Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen
Nach einer kürzeren Pirschfahrt am nächsten Morgen sollte ich um halb zehn beim Ngwesha Campingplatz vom Wilderness Auto in ein Fahrzeug von African Bushcamps umsteigen. Doch ein anderes Auto ist nicht zu entdecken. Offenbar gab es hier ein Missverständnis in der Planung. So bleibt Zeit, den öffentlichen Campingplatz zu inspizieren. Grillplätze, Schattendächer, Waschraum, Dusche und Toilette – alles ist da, wie auf ähnlichen Campingplätzen in den Nationalparks Südafrikas und Namibias. Nur scheint hier schon zehn Jahre niemand mehr gewesen zu sein; kein Camper, und auch kein Handwerker zur Renovierung. Das Gelände sieht auf den ersten Blick ordentlich aus, auf den zweiten Blick braucht es aber dringend mehr als nur ein bisschen neue Farbe und ein paar neue Fliesen.
Ngweshla Campingplatz, Hwange NP.© Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen
Um halb zwölf holt mich endlich die Managerin von Camp Somalisa ab. Sie hatte eine andere Zeit auf dem Zettel als der Fahrer von Makalolo. Warum auch immer. Ich habe so zweimal Gelegenheit, eine Gruppe von fünf jungen Löwen zu beobachten, die von einer erwachsenen Löwin begleitet werden. Alle sehen nicht hundertprozentig gesund aus. Sie bewegen sich nur langsam. Passt die Mutter vielleicht auf die Jungen verschiedener Rudelmitglieder auf? Hatten sie schon längere Zeit kein Glück bei der Jagd? Wir wissen es nicht.
Bar im Somalisa Camp. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen
Somalisa ist ein richtiges Bushcamp im alten Stil. Zum Duschen füllt das Personal einen Wassersack mit warmem Wasser, der dann hinter dem Zelt hochgezogen wird und über dem Freiluft-Badezimmer baumelt. Es gibt keinen Wasserhahn, stattdessen hängt eine Schöpfkelle bereit, um die Waschschüssel zu befüllen. Die Zelte sind elegant eingerichtet, haben einen Fußboden aus Holzdielen und ein großes, bequemes Bett. Das Messezelt, in dem die Mahlzeiten eingenommen werden, ist mit alten Koffern dekoriert. Auf dem Schreibtisch liegt ein in Leder gebundenes Tagebuch, daneben Tintenfass und Schreibfeder sowie die elfenbeinfarbenen Zähne diverser Tiere. Hier fühlt man sich um einige Jahrzehnte zurückversetzt in die Zeiten der Safari-Pioniere.
Elefanten am Pool des Somalisa Camps, Hwange NP.
© Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen
Die Attraktion von Somalisa ist allerdings der Swimmingpool, obwohl keiner der Gäste auf die Idee käme, ihn zu benutzen. Das Bassin ist nur noch zu einem Drittel gefüllt. Elefanten besuchen ihn regelmäßig und haben ihn längst als Tränke in Beschlag genommen. Zwei Liegestühle unter Sonnenschirmen sind weiterhin begehrte Plätze für die Gäste, die weniger zum Sonnen als zum Tierbeobachten aus allernächster Nähe hier sitzen. Mit ihren Rüsseln könnten die Elefanten den Leuten unterm Sonnenschirm die Füße kitzeln. Doch die Dickhäuter interessieren sich offensichtlich mehr für das frische Nass. Ich hocke daneben und knipse ein Bild nach dem anderen. Porträts großer Elefanten, Schnappschüsse von kleinen Elefanten, die zwischen den Beinen Ihrer Mütter umher stolpern. Das alles nimmt mich so gefangen, dass ich den High Tea, der oben im Messezelt serviert wird, beinahe verpasse. Eine helfende Hand tippt mir auf die Schulter. Der Kellner hat mir ein Stück Pizzakuchen und ein Glas Eistee neben die Fototasche gestellt. Nachdem ich in dieser Lage kein Tele-, sondern ein Weitwinkelobjektiv benötigte, um Elefanten zu fotografieren, kann die folgende Pirschfahrt das Erlebnis nicht mehr toppen. Sie fällt heute auch nicht so ergiebig aus. Am Abend wärmen wir uns am Lagerfeuer. Ich schleiche mich bald wieder hinunter zum Pool. Die Elefanten sind zurückgekehrt. Da kein Mond die klare Nacht erhellt, sind vor dem Sternenhimmel nur schemenhaft große, schwankende Schatten zu erkennen. Dazu die schnaufenden, saugenden und sprudelnden Geräusche der Elefantenrüssel. Was für eine Nacht!
