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Swala Camp und Tarangire Treetops - Tansania Reisebericht (6/19)
Swala Camp
Die Manager Liz und Garth begrüßen uns herzlich, Liz zeigt uns mehrere Zelte und gibt uns in Kürze die wichtigsten Details zum Camp. Es gibt insgesamt 12 Wohnzelte, davon sieben mit Doppelbett und fünf mit zwei einzelnen Betten. Ein drittes ist als Zustellbett möglich. Kinder sind erst ab 12 Jahren erlaubt - eine Sicherheitsmaßnahme, da viel Großwild in der Umgebung lebt und bis an die Zelte herankommen kann. Ich bekomme das auch sofort zu spüren, als ich mich ein paar Schritte vom Hauptgebäude in Richtung Wasserloch bewege, um den gesamten Hauptkomplex in den Sucher zu bekommen. Liz rennt mir sofort hinterher und holt mich zurück. Es seien erst am Vortag Löwen dort gewesen. Genau wie Oliver's Camp bietet auch Swala zwei Arten von Safari-Paket an: "game package" bedeutet, dass die Gäste per Flugzeug anreisen (der Kuro Airstrip im zentralen Tarangire-NP ist 45 Minuten Fahrt entfernt) und alle Aktivitäten von der Lodge bekommen, d.h. die Pirschfahrten, Nachpirsch und Wanderungen mit den Guides und Fahrzeugen der Lodge unternehmen. Bei dem günstigeren "full board" reisen die Gäste mit Wagen und Fahrer über Land von Arusha an, und der Fahrer führt mit ihnen auch die Pirschfahrten durch. Alle weiteren Aktivitäten müssen dann in der Lodge noch extra bezahlt werden. Die Mehrzahl der Gäste bucht Swala auf Basis "full board". Getränke sind bei beiden Varianten inklusive, ebenso auch der Wäscheservice. Swala hat einen Computer mit Internet, der den Gästen zur Verfügung steht, und bietet im Hauptbereich auch W-LAN. Handykontakt ist zwar schwach, aber relativ verlässlich. Strom gibt es 24 Stunden lang - 12 Stunden läuft der Generator, die anderen 12 Stunden eine Batterie. Während der Generatorstunden kann man sich im Zimmer sogar die Haare fönen, ein Fön ist vorhanden. Abgesehen von diesen Zugeständnissen an die Zivilisation (und von Swalas einmaligem Pizza-Ofen) sind sich Swala und Oliver's doch recht ähnlich. Beide bieten ein tolles Busch-Erlebnis für eine kleine Zahl von Gästen, beide legen Wert auf guten Service und ausgezeichnetes Essen, beide sind eher im oberen Preisbereich. Und bei beiden haben die Gäste zum Teil weite Wege. Dadurch, dass die Zelte so weit auseinander stehen, ist man zum Hauptkomplex von den äußersten Zelten aus recht lang unterwegs. Bei Swala beträgt die einfache Strecke ganze 400 Meter, die Distanz zwischen dem ersten und dem letzten Zelt beträgt fast einen Kilometer. Viel, viel Platz also für meist nicht mehr als 24 Gäste. Das dritte Luxuscamp, Tarangire Treetops, liegt außerhalb des Parks mit einer beschwerlichen Anfahrt über schlechte Pisten, aber auch dies steht Oliver's und Swala nicht nach und besticht mit einmalig gestalteten Baumhäusern mit allem Komfort in luftiger Höhe. Ich habe das Camp 2009 besucht, mein Bericht steht hier.So hat also der Tarangire-Besucher, der sich etwas Schönes und Exklusives gönnen möchte, die Qual der Wahl zwischen diesen drei Unterkünften, die alle das besondere Etwas haben und die ich alle drei wärmstens empfehlen kann. Mindestens für zwei Nächte, in der Zeit von Juli bis Anfang November sogar für drei Nächte, um nicht nur auf Pirsch zu sein, sondern auch Zeit zu haben, das Camp selbst zu genießen und sich dort zu erholen.Am späten Nachmittag erleben wir noch ein Highlight. Markus, der deutsch-südafrikanische Guide vom Oliver's Camp, geht mit uns auf eine Pirschwanderung. Er trägt eine Waffe und läuft vorweg, wir im Gänsemarsch schweigend hinter ihm her, und am Ende der obligatorische Nationalpark-Ranger, ebenfalls mit Waffe. Markus ist ein ausgezeichneter Guide und erklärt uns Dinge, die ich trotz zehn Jahren Afrika-Reiseerfahrung nicht wusste. Woran man anhand der Kopfform männliche und weibliche Elefanten unterscheidet. Wie man durch das Messen des Umfangs einer Elefantenfußspur auf die Größe des Elefanten schließen kann (funktioniert aber nur mit dem Vorderfuß). Wie und in welchen Altersstufen die Zähne bei Elefanten nachwachsen - sie wachsen von hinten nach vorn, d.h. die vordersten werden von den hintersten rausgedrückt, die Zähne verschieben sich also im Kiefer. Das ganze bringt er locker und mit echter Begeisterung rüber, dass es eine wahre Freude ist. Dazwischen bringt er uns auch gern mal zum Lachen.
Pirschwanderung rund um das Oliver’s Camp
Die tiefstehende Sonne taucht die Landschaft in wunderbares Licht. Auf der anderen Seite des Tarangire-Flusses stehen Elefanten, in der Ferne überqueren Zebras die Ebene, Wasser- und Riedböcke springen aus dem Dickicht. Was für ein Garten Eden, und das ohne Motor, ohne Fensterscheiben und ohne Hubdach, einfach pur in der Natur und auf Augenhöhe mit der Tierwelt. Ich bin geradezu enttäuscht, als es dunkel wird und wir ins Camp zurückkehren müssen. Dort knistert schon das Lagerfeuer, und die Getränke stehen bereit. Auch heute werden wir beim Abendessen wieder verwöhnt. Ken und Michelle, die Camp-Manager, sind passionierte Fotografen und haben viele Monate in mobilen Camps in der Massai Mara gelebt. Ken zeigt uns nach dem Essen auf seinem Laptop seine "Best Of" Bilder. Wir stehen in einer Traube hinter ihm und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Da ist ein Foto überwältigender als das andere. Perfekte Tierfotos, herrliche Lichtstimmungen, Gegenlichtaufnahmen, Tiere im Sprung oder beim Spielen, Tierkinder, aber auch fantastische Landschaftsaufnahmen. Demnächst wird ein Bildband der beiden erscheinen, das Buch muss ich haben.
Eine Übersicht über alle Beiträge dieses Reiseberichtes finden Sie hier.


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