Ngorongoro Lodges: Sopa, Lemala und Serena - Tansania Reisebericht (11/19)

von Svenja Penzel

24. Oktober 2011Als ich die Vorhänge von den Fenstern beiseite schiebe, werde ich vom hellen Morgensonnenschein geradezu geblendet. Es ist ein strahlend schöner Morgen im Ngorongoro-Hochland, und das ist durchaus etwas Besonderes. Hier hängen sonst morgens oft die Wolken tief, oder es ist neblig und kühl. Stattdessen lasse ich die bereitliegenden Socken weg und zippe die Unterteile meiner Hose ab, es wird ein warmer Tag werden. Wir starten kurz nach acht von der Endoro Lodge in Richtung Serengeti. Kurz hinter dem Ort Karatu endet die gute Teerstraße an der Einfahrt zur Ngorongoro Conservation Area (NCA), also dem Ngorongoro-Schutzgebiet. Hier am Lodoare Gate ist viel los, etwa zwanzig andere Safari-Fahrzeuge wollen ebenfalls in das Schutzgebiet einreisen.

Am Lodoare Gate und Aussichtspunkt

Eingangstor zur Ngorongoro Conservation Area © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa

Aussichtspunkt am Kraterrand © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Blick zum Kraterboden © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Unser Guide checkt ein und bezahlt die Gebühr von 50 Dollar pro Person. Nach kurzer Zeit sind wir wieder flott und schrauben uns nun auf holperigen Erdpisten weiter hinauf. Schon bald erreichen wir den berühmten Aussichtspunkt am Kraterrand, von dem aus man den ganzen Krater überblickt. Keine Wolke trübt unsere Sicht, es sieht grandios aus. Aber auch sehr trocken, alles ist gelb. Wir schießen die obligatorischen Fotos und biegen dann auf die Piste zur Ngorongoro Sopa Lodge ab, die auf der anderen Seite des Kraters liegt. Wir besichtigen die mit 98 Zimmern relativ große, doch sehr schön mit Blick in den Krater gelegene Lodge, in der ich vor zwei Jahren schon einmal übernachtet hatte. Immer noch gefällt sie mir gut, und diesmal ist auch Wasser im Pool.

Ngorongoro Sopa Lodge

Ngorongoro Sopa Lodge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ngorongoro Sopa Lodge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ngorongoro Sopa Lodge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Dann geht es weiter zum kleinen Lemala Tented Camp, das nur neun Zelte hat. Lemala bietet ein sehr individuelles Erlebnis und "Busch-Komfort", man schaut von dort aber nicht in den Krater, sondern in die Waldlandschaft am Kraterrand. Wie bei allen Unterkünften der Lemala-Gruppe hat dieser doch recht rustikale Busch-Komfort einen stolzen Preis.

Lemala Ngorongoro Camp

Lemala Ngorongoro Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Lemala Ngorongoro Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Lemala Ngorongoro Camp © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Das Beste an diesem Vormittag ist jedoch der Leopard, der auf dem Weg zur Sopa Lodge direkt vor unserem Auto die Straße überquert. Er läuft in den Busch am Straßenrand, wo er noch ein paar Sekunden sitzt und uns beobachtet, dann schleicht er davon. Für Fotos ging das alles viel zu schnell, aber wir sind von dieser unerwarteten Begegnung begeistert.Wir nehmen nun die östliche Zufahrtspiste hinunter in den Krater. Diese Piste wird nur von der Sopa Lodge, vom Lemala Camp und von wenigen Zeltgästen genutzt, daher (und auch weil es schon 11 Uhr ist) begegnen uns fast keine anderen Fahrzeuge. Schon nach ein paar Minuten haben wir den Kraterboden erreicht. Doch in diesem Teil des Kraters herrscht gähnende Leere. Alles wirkt total ausgetrocknet, das Gras ist verdorrt und Bäume wachsen hier gar nicht. Ein paar einsame Gazellen und Strauße zeigen sich in der Ferne. Es hat seit fünf Monaten nicht mehr geregnet. Dass der Oktober das heiße Ende der Trockenzeit ist und alles nach Regen lechzt, wissen wir schon, aber so trocken hat es nicht einmal unser Guide erlebt, der hier seit Jahren unterwegs ist.

