Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen
13. Tag, 14.03.2010: Wilde Tiere werfen ihre Schatten voraus – Etosha Nationalpark
Heute ist es nun endlich soweit: um 8 Uhr brechen wir auf zum Etosha Nationalpark. Da ich seit Beginn meiner Tätigkeit bei Outback ein wahrer Pirschfahrt-Fanatiker geworden bin, freue ich mich auf dieses Highlight kurz vor Ende der Tour ganz besonders.
Vom Brandberg aus folgen wir zunächst der C35 Richtung Norden, biegen bei Khorixas rechts ab auf die C39 und erreichen Outjo, den letzten Ort vor dem 100 Kilometer entfernten Etoscha Nationalpark. Wir legen eine kurze Pause ein, bevor wir entlang der C38 endlich das Andersson Gate und damit den Etosha Nationalpark um die Mittagszeit erreichen. Nach dem Check-In bauen wir nun wieder unsere Zelte auf. Das Rastlager Okaukuejo befindet sich im Südwesten des Parks. Es liegt knapp 20 Kilometer hinter dem Andersson Gate und war ab 1901 ein Fort der Schutztruppen.

Springböcke im ergrünten Etosha-Nationalpark © Foto: Jens Döring
Der Komplex umfasst die Hauptverwaltung, Rasthäuser, Bungalows, Zeltplatz, Schwimmbad, Restaurant, Souvenirshop und einen Wasserturm, den man besteigen darf. Besonderes Highlight des Lagers ist jedoch das beleuchtete Wasserloch, an dem sich insbesondere in der Trockenzeit die verschiedenen Wildarten des Parks beobachten lassen. Dazu zählen Elefanten, Nashörner, Giraffen, Antilopen, Zebras und Löwen. Bewohnt man ein Chalet direkt am Wasserloch, lassen sich die Tiere sogar von der eigenen Terrasse bzw. vom Balkon aus beobachten.
Von Okaukuejo aus führen mehrere Pisten in die Busch- und Grassavanne nach Norden und Osten und somit zu den verschiedenen Wasserlöchern, an denen sich Tiere beobachten lassen. Noch am selben Nachmittag unternehmen wir unsere erste Pirschfahrt, ohne aber nennenswertes Großwild zu sehen. Okay, ein paar Zebras, Antilopen, Gnus und Staruße kreuzen unseren Weg, aber das war’s dann auch schon. Bei Einbruch der Dunkelheit kehren wir ins Camp zurück.

Safari-Truck an der Etoscha-Salzpfanne © Foto: Jens Döring
Unser Guide Tinus fragt mich, ob ich ihm beim Schnitzelbraten zur Hand gehen könne, schließlich sei das ja eine deutsche Tradition und ich müsste das also perfekt beherrschen. Ich bin mir da über mein Können nicht ganz so im Klaren, versuche es aber gerne. Jedenfalls beschwert sich keiner und so gehe ich davon aus, dass ich mich nicht allzu ungeschickt angestellt habe.
Nach dem Abendessen verbringen wir noch einige Zeit am Wasserloch und sehen gerade noch, wie zwei Nashörner wieder langsam in die weite Savanne hinaus marschieren. Schade, das eigentliche Trinken und Grasen haben wir verpasst. Naja, morgen ist ja auch noch ein Tag.
14. Tag, 15.03.2010: Ein ganzer Tag im Etoscha-Nationalpark
Der ganze Tag steht heute für Pirschfahrten zur Verfügung. Bereits um 7 Uhr brechen wir auf, um vielleicht noch die letzten nachtaktiven Tiere zu sehen. Ganz so glücklos wie am Tag zuvor sind wir heute Morgen aber nicht, immerhin bekommen wir zwei Löwen zu sehen und wieder allerhand „Kleingetier“, wie ich das nenne. Aber die Löwen sind einfach der Höhepunkt an diesem Morgen. Gegen 10 Uhr kehren wir ins Camp zurück und stärken uns bei einem Brunch.

