Reisebericht Madagaskar (5): Périnet - Analamazaotra

von Svenja Penzel

Mit Air Madagascar brauchen wir ein Stunde von Fort Dauphine nach Tana. Dort werden wir bereits von unserem nächsten Fahrer erwartet, der uns in vier Stunden auf relativ guter Teerpiste nach Andasibe bringt. Es ist der nächstgelegene Ort zum bekanntesten Reservat des Landes. Dummerweise hat es den schwierigsten Namen: Analamazaotra. Früher bekannt als Périnet, hat man sich heute, wohl um es den Besuchern etwas einfacher zu machen, zum Doppelnamen Périnet-Analamazaotra durchgerungen. Hier endlich treffen wir auf richtigen tropischen Regenwald. Unsere Unterkunft, die Vakona Forest Lodge, ist wohl die beste unserer Reise. Sie liegt idyllisch an einem See, in den das große runde Restaurant hineingebaut ist, und hat richtig schöne Bungalows mit tollem Badezimmer. Am ersten Abend sind wir zwar etwas kaputt, dennoch gehen wir noch auf die Nachtwanderung mit. In unserer international bunt gemischten Gruppe von ca. 12 Personen ist auch eine Familie mit kleinen Kindern. Das kleinste, ein vielleicht 2½jähriges Mädchen, schläft bald ein und muß von ihrem Papa getragen werden. Verpaßt hat sie nicht viel - auch wir wachen Teilnehmer sahen nur einen Tenrek, der aussieht wie ein kleiner bunt gestreifter Igel, und ein paar winzige Chamäleons. Die sieht man übrigens nachts viel besser, weil sie sich zum Schlafen an die äußersten Spitzen von Blättern und Ästen hängen.Chamäleon in Périnet (Madagaskar)Eines der unzähligen Chamäleons, die man in den Wäldern von Périnet entdecken kann. © Foto: mpAm nächsten Morgen erkunden wir ausgiebig das Périnet-Analamazaotra-Reservat zu Fuß. Es ist auch landschaftlich sehr schön, hügelig, sattgrün und von vielen Wasserläufen durchzogen. Viele farbenfrohe und interessante Motive kommen Marco vor die Kamera. Vom Mini-Frosch über eine Boa bis hin zum Indri, dem größten aller Lemuren, der auch noch ganz markant schreit. Man hört die sirenenartigen Rufe auf mehrere Kilometer, und wenn man nah dran ist, fährt es einem durch Mark und Bein. Ein Indri turnt über uns durch die Bäume, wir pirschen uns immer näher heran und sehen ihm dann direkt in die Augen. Er sitzt ruhig, läßt sich fotografieren. Mit seinen extrem langen Beinen und dem Stummelschwanz, dem dicken schwarzweißen Fell und den puscheligen Ohren sieht er irgendwie zusammengebastelt aus. Eine Journalistin schrieb einmal: "Ein Lemur sieht nicht aus wie ein Tier, sondern wie die Mischung aus mindestens zweien". Da hat sie wohl recht.Blume in Périnet (Madagaskar)Blüten setzen prächtige Farbtupfen in den lichten Urwald. © Foto: mpFür madagassische Verhältnisse ist es hier jedoch relativ touristisch. Man stößt immer wieder auf die gleichen Reisegruppen, die in englisch, holländisch oder spanisch ihre Beobachtungen austauschen und sich an den besten Indri-Beobachtungsplätzen zusammendrängen. Dennoch: Périnet muß sein, und wir werden unseren Reisegästen auch eine zweite Nacht in dieser schönen Gegend gönnen. Wir selbst reisen wie immer im Zeitraffer und müssen weiter. Schon gegen Mittag brechen wir nach Osten auf, wollen noch bis an die Küste. Etwa drei Stunden brauchen wir bis Manambato. Der überwiegende Teil dieser Strecke hat die Qualität einer deutschen Kreisstraße, aber die letzten 30 Minuten haben es in sich. Nur mit Schrittgeschwindigkeit kämpft sich unser Fahrer über eine Lehmpiste, in die andere Fahrzeuge beim letzten Regen tiefe Spuren gegraben haben. An einer feuchten Stelle fahren wir uns auch noch fest. Aber schließlich stehen wir am Ufer eines großen Sees, der zum Canal des Pangalanes gehört. Unser Fahrer meint, das Boot käme gleich. Was für ein Boot? Das Abholfahrzeug unserer nächsten Unterkunft! Wir konnten es kaum glauben. Hier, mitten in der Pampa, ohne Handy-Absprache, wurden wir tatsächlich pünktlich und zuverlässig abgeholt. Schon so oft auf dieser Reise, und auch in ihrem weiteren Verlauf, waren wir begeistert über die gute Organisation, auf die wir uns jederzeit verlassen konnten. Nicht einmal hat uns jemand vergessen oder sich auch nur verspätet. Und wir hatten so viele verschiedene Fahrer.Fortsetzung folgt hier.

2 Kommentare

svenja

04.02.2010 um 09:44

Hallo Gabi und Holger,

danke für Eure netten Zeilen! Gern stellen wir Euch eine Madagaskar-Reise nach Wunsch zusammen, wenn unsere regulären Gruppen-Rundreisen nicht das sind, was Ihr Euch vorgestellt habt. Wir haben hier auf unserer Website zwei Rundreisen, die wir in dieser oder in abgewandelter Form als Privatreisen anbieten können, oder wir arbeiten Euch ein Programm nach Euren Vorstellungen aus. Wir haben mehrere Partner vor Ort, mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten.
Liebe Grüße, Svenja

Hoffmann

03.02.2010 um 08:42

Liebe Svenja!
Der Reisebericht ist so toll, daß wir auch überlegen dorthin zu reisen! Mit welcher Agentur sollte man das machen und gibt es für die Organisation spezielle Ansprechpartner?
Für ein paar Tips wären wir dankbar!
Gabi und Holger

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