Svenja gründete 2001 Outback Africa Erlebnisreisen, nachdem sie mehrere Jahre in Südafrika gelebt, ein Safariunternehmen mit aufgebaut und Campingtouren durch die Länder des südlichen Afrika begleitet hatte. Svenja ist Geschäftsführerin und Safari-Beraterin insbesondere für Privatreisen und Flugsafaris. Zu ihren Lieblingszielen gehören Malawi, Kenia und Tansania.
Auf das Spice Island Resort auf Sansibar war ich besonders gespannt. Wir haben es seit kurzem im Programm, und es ist fester Bestandteil unserer Safari "Tansanias Tierparadiese". Wir biegen von der Hauptstraße aus Kizimkazi kommend nach rechts ein in Richtung Strand. Nur ein paar Meter Schotterpiste, dann sind sie zu erkennen, die charakteristischen orangeroten Häuser des Spice Island Resort. Es ist heiß, und die Klimaanlage in der Rezeption bietet willkommene Kühle, ebenso wie das kalte, nach Pfefferminz duftende Handtuch, das mir gereicht wird, und der Willkommenssaft. Ich bekomme eine Plastikkarte, mit der ich später mein Strandhandtuch holen kann, das ich so oft ich möchte austauschen kann. Nach einem ersten kurzen Gespräch mit der freundlichen Managerin Tina, die aus Leipzig stammt, beziehe ich mein Zimmer. Auch hier empfängt mich angenehme Kühle durch die Klimaanlage, die in diesen heißen Monaten eine echte Wohltat ist, wobei ich eigentlich gar keine Klimaanlagen mag. Das Zimmer ist hell, geräumig und liebevoll mit Blumen dekoriert. Neben dem breiten Bett mit Moskitonetz gibt es auch eine Art Bettsofa mit bunten Kissen und einen Sessel, einen Kosmetiktisch mit Spiegel und einen großen Kleiderschrank. Hinten sind ein Bad mit Dusche und Waschbecken sowie eine Toilette, beide mit Holztüren zu schließen. Die separate Toilette finde ich gut, das Bad mit den nicht mehr ganz frischen Fliesen ist eher zweckmäßig und weniger schön. Statt der Fliesen wäre hier bunter, polierter Zementputz die bessere Wahl gewesen. Das Duschwasser kommt anteilig aus einem Bohrloch auf dem Grundstück und ist daher nicht ganz klar und auch schwach salzig, aber von unbedenklicher Qualität. Mit dem Wasser könne man sich auch problemlos die Zähne putzen, sagt Tina.
Die Wände im Zimmer sind weiß gestrichen, schwarze Holzbalken ziehen sich durch die verputzte Decke. Darüber wölbt sich ein Dach aus Palmwedeln, das bei meinem Haus gerade ausgebessert wird. Zwei große Fenster sind mit Vorhängen zu schließen, die ein angenehm gedämpftes Licht durchlassen. Vorn vor dem Haus ist eine kleine schattige Terrasse mit zwei Stühlen. Ich schaue ins Grüne, auf einen Garten mit teils blühenden Büschen und kleinen Palmen, und auf andere rote Häuser. Mein Zimmer ist in der hintersten von drei Reihen. Insgesamt 34 Zimmer gibt es, immer zwei in einem Haus, und alle sind gleich eingerichtet. Einige wenige sind auch miteinander verbunden und gut für Familien geeignet. Lang sind die Wege aber auch von den hintersten Häusern nicht, obwohl die Anlage recht weitläufig ist. Meerblick hat man übrigens auch von den vordersten Häusern nicht, da dazwischen noch der große Pool, die Rezeption und das Restaurant liegen. Macht aber nichts, da es so viele schöne Möglichkeiten gibt, sich mit Meerblick aufzuhalten, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Der Pool steht im Mittelpunkt der Anlage, und er ist wirklich sehr groß, gepflegt und schön. Drumherum stehen Liegen mit oder ohne Sonnenschirm, ganz nach Belieben. Aus dem Restaurant gleich nebenan kann man sich Getränke an die Liegen bringen lassen. Zum Meer hin schließt sich der Privatstrand mit feinem hellem Sand an, der die ganze Breite des Lodge-Geländes einnimmt und der mir richtig gut gefällt. Der öffentliche Strand etwa zwei Meter unterhalb der Korallenklippe wird nämlich bei Flut fast komplett überspült und ist auch nicht wirklich zum Liegen geeignet, da hier immer wieder Leute vorbeikommen, die einem etwas verkaufen wollen. Oben am Privatstrand hat man seine Ruhe und wird von Casuarina-Bäumen leicht beschattet, einer Art Pinien mit langen weichen Nadeln, die feine Sonnenstrahlen durchlassen. Oder man zieht sich in den Schatten eines Sonnenschirms zurück. Auch hierher kann man sich Getränke bestellen. Zwei Treppen führen hinunter ans Meer, das nur bei Flut zum Baden geeignet ist. Das hereinkommende Wasser ist sehr warm und bietet gar keine Erfrischung. Ich schwimme bis hinaus zum Ende der langen Landungsbrücke, Jetti genannt, auf der das Wassersportzentrum und eine Bar in der sanften Brise zu einem Besuch einladen. Danach zieht es mich an den Pool. Er ist ein wenig kühler als das Meer und bietet mit 30 Metern Länge auch für Schwimmer richtig viel Platz. Eine Gruppe junger Dänen planscht vergnügt herum. Wie ich später erfahre, arbeiten sie für ein Hilfsprojekt in Paje und sind einige Monate in Sansibar. Wenn sie mal einen Tag frei haben, kommen sie gern hierher. Der Hauptbereich des Spice Island Resort steht allen offen und zieht auch Einheimische an. So ergibt sich eine sympathische Mischung aus Schwarz und Weiß, und man fühlt sich nicht so Club-mäßig abgeschottet.