Müder Löwe im Etosha-Nationalpark © Foto: Jens Döring
Von 12 bis 15 Uhr halten wir Siesta. Ich nutze die Zeit, um die letzten Postkarten zu schreiben, die wahrscheinlich ohnehin erst weit nach mir in Deutschland eintreffen werden. Außerdem habe ich einen Termin mit einer Mitarbeiterin von der Reservierung vereinbart, um einen Blick in die verschiedenen Unterkünfte im Rastlager Okaukuejo zu werfen. Es sind einfach zu viele, um sie hier detailliert zu beschreiben. Die schönsten (und auch teuersten) Chalets stehen am Wasserloch. Erwischt man hier ein Haus, dessen Sicht nicht durch Bäume oder andere Gebäude gestört wird, so hat man direkten Blick auf das Treiben am Wasserloch. Exklusiver geht es kaum.

Hungrige Erdhörnchen statten gerne einen Besuch im Camp ab. © Foto: Jens Döring
Um 15 Uhr brechen wir zu nächsten Pirschfahrt auf. Höhepunkt diesmal: zwei Leoparden, die fast unsichtbar im hohen Gras unter Bäumen liegen. Den Adleraugen unserer Guides ist es zu verdanken, dass wir die überhaupt bemerken. Das ist natürlich auch der hohen Sitzposition im Truck zu verdanken, was ein echter Vorteil gegenüber PKWs ist, die eigentlich nur Gras links und rechts der Straße sehen. Ohnehin ist der Etosha zu dieser Jahreszeit extrem grün. Es befindet sich überall Wasser auf der Erdoberfläche, sodass die Tiere nicht an die Wasserlöcher zur Aufnahme von Flüssigkeit gebunden sind. Auch die Blätter und Äste der Bäume sowie das Gras bieten ausreichend Nahrung. Vielleicht tatsächlich ein Nachteil, wenn man während bzw. kurz nach der Regenzeit den Etoscha besucht. Auf der anderen Seite ist jetzt die Zeit, in der nicht so viel Trubel und Verkehr ist, sodass man die vor Leben strotzende Landschaft in aller Ruhe genießen kann. Jede Zeit hat also etwas für sich.

Ein Leopard nutzt die gute Deckung im grünen Gras. © Foto: Jens Döring
Am Abend überrascht uns Tinus mit „Dose im Hähnchen“. Hierbei wird als Füllung in ein ganzes Hähnchen eine Bierdose gesteckt, die voll ist mit Bier und Gewürzen. Das genaue Rezept will Tinus uns aber nicht verraten. Das Ganze wird dann über offenem Feuer gegrillt bzw. gegart. Eine echte Köstlichkeit! Ich bin immer wieder begeistert, was die Guides so alles zaubern können, zumal uns ja keine voll ausgestattete Küche zur Verfügung steht.
Den heutigen Tag beschließen wir wieder am Wasserloch und haben Glück, dass die beiden Nashörner von gestern noch einmal vorbei schauen. Diesmal wandern sie vor uns auf und ab, grasen, trinken und grunzen. Keiner auf den Bänken lässt auch nur einen Mucks von sich, man könnte sprichwörtlich eine Stecknadel fallen hören. Darauf habe ich mich schon die ganze Reise über gefreut! DAS ist für mich Afrika…

Abendstimmung am Wasserloch von Okaukuejo © Foto: Jens Döring
15. Tag, 16.03.2010: Großstadtfieber – Zurück nach Windhoek
Bevor wir heute den Etoscha Nationalpark wieder durch das Andersson Gate verlassen, unternehmen wir noch eine kleine Pirschfahrt am Morgen, ohne aber wieder viel Nennenswertes zu sehen. Ein großer Waran kreuzt unseren Weg, und in der Ferne sehen wir einen Elefanten, allerdings nur dessen Hinterteil, das rasch wieder im Gebüsch verschwindet. Ellis sind uns wohl in Namibia nicht vergönnt zu sehen.
Um 9 Uhr verlassen wir schließlich den Park und fahren zügig auf der C38 gen Süden. Zwei Stunden später gelangen wir nach Otjiwarongo. Das Wort stammt aus dem Herero und heißt übersetzt „Platz fetten Viehs“. Zurückzuführen ist diese Namensgebung auf die Lage der 22.000 Einwohner zählenden Stadt, denn dank ergiebiger Regenfälle muß hier nicht so streng mit Wasser hausgehalten werden wie in anderen Städten des Landes. So hat fast jedes Haus einen Garten mit Rasenflächen und immergrünen Bäumen. Wir legen hier unseren Mittagsstopp ein und besorgen noch ein paar Kleinigkeiten.

