Timbavati Game Reserve: King´s Camp

von Jens Döring

King's Camp, fest gemauerte Chalets beherbergen die Suiten © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp, Suite © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp, Badezimmer Suite © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp, Suite © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp,Badewanne in der Suite © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp, Außendusche © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Nach dem Mittagessen beziehe ich mein Zimmer, oder besser gesagt meine Suite. Sie ist im Kolonialstil eingerichtet, der mir sonst eigentlich so gar nicht gefällt. Aber in diesem Fall passt er sehr gut in den Gesamtkontext. Die Möbel sind das einzige Dunkle in der Suite, der Rest wie Wände, Decken und Böden sind hell gehalten, sodass einem das Koloniale nicht erdrückt, wie das oft der Fall ist. Es ist nicht zu voll, in die Couches sinkt man einen gefühlten Meter tief ein. Das im Vergleich zum Rest der Suite klein gehaltene Bad ist dennoch ausreichend groß und hält eine Badewanne, zwei Waschbecken, eine Innen- und eine doppelte Außendusche samt Brunnen bereit. Zwei große Flügeltüren führen hinaus auf die Veranda, wo zwei große Sessel und eine Hängematte bereit stehen. Nobel nobel. Schnell ein paar Schnappschüsse und dann geht es auch schon auf Pirschfahrt. Bei Antritt der Pirsch erhalten wir ein sehr ausführliches Briefing. Nicht nur Sicherheitsaspekte werden von unserem Guide Remember und vom Tracker Elvis erläutert sondern auch Fakten zum Timbavati Private Game Reserve geliefert. Super! Somit macht man sich noch einmal bewusst, wo man genau unterwegs ist, welche Tiere man erwarten kann und was das Besondere an Timbavati ist. Dass es eben keinen Zaun zum Krüger-Nationalpark gibt und die Tiere sich komplett frei bewegen können, zum Beispiel. Für die Big Five dürfen die Guides sogar off-road fahren.

