Svenja gründete 2001 Outback Africa Erlebnisreisen, nachdem sie mehrere Jahre in Südafrika gelebt, ein Safariunternehmen mit aufgebaut und Campingtouren durch die Länder des südlichen Afrika begleitet hatte. Svenja ist Geschäftsführerin und Safari-Beraterin insbesondere für Privatreisen und Flugsafaris. Zu ihren Lieblingszielen gehören Malawi, Kenia und Tansania.
Nur wenige Schritte vom Seeufer entfernt liegt ein großer Haufen Feuerholz, dahinter stehen im Halbkreis einige Stühle. Im letzten Abendlicht genießen wir dort einen Gin&Tonic. Dann wird es rasch dunkel. Aber nicht ganz. Am klaren Himmel scheint der runde Mond und erleuchtet unser Lager. Im Schein einer Petroleumlampe dusche ich mir den Staub des Tages ab. Zurückgekehrt zur Gruppe geht es schon bald zum fein gedeckten Tisch, an dem wir ein sehr leckeres Drei-Gänge-Menü genießen. Als Hauptgericht gibt es zartes Curry-Huhn mit Kokosnuss-Reis und Chutney. Die Getränke sind genau wie im Haupthaus von Sand Rivers frei. Aufmerksame Kellner füllen unsere Gläser immer wieder. Währenddessen schnauben die Hippos im See, und allerlei andere Geräusche, bekannte und unbekannte, dringen durch die Nacht zu uns. Die Guides haben starke Taschenlampen und leuchten den See ab. Der Lake Tagalala macht seinem Namen alle Ehre - Krokodile in allen Größen schwimmen herum oder liegen auf den Sandbänken. Ich merke das Schlafdefizit der letzten Tage und Wochen und verabschiede mich als erste ins Bett. Insgeheim freue ich mich auch schon sehr auf meinen Schlafplatz unter dem Moskitonetz. Es ist so warm, dass ich im kurzen Schlafanzug ohne Decke auf dem Laken liegen kann. Etwas schade nur, dass meine Gruppe vorn am Seeufer redet und lacht, ich würde lieber die Geräusche der Natur hören. Doch während ich noch überlege, ob ich meine Ohrstöpsel rausholen soll, bin ich schon eingeschlafen. Ich höre weder die Hyänen, von denen die anderen am nächsten Morgen erzählen, noch Urs' Schnarchen, das einen Teil der Gruppe wachgehalten hat. Ich schlafe wie ein Baby und werde erst munter, als es schon wieder hell ist. Nach einer Katzenwäsche hinter dem Zelt, wo ein Camping-Waschbecken mit Handtüchern und eine Flasche Trinkwasser bereit stehen, treffen wir uns zum Frühstück. Viele reiben sich die Augen, und wir sind ziemlich schweigsam. Der Koch bereitet Eier nach Wunsch zu, bringt Würstchen und Bacon, mir reicht ein Toast. Dazu gibt es köstlichen Mango-Saft. Um die Spuren der Nacht endgültig zu vertreiben, brechen wir schon bald auf und fahren die kurze Strecke zu den heißen Quellen. Das ist eine Kette von Felsenpools mit verschiedenen Temperaturen in einsamer, idyllischer Lage. Der kühlste Pool hat etwa 38 Grad. Wir steigen alle hinein und genießen die wohlige Wärme und Entspannung, obwohl es trotz bedecktem Himmel und sanftem Nieselregen wieder ein sehr warmer Tag ist. Dann geht es weiter hinauf zu den anderen Pools bis zur Quelle. Kleine rote und blaue Libellen begleiten uns. Das Wasser, das oben aus dem Felsen kommt, ist zu heiß zum Anfassen. Drei Mutige springen in den zweitheißesten Pool, der 44 Grad hat. Ich gehöre nicht dazu! Das Bein, das ich bis zum Knie hineingesteckt habe, brennt mir schon genug. Noch ein abschließendes Bad im 38-Grad-Pool, dann trocknen wir uns ab. Handtücher sind immer im Auto, wir hatten bisher darauf gesessen und ich dachte noch, wie angenehm, dass man mit seinen verschwitzten Beinen nicht auf dem Canvas-Bezug sitzen muss. Dieses Bad war eine feine Sache. Auf dem Rückweg kommen wir an der Stelle vorbei, an der wir gezeltet haben. Die Begleitmannschaft hat bereits ganze Arbeit geleistet, und nichts erinnert mehr daran, dass hier noch vor kurzer Zeit ein Camp stand.
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