Reisebericht Madagaskar (2): Auf der Allee der Baobabs

von Svenja Penzel

Schüchtern, aber nett: Begegnung an der Allee der Baobabs. © Foto: mpNun standen wir da, und ich war irgendwie ein bißchen enttäuscht. Die Allee ist eine Hauptverkehrsstraße. Zwar eine Sandpiste, aber sie verbindet wichtige Dörfer entlang der Küste und ständig kommen Autos, Zebu-Karren, Fahrradfahrer und Fußgänger vorbei. Und natürlich stehen andere Touristen dort, und je weiter es auf den Sonnenuntergang zugeht, desto mehr kommen hinzu, steigen aus blankgeputzten Allradwagen aus und bauen ihre Stative am Straßenrand auf. Und dann ist die Allee auch viel kürzer als ich dachte. In wenigen Minuten hat man sie von einem zum anderen Ende durchwandert. Die Kunst ist nun, den richtigen Standort und Blickwinkel für Fotos zu finden, die dann so aussehen wie das Titelbild des Reiseführers, oder zumindest so, als ob man dort der einzige Mensch war. Im Verlauf der nächsten Stunde habe ich dann gelernt: Erstens: es geht. Zweitens: Die Farben der Bäume und die Stimmung zum Sonnenuntergang sind doch ziemlich genial (und die Dias daheim beim Anschauen fast noch genialer). Drittens: die vielen Kinder, die einen beim Spaziergang durch die Allee begleiten, sind nur nervig, solange man sie nicht beachtet. Dann wollen sie ein "cadeau" (Geschenk). Aber wenn man auf sie zugeht, mit ihnen spielt, etwas in den Staub malt und mit ihnen auf Augenhöhe geht, tauen sie auf und werden fröhlich. Sie posieren dann vielleicht sogar ganz unbewußt als Fotomodels auf einem Baumstamm im schönsten Abendlicht.Allee der Baobabs bei Morondava (Madagaskar)Die Skurrilen Baobabs bei Morondava zum Sonnenuntergang. © Foto: mpMadagaskars wilder freier Westen, Heimat der Vezo, die vom Fisch und vom Meer leben, stolze Menschen, die mit strahlendem Lächeln ihre frisch gefangenen Prachtexemplare präsentieren. Der breite weiße leere Strand von Morondava. Ein erstaunlich gut ausgestattetes Internet-Café voller Touristen und Aussteiger. Die vielen Garküchen am Straßenrand, wo schon bei Tagesanbruch emsiges Treiben herrscht und die Einheimischen Kaffee trinken und frühstücken. Im Umland überall Reisefelder, geradezu kitschig grün. Dazwischen Seen und Wasserläufe, mit Seerosen und blauen Wasserhyazinthen bewachsen. Im stillen Wasser spiegeln sich die Baobabs. Wir sehen auch die "verliebten Baobabs", zwei Affenbrotbäume, die ineinander verschlungen gewachsen sind, eine seltene Laune der Natur.Und wir genießen den oberleckeren Fisch in Kokossauce auf der Holzterrasse unserer Unterkunft Baobab Café. Dazu gönnen wir uns einen madagassischen Wein, der sich aber als Reinfall entpuppt.Fortsetzung folgt hier.Aus unserer Erkundungsreise haben wir inzwischen eine für jedermann buchbare Naturrundreise durch Madagaskar geschneidert.

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