King's Camp, Elefantenbulle im Timbavatigebiet © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp, Zebra im Timbavatigebiet © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp, Pirschfahrt, Sonnenuntergang © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp, Vorbereitungen zum Sundowner © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp, zum Sundowner gibt es das traditionelle Biltong (Dörrfleisch) und Knabbereien © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp, Löwenrudel in der Dämmerung © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Während der Pirschfahrt erkundigt sich Remember mehrfach nach unserem Wohlbefinden und ob wir uns auch bloß nicht langweilen. Unser Tracker Elvis ist zwischenzeitlich zu Fuß im dichten Busch verschwunden. Er hat Leoparden-Spuren entdeckt und versucht, ihnen nun zu folgen. Auch Remember verlässt immer wieder für kurze Zeit das Fahrzeug, um Tiere, die sich eventuell im Dickicht verstecken könnten, aufzuspüren. Leider bleibt sowohl die Suche nach dem Leoparden als auch den meisten anderen der Big Five erfolglos. Lediglich zwei Elefanten und ein kleines Löwen-Rudel spüren wir auf. Okay, das mag sich jetzt wie jammern auf hohem Niveau anhören, aber ein wenig mehr hatte ich mir schon erhofft. Der Leopard wäre die Krönung für diesen Tag gewesen. Ansonsten kreuzen noch Zebras, Buschböcke und Impalas unseren Weg. Den Sundowner nehmen wir auf einem improvisierten Fußballfeld ein. Hier tragen die Mitarbeiter vom Kings Camp gegen die Kollegen aus den anderen Lodges und Camps in Timbavati hin und wieder leidenschaftliche Fußballspiele aus. Leider gewinnen zu oft die anderen, muss Remember etwas reumütig eingestehen.Nach dem Sundowner und Einbruch der Dunkelheit setzen wir unsere Pirschfahrt fort. Elvis, der vorne links auf der Motorhaube sitzt, leuchtet mit einem kräftigen Strahler in die Dunkelheit. Er sucht nach den leuchtenden Augen der Großkatzen, die sich auch gerne einmal in die Bäume zurückziehen (vor allem Leoparden). Es hilft nichts, das Leoparden-Erlebnis ist uns für heute nicht vergönnt. Auch Remember ist ein klein wenig enttäuscht, aber so ist das eben mit dem Wild in dessen natürlichen Lebensraum. Es ist eben kein Zoo. Kurz vor dem Camp entdecken wir schließlich doch noch ein Löwenrudel, das sich im Schutze der Dunkelheit ausruht und die vollen Bäuche nach oben streckt.Als wir von der Pirschfahrt zurückkommen, erhalten wir zur Erfrischung feuchtwarme Handtücher und ein kleines Willkommensgetränk. Eine Mitarbeiterin, die ich vorher noch nicht gesehen habe, streckt mir ihre Hand entgegen und begrüßt mich mit meinem Vornamen und drückt mir meinen Zimmerschlüssel in die Hand. Woher zum Teufel weiß die Gute, dass ich Jens heiße und wie ich aussehe? Faszinierend.Da es inzwischen dunkel ist, werde ich von einem Guide zu meiner Suite begleitet. Das Camp ist nicht eingezäunt. Nur ein Draht in etwa zwei Metern Höhe hält Elefanten und Giraffen davon ab, durch das Camp zu spazieren und den Pool leer zu saufen oder die mühsam gesprenkelten und gezüchteten Mopane-Bäume im gepflegten Garten kahl zu fressen. Ansonsten hat jegliches Wild freien Zugang zum Camp. Als ich meine Suite betrete, stelle ich fest, dass die Heinzelmännchen aktiv waren. Meine nach Ankunft achtlos in die Ecke geschmissenen und getragenen Klamotten liegen nun fein säuberlich zusammengelegt neben meinem Koffer, das Moskitonetz um das große Bett sowie die Vorhänge sind geschlossen, der Wasservorrat aufgestockt und das Mückenspray bereit gestellt. Die größte Überraschung erwartet mich allerdings im Bad: Man hat mir sogar eine Wanne eingelassen und es duftet herrlich nach Rosenblättern. Diese Einladung nehme ich natürlich liebend gerne an und springe quietschvergnügt in die Wanne. Life is so beautiful! King's Camp, Eingang © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen King's Camp, Wettervorhersage
Nachdem ich dem Rosenwasser ausreichend Gelegenheit gegeben habe, meine Haut zu durchweichen, mache ich mich für das Abendessen fertig. Ich rufe kurz in der Rezeption an, damit man mich von meiner Suite wieder abholen kann. Es dauert keine zwei Minuten, dann klopft es schon an meine Tür. Service par excellence. Vor dem Abendessen versammeln sich einige Gäste um das Lagerfeuer. Darunter auch vier US-Amerikaner, die ich bereits während der Pirschfahrt kennengelernt habe, sowie zwei professionelle Fotografen, so hatte ich das zumindest eingeschätzt. Wie sich herausstellt, ist nur einer von ihnen ein Profi und die anderen Dame dessen Schülerin. Der Kamera-Hersteller Nikon betreibt in Nelspruit eine Niederlassung und bietet mit einigen Lodges in Timbavati sogenannte "Photographic Safaris" an. Dabei können interessierte Digitalkamera-Besitzer sozusagen aus erster Hand erfahren, wie man die Kamera richtig einsetzt und welche Einstellungen unter bestimmten Bedingungen jeweils die besten sind. Auch das Fahrzeug ist mit Spezialausrüstung versehen. So gibt es speziell geformte Ablagemöglichkeiten für besonders schwere Kameras mit großen Teleobjektiven, sodass so wenig wie möglich Erschütterungen während der Aufnahmen die Qualität der Bilder beeinflussen. Die Bilder, die mir die "Schülerin" kurz auf ihrem iPad zeigt, sind atemberaubend schön, obwohl sie selbst nach eigener Aussage erst Anfängerin ist. Wer Interesse an einer solchen speziellen Safari hat, dem hilft Outback Africa gerne weiter! King's Camp, Lounge © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen King's Camp, MenükarteAuch der Manager Warren sitzt mit am Feuer und weiß von atemberaubenden Ereignissen rund um das Camp zu berichten. Insbesondere Leoparden besuchen gerne das Camp und machen es sich im Vorraum der Toilette, in der Rezeption oder auf dem Speisedeck gemütlich. Es ist wohl auch schon vorgekommen, dass ein Leopard ein Warzenschwein quer durch die Anlage gejagt und es schließlich erlegt hat. Spannend, spannend. Und wir Zuhörer bekommen noch etwas mehr Respekt, als wir ohnehin schon haben. Schließlich werden wir zum Abendessen gerufen. Anlässlich des Goldenen Hochzeitstages von Stammgästen fällt die Tischdekoration besonders aufwendig aus. Es stehen persönliche Menükarten mit den Namen der Gäste bereit. Vor dem ersten Gang wird Champagner serviert und auf das Brautpaar angestoßen. Ich sitze mit jenen Gästen am Tisch, mit denen ich zuvor auf Pirschfahrt unterwegs war, allesamt US-Amerikaner. Einer von ihnen hat sogar deutsche Wurzeln und spricht ein sehr gutes Deutsch. Er plaudert aus seinem bewegten Leben und dass er nur durch Zufall die anderen Amis im Internet kennen gelernt hat, woraus eine echte Freundschaft entstanden ist. Ihm gehörte wohl früher eine große Firma, die er vor ein paar Jahren verkauft hat und seitdem mit seinen Freunden durch die Weltgeschichte reist. Ich sitze nur da und lausche ganz gespannt. Ich möchte auch eine Firma, die ich dann verkaufe und von deren Verkaufserlös ich dann durch die Welt reisen kann… Mit diesen Gedanken gehe ich zurück auf mein Zimmer, wo leckere Schoki auf meinem Bett auf mich wartet und ich den aktuellen Wetterbericht daneben liegend studieren kann. Da zeigt er sich wieder, der 5-Sterne-Service.

