Reisebericht Südafrika Selbstfahrertour (2)

von Jens Döring

Panorama Route und Hannah Game Lodge30.03.2011: Entlang der berühmten Panorama-Route nach OhrigstadNach einer sehr stürmischen Gewitternacht erwachen wir dennoch halbwegs ausgeruht gegen 7 Uhr morgens, eine Stunde eher als geplant. Nach dem langen Tag gestern wollen wir es heute etwas ruhiger angehen lassen. Uns erwartet die berühmte Panorama-Route. Nach einem leckeren Frühstück, wie immer gab es Süßes und Gekochtes, lassen wir uns noch vor unserer Abreise die unterschiedlichen Zimmertypen der Misty Mountain Lodge zeigen. Gegen 9:45 Uhr brechen wir schließlich auf in Richtung Panorama Route, einer beliebten Reisestrecke durch die nördlichen Drakensberge und unter anderem entlang des Blyde River Canyons. Charakteristisch für die Route sind durch Flüsse geschaffene tiefe Schluchten, zahllose Wasserfälle sowie eine abwechslungsreiche und ursprüngliche Vegetation. Unsere erste Station ist Sabie, wo wir uns noch mit ein paar grundlegenden Dingen wie Wasser und etwas zu Knabbern eindecken. Gleich hinter dem Ortsausgang von Sabie lohnt der gleichnamige Wasserfall einen kurzen Besuch. Weiter geht die Fahrt über Graskop und die Mac Mac Pools zu den Mac Mac Falls, die mit einer recht imposanten Fallhöhe beeindrucken. An den Fällen kann man über den großen Souvenirmarkt bummeln. Man sollte hier aber auf keinen Fall den Preis bezahlen, zu dem die Waren angeboten werden. Hier ist Verhandeln Pflicht!Weiter geht die Reise am Blyde River Canyon entlang, einem der großen Naturwunder Afrikas. Massiv und majestätisch präsentiert sich die über zwanzig Kilometer lange Schlucht, die einem direkt zu Füßen liegt. Erster Aussichtspunkte sind der „Pinnacle“, ein freistehender Quarzitfelsen in Form einer Turmspitze, und „God's Window“. Das „Fenster Gottes“ beeindruckt mich immer wieder aufs Neue, hat man doch von hier aus einen atemberaubenden Blick hinunter in das Lowveld, das circa 1000 Meter tiefer liegt und durch die hier verlaufende große Randstufe vom Hochfeld getrennt ist. Von God's Window fahren wir wieder ein Stück, bis wir schließlich Bourke's Luck Potholes am Zusammenfluss der Flüsse Treur und Blyde erreichen. Benannt wurde dieses Naturphänomen nach dem Goldsucher Tom Bourke, der hier mit viel Glück (englisch: luck) erste Goldnuggets fand. Durch angeschwemmtes Geröll- und Sandmaterial in Zusammenspiel mit sich bildenden Strudeln wurden hier bizarre Löcher in die Felswände der Flussläufe geschliffen, sogenannten „Kolke“ (englisch: potholes). Bei meinem letzten Besuch 2008 konnte ich den Aufenthalt nicht so recht genießen, da es damals gegossen hat wie aus Kannen. Diesmal jedoch ist das Wetter auf unserer Seite und Katja ist von den riesigen Strudellöchern genauso begeistert wie ich vor drei Jahren. Mit dem Lowveld Lookout und den Three Rondavels (drei wie Rundhütten geformte Felsen, die den Canyon überragen) runden wir unsere Tour entlang der Panorama-Route ab und begeben uns auf der R36 in Richtung Ohrigstad.In der Nähe dieses Ortes liegt unsere Unterkunft für die nächste Nacht, die Hannah Game Lodge. Die 4-Sterne-Lodge befindet sich in einem privaten Wildreservat ca. 15 Minuten nordöstlich von Ohrigstad. Wir passieren das Eingangstor, wo wir uns zunächst registrieren müssen. Anschließend fahren wir bei einem kurzen Regenschauer noch zehn Minuten durch das Konzessionsgebiet der Lodge, bis wir schließlich die Rezeption erreichen. Dort bekommen wir den Schlüssel zu unserem Standard-Chalet.Die Hannah Game Lodge verfügt über 72 riedgedeckte Chalets, die sich in 68 Standard-Chalets und 4 Suiten aufteilen. Sie alle stehen entlang einer Bergkette. Von hier aus blickt man hinunter auf das zur Lodge gehörende Reservat, das rund 8000 Hektar umfasst. Die Standard-Chalets sind zweckmäßig ausgestattet mit Dusche, WC, Balkon oder Terrasse, Tee- und Kaffeezubereitungsmöglichkeiten sowie Deckenventilatoren und einem Safe. Auf Fernseher wird in den Standard-Chalets absichtlich verzichtet. Die Gäste sollen den Klängen der Natur lauschen und die ausgesprochene Ruhe und Friedlichkeit dieses Stückchen Erde genießen können, so die Lodge-Philosophie. Warum in den Suiten dann dennoch Flat-Screens montiert sind, erschließt sich mir nicht ganz.Weiterhin gehören zum Anwesen ein Konferenzzentrum, Open-Air-Bomas, ein Swimmingpool, eine Bar, das große „Wasserbock-Restaurant“ mit Außenterrasse und Platz für 160 Gäste, TV-Lounge, Souvenirshop mit kleinem Café, Spielzimmer mit Dart, Tischtennis und Billardtisch, kleine Kapelle für Hochzeitszeremonien und Internet-Zugang.Zum Serviceangebot zählen täglicher Wäscherservice, Internet-Zugang und Flughafentransfers. Außerdem können zahlreiche Aktivitäten in die Umgebung (zum Beispiel zum Krüger Nationalpark, Fahrten mit Heißluftballons, Panoramaroute etc.) an der Rezeption gebucht werden. Auf dem Konzessionsgebiet selbst werden geführte Wanderungen und Pirschfahrten im offenen Geländewagen angeboten.Neben Nashörnern und Büffeln können in diesem Reservat 28 Antilopenarten beobachtet warden, darunter Impalas, Kudus, Eland-Antilopen, Blesböcke, Kuhantilopen (red hartebeest), Säbelantilopen (scimitar-horned oryx), Tsessebe, Mountain Reedbuck, Springbok und Gemsbok. Vier Leoparden leben auf dem Gebiet, werden aber naturgemäß nicht sehr häufig gesehen.Besonders Vogelliebhaber kommen hier bei über 250 Arten auf ihre Kosten. Neben den typischen Vögeln der Savanne kommen hier auch Strauße und Sekretärvögel vor.Auf unserer Pirschfahrt am späten Nachmittag entdecken wir dann auch einige der oben genannten Exemplare. Für Katja ist es die erste Pirschfahrt, die sie jemals unternimmt. Aus dieser Perspektive betrachtet war es sicherlich sinnvoll, zunächst mit den kleinen Tieren anzufangen, bevor wir im Krüger Park dann die großen zu Gesicht bekommen. Die Spannung steigt!Weitere Artikel dieser Serie:

ein Kommentar

John

02.08.2011 um 13:22

Hallo, ihr habt ja schon recht viel erlebt. Mich beeindruckt es doch sehr das man relativ häufig einen Internetzugang findet. LG John