Der Tafelberg - Kapstadts Wahrzeichen

von Susanne Schlesinger

Kapstadt, im Juli 2013

Was haben der Königstein in der Sächsischen Schweiz, der irische Ben Bulben  oder kanadische Mount Asgard gemeinsam? Alle drei sind Tafelberge, von denen es übrigens noch viele weitere gibt, aber wenn vom Tafelberg die Rede ist, dann ist Kapstadts Wahrzeichen Nummer eins gemeint. Bereits beim Landeanflug aus kann man  den Sandsteinberg mit etwas Glück aus den Wolken herausragen sehen, der sich an seinem höchsten Punkt 1087 Meter hoch über die Mother City erhebt, flankiert von den kleineren Erhebungen Lion's Head und Signal Hill. Bei den Seefahrern, die in den gefährlichen Gewässern um das Kap fuhren, bekam der Seemann eine Prämie, der den Tafelberg zuerst erblickte.Erosion hat in Jahrmillionen das abgeflachte Plateau mit den steilen Abhängen geschaffen, das  sich über 6500 Hektar erstreckt und seit 1998 als Nationalpark geschützt wird.Bis 1929 mussten alle Besucher, die die spektakuläre Aussicht genießen wollten, den mühsamen Aufstieg in Kauf nehmen. Durch die Seilbahn (Cableway) wurde es dann bequem, zur Kante des Tisches zu gelangen und die Besucherzahlen explodierten. Heute sind es rund 600.000 Touristen pro Jahr. Der Besuch des Tafelbergs ist einfach ein Muss und an Tagen mit klarer Sicht sollte man viel Zeit mitbringen, bis man die rotierenden Gondeln der Seilbahn besteigen und entlang des 1200 Meter langes Seils in die Höhe gleiten kann. Am Nachmittag wird es meist ruhiger und die Wartezeiten kürzer, trotzdem muss man das Erlebnis mit Touristen aus aller Welt teilen. Besonders schön ist der Sonnenuntergang, allerdings verkehrt die Bahn nur bis maximal 21.00 Uhr (je nach Jahreszeit auch nur bis 18:00 Uhr). Kapstadt bei Nacht kann man deshalb nur von der Talstation sehen, die aber bereits auch hoch über der Stadt liegt.

Wer den Tafelberg wirklich mit Muße entdecken will (und gutes Wetter hat), sollte einfach den ausgeschilderten Wanderpfaden hinein in den Nationalpark folgen. Bereits nach wenigen Minuten hat man den Touristenlärm hinter sich gelassen und befindet sich in faszinierender Natur, die viele seltene Pflanzen- und Tierarten zu bieten hat, gepaart mit der spektakulären Aussicht in verschiedene Himmelrichtungen. Im Table Mountain Nationalpark finden sich über 1000 Pflanzenarten, davon 250 Proteen, Südafrikas Nationalblumen. Um 10.00 Uhr und 12.00 Uhr finden täglich auch geführte Wanderungen statt. Löwen und Leoparden gibt es im Nationalpark schon seit 1920 nicht mehr, dafür aber die niedlichen Klippspringer (Dassies) und zahlreiche Vogelarten.  Mutige können sich auch von der Kante abseilen und neben der Aussicht auch den Adrenalinrausch genießen.

Die Seilbahn ist übrigens nicht nur ein bequemes Transportmittel zum Gipfel, sondern auch ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Vier Jahre dauerten die Planungen und der Bau, den die renommierte Seilbahnbaufirma Adolf Bleichert & Co aus Leipzig ausführte. Ihre heutige Form die Seilbahn allerdings erst später, als die Besucherzahlen größere Kabinenkapazitäten erforderten. Heute kann jede der zwei Gondeln 65 Personen auf einmal und 800 Personen pro Stunde transportieren. Die Rotation der Kabinen ermöglicht nicht nur allen Passagieren eine Rundumsicht, sondern sorgt auch für eine stabilere Lage an windigen Tagen, von denen es am stürmischen Kap viele gibt. Ebenso tragen zur Stabilisierung Wassertanks bei, die unter der Kabine befestigt sind und bis zu 4000 Liter Wasser fassen können. Mit diesem Wasser werden die sanitären und gastronomischen Einrichtungen auf dem Berg versorgt.Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Table Mountain Aerial Cableway. Hier kann man auch Onlinetickets zum Sparpreis kaufen, die 14 Tage lang vom ausgewählten Datum an gültig sind. Die Internetseite informiert außerdem über aktuelle Schließungen (z.B. wegen schlechten Wetters oder Wartungsarbeiten). Es lohnt sich also, vor dem Besuch auf der Internetseite vorbei zu schauen.

Und noch ein Tipp: Die roten "Hop-on-hop-off"-Sightseeingbusse verkehren alle 20 Minuten ab Seapoint und der V&A Waterfront und fahren auch hinauf zur Talstation der Seilbahn. Es gibt verschiedene Tourangebote. Praktisch: Die Tickets sind 24 bzw. 48 Stunden lang gültig, wenn also die Wolken als "Tischtuch" über dem Tafelberg hängen und die Sicht schlecht ist, kann man es später nochmals versuchen.

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