Im Ngorongoro NCA

Piste zum Kraterboden © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Pirschfahrt im Krater © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Pirschfahrt im Krater © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Wir fahren etwa zweieinhalb Stunden durch das Wegesystem auf dem Kraterboden, doch es ist und bleibt enttäuschend. Auch wenn wir die Big Five sehen. Den Leoparden hatten wir ja schon, der Elefant und die Büffel waren leicht zu finden, aber der einzige Löwe, der sich blicken lässt, schläft in einiger Entfernung, und das Nashorn mit Kind ist meilenweit weg und selbst mit dem Fernglas nur schwer auszumachen. Bei einem Geparden, der weit von der Piste entfernt auf einem kleinen Hügel sitzt und ebenfalls nur mit dem Fernglas zu erkennen ist, sammeln sich in kurzer Zeit 13 Fahrzeuge. Erst in der Nähe des Picknickplatzes am anderen Ende des Kraters ist das Gras etwas grüner, hier stehen auch hohe Bäume. Dort halten sich die verbliebenen Herden von Zebras und Gnus auf, viele sind es nicht. Mir war gar nicht bewusst gewesen, dass die Tiere in der Trockenzeit den Kraterboden durchaus verlassen und erst bei guten Regenfällen wieder zurückkehren. Wir haben genug gesehen und fahren auf der anderen Seite die Kraterwand wieder hinauf. Diese Piste ist beeindruckend, weil der Krater hier steiler abfällt. Von den Serpentinen hat man immer wieder einen faszinierenden Blick in die Tiefe. Oben angekommen, besuchen wir noch die Ngorongoro Serena Lodge, die ähnlich wie die Sopa Lodge ein relativ großes Hotel ist (75 Zimmer), aber einen afrikanischeren Stil hat und sich durch die Bauweise aus Naturstein schön in die Landschaft integriert. Die Lage ist wunderbar, alle Zimmer sind zum Kraterboden hin ausgerichtet. Die Sopa Lodge und die Serena Lodge am Kraterrand sind sich meiner Meinung nach ebenbürtig, ich würde wohl sogar der Sopa Lodge den Vorrang geben.

Ngorongoro Serena Lodge

Ngorongoro Serena Lodge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ngorongoro Serena Lodge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ngorongoro Serena Lodge © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Mittlerweile ist es nach 15 Uhr, und wir wollen noch bis in die zentrale Serengeti gelangen. Unser Guide gibt Gas. Zum Glück ist die Wellblechpiste in relativ gutem Zustand, so dass wir rasch vorankommen. Durch die Ngorongoro Conservation Area, in der viele Massai leben und ihre Tiere halten, geht es weiter hinab in die Ebenen der Serengeti. Es ist ein offenes System ohne Zäune, und die Gnus bewegen sich auf ihrer jährlichen Wanderung auch oftmals außerhalb der Grenzen der Serengeti. Gerade im Januar/Februar, wenn sie sich in den südlichen Ebenen sammeln, braucht man gar nicht in die Serengeti hinein zu fahren, sondern sieht dasselbe Spektakel auch im Ngorongoro-Schutzgebiet in der Region Ndutu. Wir sehen jedoch zunächst einmal gar nichts, als wir die Serengeti erreichen. Es ist rappeltrocken, und die Fahrzeuge ziehen lange Staubfahnen hinter sich her. Am Naabi Hill Gate haben wir einen kurzen Aufenthalt, während unser Guide eincheckt und bezahlt (ebenfalls 50 Dollar pro Person), dann fahren wir bei tiefstehender Sonne weiter nach Westen. Und glauben unseren Augen nicht zu trauen. Auf einmal wird das Gras grün, und Hunderte von Zebras tauchen auf. Wir erfahren, dass es in diesem Teil der Serengeti schon erste Regenfälle gegeben hat, und dass auch die Gnus bereits aus der Massai Mara zurückkehren. Was für ein Schauspiel, was für eine Wohltat für die Augen nach dieser stundenlangen Fahrt durch staubtrockene Gegenden! Doch es kommt noch besser. Die Simba Kopjes, hohe Granitfelsen direkt neben der Piste, machen ihrem Namen alle Ehre. Dort oben ruhen sich fünf Löwenweibchen aus, dösen träge in der Nachmittagssonne und strecken mal hier und da ein Bein aus. Am Fuß der Felsen zeigen sich zwei Löwenkinder. Das eine bleibt im Felsvorsprung sitzen, das andere, kleinere, ist etwas vorwitziger und spielt munter auf dem glatten Felsen herum. Wir sind ganz verzückt und können gar nicht genug bekommen. Immer wieder klicken die Kameras, bis unser Guide zum Aufbruch mahnt. Es ist immer noch eine Stunde Fahrt. Wir halten noch eine Weile bei einem Hyänenbau und beobachten die erwachsenen Tiere und ihre noch sehr kleinen, tollpatschigen Kinder, die noch ein schwarzes Fell haben und daher erst wenige Wochen alt sein können. Beim nächsten Löwen, der auf einem Baum döst, bleiben wir nur kurz, denn die Sonne geht schon unter und es wird kühl und windig. Kurz darauf erreichen wir das Dunia Camp.Weitere Informationen zu den besuchten Lodges:Eine Übersicht aller Beiträge dieses Reiseberichtes finden Sie hier.

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