King's Camp, Haupthaus © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp, Lounge mit Ausblick © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp, Pool © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

King's Camp, Garten mit Pool © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Bevor ich am nächsten Morgen fahre, mache ich noch ein paar Aufnahmen von der Anlage. Ich bin erstaunt, was ich alles am Tag zuvor übersehen hatte. Da ist zum einen die große Bar mit bequemen Lounge-Möbeln. Zum anderen das große Aussichtsdeck ebenfalls mit einladenden Sitzmöbeln, von wo aus man das Gelände des Camps mit Swimmingpool, Fitnessraum und Liegewiese sehr gut überblicken kann. Und nicht zuletzt der Massageraum mit Blick hinaus auf den afrikanischen Busch. Neben den neun normalen Suiten stehen auch zwei Honeymoon-Suiten am äußersten Ende des Camps zur Verfügung. Sie sind noch größer und haben einen eigenen Pool auf der Veranda sowie ein offenes Badezimmer. Was mir am King’s Camp besonders gefällt:Das Quäntchen mehr an Aufmerksamkeit, was aus einem willkommenen Gast einen wahren Freund des Hauses macht. Die Einrichtung und Ausstattung sind toll, und das Gastgeber-Ehepaar weiß spannende Geschichten zu erzählen. Was mir nicht so gefällt:Wahrscheinlich in erster Linie der Preis. Mit maximal zehn Gästen auf einem Safari-Fahrzeug ist das Zumutbare einer 5-Sterne-Lodge meiner Meinung nach erreicht. Hier sollten es vielleicht nicht mehr als 6 Gäste pro Fahrzeug sein. Kommt aber auch immer auf die aktuelle Buchungslage an. 

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