Mittagspause in Otjiwarongo © Foto: Jens Döring
Nach weiteren zwei Stunden kommen wir in unserem Gästehaus in Windhoek an, dem Klein Windhoek Guesthouse. Die Gruppe wird auf mehrere Gebäude verteilt, die alle in einer bewachten Straße liegen. Unser Zimmer hat den Charme einer Garage, aber immerhin haben wir wieder einmal feste Betten und unser eigenes Badezimmer. Für knapp zwei Stunden setzt uns Pieter noch einmal im Stadtzentrum ab, das ca. zehn Minuten Fahrtzeit von Gästehaus entfernt ist. Diese Zeit reicht, um sich einen kleinen Eindruck von Namibias Hauptstadt zu verschaffen. Ehrlich gesagt, bin ich ein wenig enttäuscht. Die Stadt ist nicht so multi-kulti, wie ich mir das erhofft hatte. Auch die Sauberkeit lässt hier und da etwas zu wünschen übrig. Insgesamt fühle ich mich nicht ganz so wohl wie beispielsweise in Kapstadt. Aber Kultur- und Freizeitangebote gibt es hier trotzdem in ausreichender Zahl.
Am Abend besucht die Gruppe wieder auf eigene Kosten ein Restaurant ganz in der Nähe des Gästehauses in der Nelson Mandela Avenue: Joe’s Beerhouse. Der Name ist hier Programm: aus zahlreichen Biersorten aus dem In- und Ausland kann man hier wählen, und auch die Gaumenfreuden kommen nicht zu kurz. So werden namibische und deutsche Gerichte serviert und es gibt sogar einen „Biergarten“, in dem man es sich gemütlich machen kann. Ich wähle die „Bushman Sosatie“ mit einer Variation aus Straußen-, Krokodil-, Zebra-, Kudu- und Hähnchenfleisch. Eine ganz leckere Angelegenheit! Das musste nochmal sein, so zum Abschluss meines Aufenthaltes in Namibia.

Bar im Klein Windhoek Gästehaus © Foto: Jens Döring
16. Tag, 17.03.2010: Auf Wiedersehen Namibia – Heimreise nach Deutschland
Am heutigen Morgen trennen sich die Wege von mir und dem Rest der Gruppe. Ich verlasse in Windhoek die Tour und werde mir noch ein paar Unterkünfte anschauen sowie einen Safari-Partner besuchen, um sich dessen Fahrzeuge mal näher anzuschauen. Ein bisschen Pipi hab ich schon in meinen Augen, als die Gruppe dann im roten Truck davon zieht. Ihre Reise führt sie weiter ins Okavango-Delta in Botswana sowie an die Victoria-Fälle in Sambia. Da ich beides schon gesehen habe, beneide ich meine Kumpanen schon ein wenig. Aber es hilft ja nix, drei Wochen von Zuhause weg reicht dann auch. Zwei Tage später packe ich auch meine Koffer und fliege mit der Air Namibia wieder nach Frankfurt. Die besuchten Lodges sind übrigens Amani und Onjala. Wen es interessiert, kann sich gerne weiter unten unter Related Links einen Eindruck verschaffen.
Den kompletten Reiseverlauf dieser Reise finden Sie hier:
- Kapstadt & Kap der Guten Hoffnung – Reisebericht Südafrika Teil 1
- Berge, Flüsse und die Hitze – Reisebericht Südafrika und Namibia Teil 2
- Begegnungen in der Wüste – Reisebericht Südafrika und Namibia Teil 3
- Eine frische Meeresbrise – Reisebericht Südafrika und Namibia – Teil 4
- Spitzkoppe und Brandberg – Reisebericht Südafrika und Namibia Teil 5
- Etoscha Nationalpark & Windhoek – Reisebericht Südafrika und Namibia Teil 6
11. Tag, 12.03.2010: Es wird stinkig – Robbenkolonie am Kreuzkap und Spitzkoppe
Um eine humane Uhrzeit, nämlich um 8 Uhr 45, starten wir heute in Richtung Spitzkoppe. Nach einem kurzen Shopping-Stopp fahren wir zunächst den kleinen Umweg auf der C34 entlang der Küste hinauf bis zum Kreuzkap. Gegen 11 Uhr 30 treffen wir an dem berühmten Robbenreservat (Seal Colony) ein. Die Kolonie besteht in der Regel aus bis zu 150.000 Pelzrobben, die brüllend, grunzend, watschelnd, wälzend und besonders intensiv riechend einen braunen Teppich an der Küste bilden. Gründe für die Kolonisierung sind vor allem in dem Fischreichtum des Meeres an dieser Stelle zu sehen sowie in der Tastsache, dass in anderen Regionen die Tiere durch die Jagd verdrängt wurden. Ein beeindruckendes Naturschauspiel!
Pelzrobbenkolonie am Kreuzkap © Foto: Jens Döring
Unsere Fahrt führt uns wieder ein Stück zurück in Richtung Süden. Gegen 13 Uhr erreichen wir den Fischer- und Ferienort Henties Bay, wo wir am Strand unseren Picknickplatz errichten.
Nach weiteren 90 Minuten Fahrtzeit und der D1918 folgend, kommen wir an der Spitzkoppe an. In der Ferne beobachte ich schon seit geraumer Zeit die dunklen Wolken, aus denen ergiebiger Regen zu fallen scheint. Als wir auf dem Campingplatz unsere Zelte aufschlagen, stelle ich mich darauf ein, dass wir heute wohl ordentlich nass werden. Aber es sollte anders kommen.

