Reisebericht Südafrika Selbstfahrertour (1)

von Jens Döring

Anreise und Long Tom Pass28.03.2011: Abflug ab Leipzig via Frankfurt nach Johannesburg im Lufthansa A380Und wieder einmal freue ich mich, dass ich meine Koffer für Afrika packen kann. Diesmal erwarten mich aber gleich zwei Novitäten: Zum einen begebe ich mich nicht auf eine von unseren geführten Kleingruppenreisen, sondern setze mich in einen Mietwagen und bereise die Regenbogennation auf eigene Faust. Dafür brauche ich natürlich auch einen fähigen Beifahrer, der mir den Weg weist. Womit ich dann auch schon bei der zweiten Premiere bin: Ich nehme meine Freundin Katja mit, die Südafrika nur aus meinen Erzählungen von früheren Reisen kennt. Sie hatte bislang, abgesehen von Pauschal-Bruzzelreisen am Roten Meer, noch keine Afrika-Erfahrung vorzuweisen. Das soll sich nun ändern und ich möchte Katja auch mit dem gefährlichen Afrika-Virus anstecken, den man doch so schwer wieder los wird, wenn überhaupt.Um 19 Uhr startet in Leipzig unser Flieger nach Frankfurt, wo wir in den brandneuen Airbus A380 der Lufthansa umsteigen. Ich hatte einmal in einem Augenzeugenbericht der Titanic gelesen, dass das Schiff auf seiner Jungfernfahrt noch immer nach frischer Farbe roch. Das war zwar im A380 nicht mehr der Fall, aber dennoch schwebte ein ganz eigener Geruch von Neuwertigkeit in der Kabine. Etwas enttäuscht war ich von der Beinfreiheit. Ziemlich eng bestuhlt, dieser größte Flieger der zivilen Luftfahrt. Hier hatte ich mir mehr erhofft. Ein Sitzplatz bleibt auf unserer Seite der Reihe leer, so dass wir uns in der Nacht noch ein bisschen breit machen können. In Bezug auf die Titanic hoffe ich jedoch, dass wir unsere Destination Johannesburg heil und ausgeschlafen erreichen.29.03.2011: Ankunft in Johannesburg und Weiterfahrt zum Long Tom PassDer Wunsch vorm Vortag erfüllt sich leider nur zum Teil. Zwar war der Flug sehr angenehm und ruhig, aber geschlafen haben wir leider nicht viel. Etwas zerknirscht stehen wir an der Gepäckausgabe. Als dann auch noch ein kleines Mädchen neben uns plötzlich einen Kreislaufzusammenbruch erleidet und am Boden liegt, will nicht so recht Urlaubsstimmung bei uns aufkommen. Ich bin in Gedanken eigentlich schon zwei, drei Schritte weiter.Als wir unser Gepäck endlich in Empfang genommen haben, ist die nächste Amtshandlung nun an Bargeld zu kommen. In der großen Ankunftshalle gibt es ein paar Geldautomaten, an denen man mit seiner EC-Karte (mit Maestro-Zeichen) mühelos südafrikanische Rand abheben kann. Nachdem das geschafft ist, suchen wir den Europcar-Schalter, um unseren Mietwagen zu übernehmen. Das ist schon etwas schwieriger, aber machbar. Nachdem wir auch diese letzte organisatorische Hürde genommen haben, kann es endlich losgehen. Ich staune nicht schlecht, als auf dem uns bekannten Stellplatz plötzlich ein Mittelklassewagen steht, obwohl wir ja nur einen Kleinwagen gebucht hatten. Schick sieht er aus und geräumig. Ich hatte ja ehrlich gesagt schon meine Bedenken, ob wir all unser Gepäck in den Kofferraum eines Kleinwagens bekommen, aber dieses Problem hat sich damit in Luft aufgelöst.Nachdem der etwas verwirrende Straßenverlauf rund um den Flughafen O.R. Tambo in Johannesburg gemeistert ist, begeben wir uns auf den Weg zu unserem heutigen Ziel. Nach dem langen Nachtflug stehen uns nun noch rund 370 Kilometer bis zum Long Tom Pass in der Provinz Mpumalanga bevor. Unsere Fahrt führt uns zunächst über die N12 und N4 bis nach Belfast, wo wir auf die R540 abbiegen. Wir durchfahren die Ortschaft Dullstrom, die ganz im Zeichen des Forellenfanges steht. Der