Über den Sambesi nach Livingstone (18/22)

von Doreen Krausche

Freitag, 01.06.2012Ein letztes Mal bauen wir unsere Zelte ab. Es geht eigentlich viel zu schnell, obwohl keiner recht Lust dazu hat. Die Zivilisation hat uns wieder. Wir erreichen Kasane. In der Toro Lodge, wo unsere Reise begonnen hatte, schließt sich der Kreis.Wir verabschieden uns von Lawrence, unserem Koch, der die Löwen von Moremi und unseren Löwenhunger bezwungen hat. Er bleibt mit dem Anhänger in Kasane zurück und bereitet sich auf die nächste Tour vor, die von hier in Kürze wieder startet. Für seine tolle Arbeit erhält er natürlich ein großzügiges Trinkgeld. Eine Umarmung, ein letztes Gruppenfoto - dann geht es für uns weiter zum Zielpunkt der Reise nach Livingstone.Das liegt bekanntermaßen in Sambia und um dorthin zu gelangen, müssen wir mit der Fähre den Sambesi überqueren. Der Sambesi ("Za-Mbezi" - Großes Wasser) hat Sambia seinen Namen gegeben, das früher als englisches Besatzungsgebiet "Nordrhodesien" hieß. Wieder gehen wir mit unseren Pässen durch die Ausreisekontrolle, dann müssen wir warten, bis wir die Erlaubnis zur Auffahrt auf die Fähre erhalten. Auf sambischer Seite angekommen warten wir erneut, um durch die Einreisekontrolle zu gehen.

Fähre den Sambesi © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Fähre über den Sambesi, botswanisches Ufer © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Fähre über den Sambesi, sambisches Ufer © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Hier nutzen Händler ihre Chance und bieten den Wartenden ihre Waren an. Man kann nicht nur mit Geld um die Waren feilschen, sie tauschen ihre Holzfiguren auch gegen alte Schuhe, Decken, Jacken und Socken. Einige finden sie nervig, ich unterhalte mich mit ihnen und sie freuen sich über das Interesse und einen abgeschlossenen Verkauf.Die Maramba Lodge liegt ganz in der Nähe der Victoria Fälle. Es gibt verschiedene Unterkünfte hier. Wir sind in Safarizelten untergebracht, die aber feste Wände haben. Lawrence konnte uns nicht hungernd verlassen und hat uns noch ein Mittagessen mitgegeben. Frisch gestärkt, geduscht und voller Neugierde steigen wir wieder in unseren Truck und machen uns auf den Weg zu den Victoriafällen. Wie auch in Victoria Falls auf der simbabwischen Seite sind die spektakulären Wasserfälle die Hauptattraktion Livingstones. Die Stadt selbst wurde nach dem Entdecker David Livingstone benannt, der bald seinen 200. Geburtstag feiert.

