Svenja gründete 2001 Outback Africa Erlebnisreisen, nachdem sie mehrere Jahre in Südafrika gelebt, ein Safariunternehmen mit aufgebaut und Campingtouren durch die Länder des südlichen Afrika begleitet hatte. Svenja ist Geschäftsführerin und Safari-Beraterin insbesondere für Privatreisen und Flugsafaris. Zu ihren Lieblingszielen gehören Malawi, Kenia und Tansania.
03.12.2012"Grausiges Winterwetter erwartet uns in Zürich", sagt der Pilot mit seinem Schweizer Dialekt am Abend über Lautsprecher, "Regen, Wind, Schnee, alles mitanaand, bei Temperaturen um null Grad." Und er kündigt Turbulenzen über den Alpen an. Ich lächle verkrampft. Wir kommen aus 30 Grad schwüler Wärme, und die Umstellung wird mir schwerfallen.Wieder habe ich meinen exzellenten Sitzplatz, für den ich meinem Kollegen René Schmidt sehr dankbar bin. Als ich nach fünf Stunden Schlaf vom Frühstücksservice erwache und die Uhr wieder zwei Stunden zurückstelle, ist es viertel nach fünf. Die deutsche Zeitrechnung hat mich wieder, der Advent, dem ich entflohen war, auch wenn mich die Weihnachtslieder im Souvenirshop am Flughafen Dar es Salaam schon unsanft daran erinnert hatten. Ich bin dankbar für die hellen Tage, die ich in Tansania verbringen durfte, die Auszeit von allem, was ich zu Hause zurückgelassen hatte, im Büro wie privat. Es hat mir gut getan, die Sonne auf dem Wasser glitzern zu sehen, mal wieder ein gutes Buch zu lesen, mit den anderen zu lachen und mich jeden Tag an einen gedeckten Tisch zu setzen und in ein frisch bezogenes Bett zu legen. Kleine Sternstunden waren dabei. Das Lagerfeuer in Selous am Lake Tagalala, von dem wir nicht aufzubrechen brauchten, weil unsere Zelte direkt dahinter standen. Das romantische Ende der Pirschwanderung, auf die wir mit Sekt anstießen. Das Bad in den heißen Quellen. Das grandiose Schnorcheln vor Pemba. Die Delphintour. Mein offenes Wohnzimmer in der Unguja Lodge direkt am türkisfarbenen Meer. Der Tanzania Coffee, den mir Innocent von der Bahari View Lodge an der Strandbar zubereitete und liebevoll aufgoss, und mir danach alle Zeit der Welt ließ, um ihn langsam zu trinken und dabei aufs Meer hinaus zu schauen und mein Buch weiterzulesen. Diese schönen Momente werde ich vielleicht in den Alltag retten können, der in wenigen Stunden wieder auf mich einströmt. Was habe ich gelernt?
Sand Rivers Selous und Fumba Beach Lodge geben eine wunderbare Kombination ab. Pemba ist eine gute Alternative zu Sansibar, vielleicht die bessere, wenn man einfach nur baden, schnorcheln und tauchen will, denn Pemba hat nicht wie Sansibar eine Stone Town bzw. sehenswerte historische Stätten. Dafür aber auch so gut wie keine Beach Boys, so dass man am Strand und beim Schwimmen im Meer seine Ruhe hat.
All inclusive hat durchaus seinen Reiz. In Sand Rivers und Fundu Lagoon habe ich das genossen. Man ist irgendwie freier und gönnt sich einfach mal einen Cocktail oder einen Wein, und dann noch einen, es wartet am Ende ja keine Getränkerechnung.
Badeschuhe wären eine gute Idee gewesen, wir müssen diese auch mit in die Reisehinweise für Tansania aufnehmen.
Sonnencreme mit Faktor 30 ist nicht ausreichend, jedenfalls nicht für meine Haut und erst recht nicht zum Schnorcheln. Ich muss aber fürs nächste Mal einen zusätzlichen Sonnenschutz fürs Gesicht finden, der meine Haut nicht fettig macht, denn diesmal hat sie in der feuchten Wärme irritiert reagiert.
Ein gutes Mückenschutzmittel ist viel wert, denn nicht in jeder Lodge liegt eins bereit. Ich habe mehr Stiche als sonst abbekommen.
Die Transferfahrer sprechen allesamt nur sehr schlechtes Englisch, so dass eine Unterhaltung auf den Fahrten, zum Beispiel vom Flughafen zum Strandhotel in Sansibar, fast unmöglich ist.
Der Kaffee, jedenfalls der Standardkaffee zum Frühstück, ist selbst in den gehobenen Lodges nicht gut. Zumindest ist es kein Kaffee, so wie wir ihn kennen und zubereiten, und er schmeckt mir nicht. Ich bin immer wieder auf Tee ausgewichen oder habe nach einem Spice Tea gefragt, den es aber nur selten gab.
Eine Reise gemeinsam mit anderen Afrika-Spezialisten ist bereichernd. Schade, dass diesmal keine anderen Deutschen dabei waren, aber auch von meinen englischen und Schweizer Mitreisenden habe ich einiges gelernt. Die Tage mit Ruth, Angela, Octavia und Urs waren sehr schön und harmonisch, wir haben uns gut verstanden und viel Spaß miteinander gehabt. Ich möchte bald sagen, das war der menschlich angenehmste Famtrip der letzten Jahre.
Eine selbst organisierte Informationsreise von Lodge zu Lodge, wie ich sie zuletzt auf eigene Faust in Kenia unternommen habe, bringt vielleicht etwas mehr an Wissen über die Unterkünfte, ist aber um ein Vielfaches anstrengender - und man ist viel allein. Bei dieser Reise, die durch einen unserer Partner organisiert wurde, hat sich die Zahl der besuchten Unterkünfte in Grenzen gehalten. Ich erinnere mich noch, wie erschöpft ich aus Kenia zurückkehrte. Diesmal war auch ein bisschen Erholung dabei, und ich bin morgen wieder frisch am Start im Büro.
Sinkflug auf Zürich. Nun kommt auch das feuchte Tuch, das ich lieber vor dem Frühstück schon gehabt hätte, und mit dem ich mir die Augen reibe. Noch ein letzter Rundgang des Bordpersonals, bei dem es ein Täfelchen Schweizer Schokolade gibt, bevor die Anschnallzeichen erscheinen. Gleich gibt es einen richtig guten Kaffee am Flughafen.
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