kleine schmucke Ort verfügt zudem über den höchstgelegenen Bahnhof im südlichen Afrika (2077 Meter). Durch bewaldetes Gebiet erreichen wir Lydenburg, wo wir auf die R37 abbiegen. Nun liegt der Long Tom Pass (zweithöchster Pass de Landes) vor uns. Auf 20 Kilometern Länge werden 670 Höhenmeter überwunden, bevor man den höchsten Punkt auf 2150 Metern Höhe erreicht. Nach weiteren 18 km würde man Sabie auf 1000 Meter erreichen. So weit müssen wir allerdings nicht mehr fahren, denn unsere Unterkunft liegt direkt an der Passstraße. Den Namen erhielt der Pass im Burenkrieg. Die Buren kämpften mit schweren Geschützen, die sie „Long Tom“ nannten. Damit konnten Sie rund 40 Kilogramm schwere Granaten über neun Kilometer weit verschießen.Nach reichlich dreieinhalb Stunden erreichen wir die Misty Mountain Lodge direkt am Long Tom Pass inmitten eines Waldgebietes. Von hier aus bietet sich ein herrlicher Blick auf die umliegenden Berge. Die 3-Sterne-Lodge verfügt im Hauptgebäude über einen traumhaft schönen Infinity-Pool mit Aussicht auf die Berge, einen Whirpool, Bar/Pub, Restaurant und eine Lounge mit Fernseher und kleiner Bibliothek. Außerdem kann man sich die Zeit wunderbar mit Billard oder Tischtennis (überdacht im Hauptgebäude) vertreiben. Alle Räume werden in den kälteren Wintermonaten urig und gemütlich mit Kaminen beheizt. Ein weiterer Pool steht den Gästen bei der Rezeption zur Verfügung, allerdings mit keinem solch grandiosen Ausblick, aber umgeben von kleinen Büschen und Bäumen. Für die kleinsten steht ein großer Spielplatz bereit. Überhaupt gibt man sich in der Misty Mountain Lodge sehr kinder- und familienfreundlich. So kann auch aus einer großen Auswahl an Brettspielen und Videos gewählt werden, und Ausflüge mit dem Quadbike versprechen viel Spaß für Groß und Klein.Zu den weiteren angebotenen Aktivitäten zählen Wanderungen in der Umgebung der Lodge, Forellenangeln (Ruten können an Rezeption gemietet werden) im eigenen See oder auch Mountainbiking in den umliegenden Wäldern. Fahrräder können von der Lodge gemietet werden.Die 27 Chalets, sowohl einzeln stehend als auch als Doppelchalets, sind massiv gemauert und verfügen über eine kleine Küche mit Kühlschrank, Bad mit Dusche/WC, Kamin (Feuerholz wird täglich zur Verfügung gestellt), kleiner Sitzgruppe und einem elektrischen Heizer für besonders kalte Nächte. Von der Veranda aus eröffnet sich ein schöner Blick auf die umliegenden Berge. Hier lässt sich abends bei einem Glas Wein genüsslich der Tag abrunden.Weitere Artikel dieser Serie:

2 Kommentare

Svenja

04.08.2011 um 17:49

Hallo Violetta, ich bin Ende April mit der A380 von Frankfurt über Nacht nach Johannesburg geflogen. Als die Maschine dann endlich starten konnte (mit zwei Stunden Verspätung wegen einer dringenden Wartung) habe ich den Flug als sehr angenehm empfunden. Ich hatte genug Beinfreiheit (habe lange Beine), der Service in Bezug auf Essen, Trinken und Extras war gut und das Personal sehr freundlich. Bis auf die Verspätung kann ich also nicht meckern! Das Erlebnis, mit einer A380 zu fliegen, war für mich aber kein totaler WOW Effekt, da die große Maschine von innen gar nicht so groß wirkt. Sie ist halt in viele Segmente unterteilt, und man sieht immer nur einen Teil des Flugzeugs. Viel Spaß auf dem Flug im September!

Violetta Berners

04.08.2011 um 17:12

Hallo, ich möchte keinen Kommentar abgeben, habe eher eine Frage. Und zwar wie ist der Service während dem Nachtflug mit der A 380? Wir werden im September auf Safari gehen und auch zum ersten Mal mit der A 380 fliegen.

Viele Grüße an das Outback-Team

Violetta