Maramba Lodge

Maramba Lodge, Restaurant © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Maramba Lodge, Zeltchalet © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Maramba Lodge, Zeltchalet innen © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Maramba Lodge, Pool © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Maramba Lodge, Lounge © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Maramba Lodge, Außenbereich © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Maramba Lodge bieten wir häufig unseren Kunden als Vor- und Nachübernachtungen an. Die festen Chalets mit gemauerten Außenwänden kann ich nur von außen fotografieren, da alle belegt sind. Die einfacheren Tented Camps, in denen wir als Gruppe untergebracht sind, haben ebenfalls einen festen Boden und das gleiche strohgedeckte Dach, wie die Chalets. Die Wände sind aus Holz und die Fenster mit Gaze versehen. Innen wird es wohl in beiden Chaletarten ähnlich aussehen, von der Größe her sind sie fast gleich.Nachdem ich vierzehn Nächte im Zelt auf einer einfachen Matratze im Schlafsack verbracht habe, empfinde ich diese Art der Unterkunft als vollkommen ausreichend. Es ist schon Luxus, ein Bad mit Dusche und WC in unmittelbarer Nähe im eigenen Raum zu haben.Die Betten haben ein schmiedeeisernes Gestell und schöne dicke, bequeme Matratzen mit Decke, Kopfkissen und ein Moskitonetz. Es gibt einen Schreibtisch aus Holz mit Stuhl und einen offenen Schrank im Raum. Im Bad sind die Ablagen und Handtuchhalter ebenfalls schmiedeeisern. Ein Vorhang trennt das Bad zum Schlafraum ab. Die Decke über der Dusche ist offen und lässt frische Luft hinein. Es ist fast eine Art Buschdusche, die an die gerade erlebte Safari erinnert. Eine schöne Lodge, die wir bei mehreren unserer Reisen für Vor- oder Zusatznächte anbieten.Wir treffen uns, um den letzten gemeinsamen Programmpunkt unserer Gruppenreise zu erleben - die Victoriafälle, die ich zu Beginn meiner Reise schon von der simbabwischen Seite gesehen habe. Für 20 Dollar Eintritt (100 sambische Kwacha) erlebe ich sie nun von der sambischen Seite und bin nicht weniger beeindruckt.Diesmal habe ich mich für lange Hosen und festes Schuhwerk entschieden und empfinde es als schlechte Kleiderwahl, denn ich bin völlig durchnässt und es ist schwer, die Sachen trocken zu bekommen, wenn es nachts kalt wird. Der Vorteil ist lediglich, dass meine Trekkingschuhe jetzt vom Staub befreit und sauber gewaschen sind. Mein Tipp deshalb: Unbedingt ein Regencape oder einen Regenschirm mitnehmen und Wertsachen und Kamera sicher in einer Plastiktüte verstauen. Auf festes Schuhwerk sollte man nicht verzichten, auch wenn die Schuhe eventuell nass werden.

Victoriafälle, sambische Seite

Victoriafälle, sambische Seite © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Victoriafälle, Eisenbahnbrücke © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Victoriafälle, sambische Seite © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Victoriafälle, sambische Seite © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Victoriafälle, sambische Seite © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Victoriafälle, sambische Seite © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Trotzdem ist der Besuch der Wasserfälle ein absolutes Muss und sehr beeindruckend. Nass, aber glücklich treffen wir uns nach einer Stunde vor dem Eingangstor wieder. Wir haben noch Zeit auf dem hiesigen Markt Souvenirs zu erstehen und merken gar nicht, wie gewieft die Händler sind und uns ohne große Mühe viel Geld für ihre Waren abluchsen.Am Abend gehen wir gemeinsam essen und verabschieden uns auch von Evans, der wirklich einen tollen Job gemacht hat. Er wird morgen früh direkt wieder nach Kasane fahren, wo die nächste Tour beginnt. Offiziell endet die Reise morgen früh um 10.00 Uhr nach dem Frühstück, aber bereits jetzt sind alle in Abschiedsstimmung. Morgen wird jeder wieder seiner Wege gehen - einige fliegen direkt von Livingstone zurück nach Hause, andere bleiben noch und haben weiteres Programm.Ich freue mich auf morgen - ein aufregender Tag erwartet mich morgen und ein bisschen aufgeregt bin ich schon - ich werde einen Microlightflug machen und in einer exklusiven Lodge übernachten - das volle Kontrastprogramm zur Campingreise.Zur Reise "Straße der Elefanten" ist zu sagen, dass es wirklich ein toll durchdachter Reiseverlauf mit vielen Aktivitäten, aber auch genügend Pausen ist. Zelten und der Verzicht auf Luxus mag nicht jedermanns/-fraus Sache sein, aber es ermöglicht das unverfälschte Naturerlebnis in den Nationalparks von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Das Essen war richtig gut, obwohl es eine "Feldküche" war und Elefanten haben wir reichlich gesehen. Der Name der Reise ist also auch tatsächlich Programm.

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