Schön ist auch, dass es neben dem Pool zwei Duschen gibt, so dass man sich das Pool- oder auch Meerwasser abduschen kann. Erst als die Sonne schon tief steht, verlasse ich meine Strandliege und ziehe mich auf mein Zimmer zurück. W-LAN funktioniert in der gesamten Anlage, man muss sich in der Rezeption nur einen Zugangscode für einen bestimmten Zeitraum kaufen. Schön, dass ich nicht in den öffentlichen Bereichen auf meinem iPhone herumtippen muss, sondern mich dafür auf mein Zimmer zurückziehen kann. Heute ist Sonntag, da habe ich Glück, denn mittwochs und sonntags gibt es ein besonderes Dinner. Am Sonntag ist es ein "Swahili Buffet", also Spezialitäten aus Sansibar. Die feinen Speisen sind am Pool aufgebaut, und die kleine Gästeschar ist schon versammelt, als ich gegen halb acht dazu stoße. Es ist bereits dunkel, am Himmel strahlen die Sterne, und die Unterwasserbeleuchtung des Pools ist eingeschaltet. Die dezente Musik ist eine Mischung aus Oldies und sansibarischen Hits, bei denen die Angestellten mitswingen. Und jetzt folgt ein Fest für Genießer. Von den Vorspeisen und Salaten über die verschiedenen warmen Gerichte mit Gemüse, Fleisch, Fisch, Gewürzreis und Curries bis hin zum Dessert mitsamt Spice Tea (endlich!) ist alles superlecker. Ich probiere so viel ich kann, gehe nochmal und nochmal zum Buffet, bis ich einige Zeit später zurück zu meinem Zimmer rolle. Das war großartig!
Beim Frühstück am nächsten Morgen bin ich wieder überrascht über die Auswahl. Das große Buffet im Restaurant ist einem Schiff nachempfunden. Ich freue mich, dass ich hier, wie gestern Abend schon, Jack Fruit auf der Obstplatte finde. Hatte ich zuvor noch nie gegessen, und sie schmeckt mir gut. Weniger begeistert bin ich vom Kaffee. Aber der schmeckt mir fast nirgendwo in Afrika. Spice Island bietet aber gegen Bezahlung auch Cappuccino, Espresso und Latte Macchiato an. Ein schöner Ort, um diese Getränke zu allen Tageslichtstunden zu genießen, ist die Lounge oberhalb des Restaurants. Hier kann man mit Meerblick auf romantischen Liegen mit Kissen und teilweise mit Baldachin dahin träumen, sich zurückziehen, ein Buch lesen, die Seele baumeln lassen. An der Rezeption gibt es übrigens deutschsprachige Magazine, falls man mal Lust hat auf die Brigitte, die Freundin oder ähnliches. Insgesamt ist das Spice Island Resort eine gute Wahl als gehobenes Mittelklasse-Strandhotel auf Sansibar. Es ist buchbar mit Frühstück, mit Halbpension, mit Vollpension und all inclusive. Doch auch bei all inclusive sind nicht alle Getränke im Preis enthalten, so muss man z.B. die Cocktails und besondere Weine extra bezahlen.
ein Kommentar
Hans H Bodewig
11.02.2013 um 11:39
Wir waren einmal auf Sansibar mit einer Kreuzfahrt des African Safari Club. Mir hat die Insel sehr gut gefallen. Leider war es die falsche Jahreszeit. Ein hauch von Kolonialzeit gab es in einem Hotel in der Innenstadt, das einen Hauch von Tanja Blixen ausstrahlte. Die gab es aber in allen englischen Kolonien. Zur Geschichte etwas: In der Schule habe ich noch gelernt, das Sansibar gegen Helgoland getauscht wurde. Das stimmt nicht. Es war das Gebiet von der Tansanischen Küste bis nach Mombasa. Die Shimba Hills befinden sich in diesem Gebiet. Auch ein Deutscher Soldatenfriedhof aus der Zeit. MFG Hans H Bodewig PS die Shimba Hills Da habe ich mal eine eintägige Safari gemacht. Wir haben zwar wenig Tiere gesehen, doch ein alter englischer Guide hat die Tierwelt so plastisch geschildert und immer wieder die Tierrufe erklärt. Es war die schönste Ohrensafari die je erlebt hatte.
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