Kasaka River Lodge am Lower Zambezi - Reisebericht Sambia (2)

von Marco Penzel


Für den Nachmittagsflug zum Royal Airstrip im Lower Zambezi Nationalpark bin ich heute der einzige Passagier. Wir fliegen über eine bewaldete Bergkette und durch das Tal des Chongwe-Flusses, bis sich schließlich die weite Ebene mit dem breiten Sambesi vor uns auftut. Ich ärgere mich, dass ich meine Kamera in der Fototasche gelassen habe, die auf dem Rücksitz liegt. Vom Sozius-Platz neben dem Piloten aus kann ich sie mir nun nicht mehr angeln.
Gleich nach Ankunft in der Kasaka River Lodge, meinem ersten Quartier, unternehme ich zum Sonnenuntergang noch eine Bootsfahrt. Zum zweiten Mal an diesem Tag bin ich der einzige Passagier, diesmal in einem kleinen Motorboot auf dem Sambesi. Die Gastgeberin erzählt mir, dass sie sich so flexibel wie möglich den Wünschen der Gäste anpassen wollen und versuchen, die Unternehmungen möglichst privat zu planen. Dafür stehen vier offene Pirschfahrzeuge, vier Motorboote sowie Kanus zur Verfügung. Außerdem können sich die Gäste noch für Buschwanderungen entscheiden, die von einem Guide der Lodge geführt und von einem bewaffneten Ranger des Nationalparks begleitet werden. Maximal kann Kasaka 22 Gäste beherbergen. Je acht komfortable Hauszelte befinden sich in beiden Teilen des Camps, die sich vom Hauptgebäude aus gesehen flussauf- und flussabwärts erstrecken. Der eine Flügel ist über einen hölzernen Steg erreichbar und hat ein etwas wilderes Ambiente, denn die Zelte stehen direkt im Busch. Wer es etwas zivilisierter mag, kann eines der Zelte im anderen Teil beziehen, wo sich ein gepflegter Rasen ausbreitet.Später erfahre ich, wer das Gras hier kurz hält: Es ist Frank, ein Flusspferd, das jede Nacht zum Grasen ins Camp kommt. „Früher besuchte Frank uns meist schon während des Dinners“, erzählt die Gastgeberin. „Neuerdings hat er aber eine Freundin, der die Nähe der Menschen noch etwas suspekt ist. Aus Rücksicht auf sie kommt Frank nun erst nach Mitternacht, wenn es ruhiger ist im Camp.“ Ich werde die Geräusche, die ein Hippo-Maul beim Rasenmähen erzeugt, noch vom Bett aus zu hören bekommen. Doch zunächst besucht uns ein anderes großes Tier, noch während wir beim Abendessen am Pool sitzen. Es ist ein Elefant, der Laub von Bäumen und Büschen reißt und schließlich seinen Durst im Swimmingpool stillen will. Nach dem Dinner gehen alle fünf Gäste noch spontan auf eine Nachtpirschfahrt. Im Scheinwerferlicht sehe ich zum ersten Mal in freier Wildbahn ein Stachelschwein (leider nur von hinten auf der Flucht), Elefanten, Flusspferde, eine Ginsterkatze und Antilopen, die müde auf der Landebahn herumstehen. Hier herrscht offenbar Nachtflugverbot. Nach Hippo Frank kommt der Elefant zurück ins Camp. Die Äste der Bäume direkt neben meinem Zelt scheinen ihm besonders gut zu schmecken. Es ist nicht einfach, bei dieser Geräuschkulisse ein Auge zuzutun. Einmal klingt es gerade so, als wolle er einen Baum umstürzen. Hoffentlich landet der nicht ausgerechnet auf meinem Dach. Später höre ich direkt hinter meinem Zelt Wasser aus einer Leitung oder einem Schlauch strömen. Am nächsten Morgen gehe ich der Sache nach. Die Elefantenspuren sind im Sand klar zu erkennen, weniger als einen Meter neben meiner Zeltwand. Dahinter ist ein Wasserhahn, unter dem der Boden noch feucht ist. Dass Elefanten lernen können, den Hebel von Wasserhähnen zu öffnen, habe ich schon gehört. Aber dass sie den Hahn auch wieder schließen, will mir dann doch nicht einleuchten. Auf der anderen Seite halte ich es auch für unwahrscheinlich, dass der Gärtner des Camps nachts um zwei an meinem Zelt seine Gießkanne gefüllt hat. Ein Rätsel bleibt.
Kasaka ist nach eigenen Angaben die einzige Lodge im unteren Sambesi-Tal mit einem eigenen Kinderprogramm. So sind schon Kinder ab sieben Jahren willkommen, in vielen anderen Lodges liegt das Mindestalter bei zwölf. Ein Guide zeigt den jungen Gästen auf speziellen Pirschwanderungen viele spannende Sachen. Es gibt Malbücher, in denen man auch noch etwas über die Tiere lernen kann. Und am Ende erhält jeder Teilnehmer eine Urkunde, die seine neu erworbenen Fähigkeiten im Busch bestätigt. Zwei der Standardzelte sind als Familieneinheit nebeneinander gebaut, mit einer Sitzecke dazwischen. Die Altersgrenze von sieben Jahren ist nicht strikt. Eltern mit noch kleineren Kindern wird empfohlen, das etwas abseits mit schönem Blick auf den Sambesi gelegene Haus „Hippo Pot“ zu mieten. In diesem exklusiven Ambiente können es sich natürlich auch Familien mit größeren Kindern oder zwei befreundete Ehepaare gut gehen lassen.--Einen Vorschlag für eine Sambia-Safari zum Lower Zambezi finden Sie hier. Das Programm kann variiert und mit der Kasaka River Lodge ergänzt werden.Alle Berichte dieser Reise in der Übersicht:

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