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Reisebericht Madagaskar (4): Naturpark Berenty
Didieraceen sind typisch für den Trockewald in Südmadagaskar. © Foto: mpNäher an Berenty dominieren dann Sisalfelder das Landschaftsbild. Sisal wird hier kommerziell angebaut, die Felder bieten viele Arbeitsplätze - unter schlechten Bedingungen und mit schlechtem Lohn. In einer Sisalfabrik sehen wir den Arbeitern bei der Knochenarbeit zu. Nach dem Zermahlen der Blätter wird das faserige Innere einige Tage lang in der Sonne getrocknet. In endlosen Reihen hängen dann die Sisalbüschel wie weiße Rauschebärte an Schnüren.
Ein Sifaka posiert skeptisch, aber geduldig als Fotomodell. © Foto: spAuch Berenty hat nicht viel mit Nationalparks oder Naturreservaten, wie man sie aus dem südlichen oder östlichen Afrika kennt, zu tun. Die "Pirsch" sieht so aus, daß man mit einem Führer auf fein geharkten (!) breiten Wegen durch den Wald flaniert und Ausschau nach Lemuren hält. Und da kommen sie auch schon! Kattas in ganzen Horden, meist am Boden, die geringelten Schwänze steil nach oben gerichtet. Braune Lemuren im Schilfrohr, die putzigen Gesichter erinnern an Kinder-Teddybären. Ganz so zahm wie in Nahampoana sind sie hier nicht, das finden wir aber authentischer. Langsam kann sich Marco an einige von ihnen bis auf Armlänge anschleichen und es gelingen ein paar gute Schnappschüsse. Aber das beste Spektakel bieten uns die Larvensifakas. Mit ihrem hellen Fell und der dunklen Gesichtsmaske sind sie besonders hübsch. Auf einer Lichtung sehen wir ihnen zu, wie sie mit ihren langen, muskulösen Beinen in großen Schlußsprüngen quer über die offene Fläche hüpfen. Sie leben normalerweise hoch oben in den Bäumen und sind wahre Sprungkünstler. Wenn sie einmal eine baumlose Fläche überwinden müssen, hüpfen sie eben am Boden. In der Dämmerung stehen wir mucksmäuschenstill unter einem hohen Baum, in dessen Krone sich Hunderte von Flughunden zum Aufbruch in die Nacht vorbereiten. Ein emsiges Surren und Flügelschlagen. Nach dem Abendessen entdecken wir auf einer Nachtwanderung im Schein der Taschenlampe auch nachtaktive Lemuren. Der Graue Mauslemur ist kaum größer als sein Namensgeber, die Augen leuchten aus einer Didieracee-Astgabel.Berenty hat uns wegen der Lemuren begeistert. Dem Ruf, daß man sie hier besonders gut sieht, sind auch viele andere Besucher aus allen Teilen der Welt gefolgt. Sie laufen mit riesigen Kamera-Objektiven und Stativen durch den Park, bringen diese gar schon morgens mit ins Café-Restaurant, in das sich der eine oder andere zahme Lemur schleicht, und fachsimpeln über frühere Besuche oder andere madagassische Reservate. Interessant ist auch das kleine Museum über die Kultur der Antandroy, der Bewohner des Südens Madagaskars, gleich hinter dem Restaurant. Man sieht hier ihre typischen Hütten, Kochstellen, Kleidungsstücke, Musikinstrumente und viele Fotos mit ausführlichen Erklärungen, so daß man einen guten Einblick in die Traditionen und Besonderheiten dieses Stammes erhält.
Auf dem Boden hüpfen die Sifakas nur auf den Hinterbeinen, Arme und Schwanz werden zum Balancieren gebraucht. © Foto: mp Weniger begeistert waren wir von der ziemlich unambitionierten (aber teuren) Küche, und auch die Holzbungalows sind mehr funktional als gemütlich. Aber dafür ist man eben mitten im Park. Wir sind auch dem Rat eines unserer Bücher gefolgt, morgens ganz früh aufzustehen und den Sonnenaufgang am Mandrare-Fluß anzuschauen, der das Reservat im Norden begrenzt. Da der Fluß aber zum Ende der Trockenzeit nur ein Rinnsal war und das feuchte Flußbett nicht gerade angenehm roch, und zudem gerade an diesem Morgen der Sonneaufgang nicht gerade spektakulär war, hätten wir uns lieber noch eine Stunde länger im Bett gönnen sollen. Schön war der Spaziergang aber doch, schließlich sahen wir kaum einen Menschen und konnten die Natur erwachen hören.Fortsetzung folgt hier.Aus unserer Erkundungsreise haben wir inzwischen eine für jedermann buchbare Naturrundreise durch Madagaskar geschneidert.

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