Zeltchalet des Somalisa Camps, Hwange NP.
© Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen
Am nächsten Morgen ist das kleine wärmende Lagerfeuer das erste Ziel. Jetzt Mitte Mai hält langsam der Winter Einzug. Das Thermometer in meinem Zelt zeigt am nächsten Morgen gerade noch 4 Grad über null.
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Eine Safari in den Hwange Nationalpark und nach Somalisa finden Sie hier.
Alle Berichte dieser Reise in der Übersicht:
- Ruckomechi Camp, Mana Pools NP – Reisebericht Zimbabwe (1)
- Vundu Camp, Mana Pools NP – Reisebericht Simbabwe (2)
- Kanga Bush Camp, Mana Pools NP – Reisebericht Zimbabwe (3)
- Little Makalolo Camp, Hwange NP – Reisebericht Zimbabwe (4)
- Davisons und The Hinde, Hwange NP – Reisebericht Simbabwe (5)
- Camp Somalisa, Hwange NP – Reisebericht Zimbabwe (6)
- Ivory Lodge, Hwange NP – Reisebericht Zimbabwe (7)
- The Bulawayo Club – Reisebericht Zimbabwe (8)
- Camp Amalinda, Matopos NP – Reisebericht Simbabwe (9)
Am Nachmittag fährt Louis, ein Guide von Little Makalolo, mit Chris und mir zur Lodge “The Hide” an der nördlichen Grenze des Nationalparks. Zuvor halten wir noch am Davison’s Camp, das nach dem Gründer dieses Reservats benannt ist. Es gehört zur Safari & Adventure Company, einer Tochterfirma, in der Wilderness Safaris die etwas einfacheren Camps zusammengefasst hat. Die Einstufung als „etwas einfacher“ ist aber in Relation zum insgesamt hohen Niveau von Wilderness zu verstehen.
Davison’s Camp, Hwange NP.© Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen
Im Vergleich zu Little Mak sind die Zelte von Davison’s etwas kleiner, haben nur eine Dusche und nicht zwei und so weiter. Aber Zelte und Einrichtung sind neu und durchaus schick. Nur stehen die Hauszelte für meinen Geschmack etwas nah beieinander, ohne viel Sichtschutz dazwischen. Während die Camps der anderen beiden Wilderness Kategorien „Classic“ und „Premier“ immer fully inclusive sind, sich die Übernachtungspreise also inklusive Mahlzeiten, Getränke und aller Aktivitäten verstehen, kann man die Safari & Adventure Camps auch nur mit Vollpension buchen. Die Gäste zahlen dann vor Ort extra für Pirschfahrten, Wanderungen etc. Ich würde unseren Kunden auch hier immer das fully inclusive Paket empfehlen und hoffe, dass die Interessenten dann beim Vergleichen der Angebote auch darauf achten, was sie für Ihr Geld bekommen.
Zelteinrichtung im Davison’s Camp, Hwange NP. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen
Auf dem Weg nach The Hide fahren wir ein ganzes Stück parallel zu den schnurgerade verlegten Eisenbahngleisen, die nach Victoria Falls führen und hier die Grenze des Hwange Nationalparks markieren. The Hide ist eine traditionsreiche Lodge. Die Eigentümer investieren gerade in den Neubau der meisten Chalets, die in einer Kombination aus Zeltstoff und gemauerten Wänden errichtet werden und von einem Schatten spendenden Reetdach überspannt werden. Zwei Chalets mit ihren halboffenen Badezimmern bleiben aber bestehen, berichtet die Managerin, die uns herumführt. Mehrere Stammkunden, die in diesen Zimmern vor Jahren ihre Flitterwochen verbracht hatten, hätten damit gedroht, dass es mit ihren regelmäßigen Aufenthalten vorbei sein würden, wenn es „diese Badewanne“ eines Tages nicht mehr gäbe. The Hide hat ein Aussichtsdeck in der zweiten Etage der Lounge mit Blick auf ein von vielen Tieren frequentiertes Wasserloch. Etwas weiter vorn, direkt am Wasserloch, befindet sich ein unterirdisches Versteck (englisch: Hide), von dem aus man Elefanten oder Büffel aus der Froschperspektive beobachten kann. Etwas weiter entfernt gibt es noch ein Baumhaus, das mutige Gäste für einzelne Nächte gegen ihr Chalet eintauschen können.
