und Swala nicht nach und besticht mit einmalig gestalteten Baumhäusern mit allem Komfort in luftiger Höhe. Ich habe das Camp 2009 besucht, mein Bericht steht hier.So hat also der Tarangire-Besucher, der sich etwas Schönes und Exklusives gönnen möchte, die Qual der Wahl zwischen diesen drei Unterkünften, die alle das besondere Etwas haben und die ich alle drei wärmstens empfehlen kann. Mindestens für zwei Nächte, in der Zeit von Juli bis Anfang November sogar für drei Nächte, um nicht nur auf Pirsch zu sein, sondern auch Zeit zu haben, das Camp selbst zu genießen und sich dort zu erholen.Am späten Nachmittag erleben wir noch ein Highlight. Markus, der deutsch-südafrikanische Guide vom Oliver's Camp, geht mit uns auf eine Pirschwanderung. Er trägt eine Waffe und läuft vorweg, wir im Gänsemarsch schweigend hinter ihm her, und am Ende der obligatorische Nationalpark-Ranger, ebenfalls mit Waffe. Markus ist ein ausgezeichneter Guide und erklärt uns Dinge, die ich trotz zehn Jahren Afrika-Reiseerfahrung nicht wusste. Woran man anhand der Kopfform männliche und weibliche Elefanten unterscheidet. Wie man durch das Messen des Umfangs einer Elefantenfußspur auf die Größe des Elefanten schließen kann (funktioniert aber nur mit dem Vorderfuß). Wie und in welchen Altersstufen die Zähne bei Elefanten nachwachsen - sie wachsen von hinten nach vorn, d.h. die vordersten werden von den hintersten rausgedrückt, die Zähne verschieben sich also im Kiefer. Das ganze bringt er locker und mit echter Begeisterung rüber, dass es eine wahre Freude ist. Dazwischen bringt er uns auch gern mal zum Lachen.

Pirschwanderung rund um das Oliver’s Camp

Pirschwanderung in Tarangire © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Pirschwanderung in Tarangire © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Pirschwanderung in Tarangire © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Pirschwanderung in Tarangire © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Pirschwanderung - Rückkehr ins Oliver's Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa

Die tiefstehende Sonne taucht die Landschaft in wunderbares Licht. Auf der anderen Seite des Tarangire-Flusses stehen Elefanten, in der Ferne überqueren Zebras die Ebene, Wasser- und Riedböcke springen aus dem Dickicht. Was für ein Garten Eden, und das ohne Motor, ohne Fensterscheiben und ohne Hubdach, einfach pur in der Natur und auf Augenhöhe mit der Tierwelt. Ich bin geradezu enttäuscht, als es dunkel wird und wir ins Camp zurückkehren müssen. Dort knistert schon das Lagerfeuer, und die Getränke stehen bereit. Auch heute werden wir beim Abendessen wieder verwöhnt. Ken und Michelle, die Camp-Manager, sind passionierte Fotografen und haben viele Monate in mobilen Camps in der Massai Mara gelebt. Ken zeigt uns nach dem Essen auf seinem Laptop seine "Best Of" Bilder. Wir stehen in einer Traube hinter ihm und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Da ist ein Foto überwältigender als das andere. Perfekte Tierfotos, herrliche Lichtstimmungen, Gegenlichtaufnahmen, Tiere im Sprung oder beim Spielen, Tierkinder, aber auch fantastische Landschaftsaufnahmen. Demnächst wird ein Bildband der beiden erscheinen, das Buch muss ich haben.Weitere Informationen zu den Camps im Tarangire Gebiet finden Sie hier:Eine Übersicht über alle Beiträge dieses Reiseberichtes finden Sie hier.

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