Svenja gründete 2001 Outback Africa Erlebnisreisen, nachdem sie mehrere Jahre in Südafrika gelebt, ein Safariunternehmen mit aufgebaut und Campingtouren durch die Länder des südlichen Afrika begleitet hatte. Svenja ist Geschäftsführerin und Safari-Beraterin insbesondere für Privatreisen und Flugsafaris. Zu ihren Lieblingszielen gehören Malawi, Kenia und Tansania.
Heimkommen ist schön. Wieder im eigenen Bett schlafen, wieder von morgens bis abends deutsch sprechen, wieder die Lieblingssendungen im Fernsehen schauen, mal für eine Weile keine Lodges mehr anschauen und Lodge-Beschreibungen verfassen. Aber wenn man wie wir am Arm der Welt wohnt, ist das Heimkommen eine langwierige Sache. In meinem Fall hat es 38 Stunden gedauert. Und zwar nicht aufgrund von Verspätungen oder Ausfällen. Es war halt einfach so. Immerhin sind in diesen 38 Stunden sechs Stunden Schlaf in einem Hotel in Addis Abeba enthalten. Und diese Hotelbeschreibung muss ich an dieser Stelle einfach noch bringen, denn sie hebt sich auf interessante Weise von all den Unterkünften ab, die ich gerade in Tansania gesehen habe.Das 4-Sterne-Hotel "Riviera international" in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, ist geprägt vom pompösen Ambiente längst vergangener Zeiten. Schon in der Rezeption und in der Empfangshalle dominieren wuchtige Kunstledersessel und opulenter Schnickschnack. Längst vergangen ist auch die Pracht des Rosenstraußes im Eingangsbereich und der Teppiche auf den Treppenstufen. Das nette Personal ist bemüht und spricht auch ein wenig Englisch. Die Lage des Hotels direkt an einer sechsspurigen Autobahn macht dem Namen "Riviera" alle Ehre und ermöglicht eine schnelle Anfahrt in nur zehn Minuten vom Bole International Airport. Der Shuttlebus des Hotels, in dem die neusten Hits äthiopischer Musiker laufen, bringt die Gäste bis vor die Tür.Mit etwas Glück bekommen Sie ein Zimmer in einer der oberen Etagen mit weitem Blick auf die Autobahn und das dahinter liegende Brachland. Das Zimmer ist sehr groß, das Bett mit seiner rüschigen Tagesdecke auch. Es strahlt den Charme der 70-er Jahre aus, und an der Wand steht ein riesiger verschnörkelter Wandschrank Typ "Fake Eiche rustikal". Kleiderbügel werden Sie vergeblich suchen, nehmen Sie lieber den windschiefen Kleiderständer, nur überladen Sie ihn bitte nicht. Wahrscheinlich funktioniert der Fernseher, aber der Fön nicht, es könnte aber auch anders herum sein. Eine Minibar ist vorhanden, aber leer. Da das Waschbecken undicht ist, werden Sie im Bad womöglich eine große Pfütze vorfinden, bitte treten Sie vorsichtig ein. Auch in diesem internationalen Hotel erleben Sie authentische äthiopische Lebensart, was Sie spätestens dann merken, wenn Sie sich suchend nach Toilettenpapier umschauen. Es gibt keins. Machen sie es wie die Menschen hier und nehmen Sie die Schlauchbrause, alternativ ist das Mitbringen einer Klorolle anzuraten (nicht inklusive).Unsere Empfehlung: Bleiben Sie lange auf, bis Sie müde genug zum Einschlafen sind und sich nicht mehr am Lärm der Autobahn, brüllenden Babys und lauten Gesprächen auf dem Gang stören. Oder verinnerlichen Sie folgenden Merksatz: "Müde bin ich, geh zur Ruh, stopfe meine Ohren zu." Und danken Sie dem Erfinder des Oropax (selbst mitzubringen, nicht inklusive).Das freundliche Hotelpersonal ist aufgrund Ihres Hotelvouchers über Ihre Abflugzeit und die Abfahrtszeit des Shuttlebusses am frühen Morgen informiert. Es wird Sie pünktlich zwei Stunden vor der Abfahrt des Busses durch lautes Klopfen wecken, weil Sie sicherlich eine ganze Stunde im Bad und eine weitere ganze Stunde für das Frühstück brauchen werden. Anderslautende Meinungen werden nicht anerkannt, was sich durch weiteres Klopfen im Viertelstundenrhythmus äußert, gefolgt von Telefonanrufen.Genießen Sie das Frühstück im hoteleigenen Restaurant, auch wenn das Brot alt und hart, die Butter nicht auffindbar und die Wurst- und Käseplatte nicht mehr richtig frisch ist. Sie haben dabei immerhin die Gelegenheit, die langsam hin und her schlurfenden Hotelangestellten zu beobachten und ihren Gesprächen zu lauschen, die Sie natürlich nicht verstehen. Dafür versteht das Personal auch nicht, dass Sie eigentlich gern einen Kaffee mit Milch hätten.Unsere Empfehlung: Informieren Sie bei Anreise das Hotelpersonal schriftlich, dass Sie nicht geweckt werden möchten, und stellen Sie Ihren Wecker so, dass Sie pünktlich am Shuttlebus sind. Die Zeit am übrigens sehr modernen und übersichtlichen Flughafen reicht noch locker für einen richtig guten Kaffee und ein Sandwich in der Bar zum Obelisk.
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