The Hide, Hwange NP.© Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen
Auf dem Parkplatz treffen wir einen Mitarbeiter der Vereinigung „Friends of Hwange“ der uns berichtet, wie schwierig es ist, monatlich mehrere tausend Dollar Spendengelder zu sammeln, um die Wasserpumpen im Park zu betreiben. Ohne die künstlichen Wasserlöcher wäre Hwange eine trockene, recht eintönige Buschsavanne im Osten der Kalahari. Der heutige Artenreichtum hat sich erst entwickelt, nachdem Davison und seine Mitstreiter Ende der 1920er Jahre die ersten Wasserlöcher anlegten.
Als wir etwa den halben Rückweg nach Makalolo geschafft haben, geht die Sonne schon unter. Nach Einbruch der Dunkelheit sehen wir noch drei Hyänen im Schein der Suchlampe, die bei Wilderness neuerdings rotes Licht ausstrahlt. Das soll die Tiere weniger blenden. Chris fällt auf, dass die Augen von Impalas und anderen Antilopen das Licht stark reflektieren, die Augen von Elefanten jedoch nicht. Das liegt an der Anzahl der Rezeptoren, beginnt Louis sofort zu erklären. Tiere mit guter Sehkraft, auch Katzen, hätten ungleich mehr davon als Elefanten oder Menschen. Er kann auch die ungefähre Anzahl dieser Rezeptoren bei den verschiedenen Arten nennen. Ich habe die Zahl bald wieder vergessen, bin aber nachhaltig beeindruckt vom Fachwissen der Wilderness Guides, auch wenn es um zoologische oder botanische Details geht.
Alle Berichte dieser Reise in der Übersicht:
- Ruckomechi Camp, Mana Pools NP – Reisebericht Zimbabwe (1)
- Vundu Camp, Mana Pools NP – Reisebericht Simbabwe (2)
- Kanga Bush Camp, Mana Pools NP – Reisebericht Zimbabwe (3)
- Little Makalolo Camp, Hwange NP – Reisebericht Zimbabwe (4)
- Davisons und The Hinde, Hwange NP – Reisebericht Simbabwe (5)
- Camp Somalisa, Hwange NP – Reisebericht Zimbabwe (6)
- Ivory Lodge, Hwange NP – Reisebericht Zimbabwe (7)
- The Bulawayo Club – Reisebericht Zimbabwe (8)
- Camp Amalinda, Matopos NP – Reisebericht Simbabwe (9)
Knapp zwei Stunden dauert der Flug in einer Cessna 206 von Sefofane von Mana Pools über den Lake Kariba hinweg zum Makalolo Airstrip im Hwange Nationalpark. Wir kommen kurz vor Sonnenuntergang an. Der Pilot macht die Maschine fertig für die Übernachtung, dann fahren wir zum nahen Little Makalolo Camp. Hier ist eines der insgesamt nur sechs großzügigen Zeltchalets für mich reserviert. Am Lagerfeuer treffe ich endlich Chris. Er ist ebenfalls Reiseveranstalter. Ursprünglich stammt er aus Simbabwe, heute arbeitet er in Vancouver (Kanada). Eigentlich hätten wir schon ab Lusaka zusammen reisen sollen. Doch der Nebel in Johannesburg hatte seinen Flug aufgehalten.
Die Pirschfahrt am nächsten Morgen führt uns zunächst durch dichten Busch, bis wir auf große offene Savannenlandschaften treffen. Am Rande einer der grasbewachsenen Senken entdecken wir einen großen Geparden, der im Schatten eines Baumes rastet. Interessiert er sich vielleicht für die Impalas, die in der Nähe grasen? Nach längerer Wartezeit fahren wir erst einmal weiter und halten für eine Kaffeepause. Als wir zurückkehren, liegt der Gepard immer noch im Schatten. Die Jagd lässt er heute wohl ausfallen.
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Eine Safari in den Hwange Nationalpark und zum Little Makalolo Camp finden Sie hier.
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- Vundu Camp, Mana Pools NP – Reisebericht Simbabwe (2)
- Kanga Bush Camp, Mana Pools NP – Reisebericht Zimbabwe (3)
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- Davisons und The Hinde, Hwange NP – Reisebericht Simbabwe (5)
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