Wird Wahl in Simbabwe erneut gefälscht?

von Marco Penzel

Vor den Präsidentschaftswahlen in Simbabwe befürchten Oppositionsparteien und Menschenrechts-Organisationen erneut eine massive Manipulationen zugunsten des Diktators Robert Mugabe. Die drei Gegenkandidaten Simba Makoni, Morgan Tsvangirai und Arthur Mutamabara legten Dokumente vor, wonach im Land 5,9 Millionen Stimmberechtigte registriert sind, aber neun Millionen Stimmzettel gedruckt wurden. Die überzähligen Stimmzettel könnten dazu genutzt werden, das Wahlergebnis zu fälschen, vermuten die Gegner des amtierenden Präsidenten.

Überraschen würde dies in Simbabwe niemanden mehr. Auch bei früheren Wahlen gab es gewaltsame Behinderungen der Opposition und viele Hinweise auf Wahlfälschungen. Dem Regime von Mugabe wurde immer wieder vorgeworfen, die demokratischen Institutionen des Landes wie die einst hoch angesehene Justiz oder die früher unabhängige Presse zu demontieren.

Das Land selbst, noch vor einem Jahrzehnt als Musterstaat im südlichen Afrika bekannt, stürzte in eine beispiellose Wirtschaftskrise, spätestens seit Mugabe die weißen Großfarmer enteignete und aus dem Land jagte. Die Inflation hat inzwischen den weltweiten Rekordwert von 100.000 Prozent überschritten.

Viele Beobachter fragen sich nun, ob es zu Gewaltausbrüchen in den Straßen von Harare und Bulawayo kommen kann, wenn sich die Menschen nach der Wahl am Samstag, 29. April 2008, betrogen fühlen. Der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Schindehütte, sagt „Wir sind an diesem Tag in unseren Gedanken und Gebeten bei den Menschen, die in Simbabwe unter schwierigsten Umständen leben. Wir hoffen mit ihnen, dass die Wahl unblutig verlaufen wird." An einigen Orten in Deutschland - darunter München und Heidelberg - werden am 29. März von kirchlichen Solidaritätsgruppen besondere Fürbittengottesdienste zur Wahl in Simbabwe gehalten. Für alle, die ebenfalls Gottesdienste oder Fürbitten für Simbabwe planen, findet sich auf der Homepage von Brot für die Welt eine Vorlage zum Downloaden.

ein Kommentar

Marco

29.03.2008 um 21:14

Nach Medienberichten sollen die Wahlen am Samstag weitgehend ruhig und ohne gewalttätige Zwischenfälle verlaufen sein. Das ist ja schon mal was. Die Ergebnisse werden für Montag erwartet.