Safari-Truck im Camp an der Spitzkoppe © Foto: Jens Döring
Die Spitzkoppe ist ein prominenter Gebirgszug in einer ansonsten flachen und weiten Ebene. Das „Matterhorn von Namibia“ besteht im Wesentlichen aus zwei steil aufragenden Felstürmen: Die „Große Spitzkoppe“ (1.728 Meter) und die „Kleine Spitzkoppe (1.580 Meter). Die Region um die beiden Gipfel ist als Nature Conservancy (Hegegebiet) ausgewiesen und wird von den Damara verwaltet. Erwirtschaftete Gelder gehen direkt an die Gemeinde zur Weiterentwicklung der Region.
Nach dem Zeltaufbau erkunde ich auf eigene Faust etwas die Umgebung, bevor um 17 Uhr eine geführte Wanderung zu den Felszeichnungen der Buschmänner auf dem Programm steht. Ein Damara führt uns stolz durch seine Heimat. Er weiß viel Interessantes und Wissenswertes über das Gebiet um die Spitzkoppe zu erzählen. So erfahren wir einiges über die lokale Flora und Fauna sowie über die Felszeichnungen, die wir in „Bushman’s Paradise“ zu sehen bekommen.
Wir kehren gerade noch rechtzeitig zurück, um einen spektakulären Sonnenuntergang zu beobachten, bei dem sich der Granit blutrot verfärbt.

Spektakulärer Sonnenuntergang an der Spitzkoppe © Foto: Jens Döring
Der Campingplatz für diese Nacht ist sehr spartanisch ausgestattet: Kein fließendes Wasser und keine Spültoiletten. Plumpsklos sind in den Felsen versteckt. Das macht aber nichts, denn wir sind mit unserem Truck vollkommen autark und können die Nacht auch ohne fremde Hilfe verbringen. Und irgendwie finde ich dieses Camp von der Lage her am schönsten von allen bisher besuchten. Die Zelte am Fuße dieser massiven Steinformationen zu errichten ist einfach grandios. Leider erweisen sich die Felswände in einer Hinsicht als extrem nachteilig: Ein Schnarcher im Nachbarzelt hält das gesamte Camp wach, denn die Schallwellen werden derart von den Felsen reflektiert, dass diese sogar noch verstärkt wirken und man den Eindruck hat, sein Nachbar liegt neben einem im Schlafsack. Doch Ohrstöpseln sei Dank konnte auch diese Nacht noch schlafend verbracht werden.
12. Tag, 13.03.2010: Existentielle Verluste am Brandberg-Massiv
Dieser Tag beginnt wieder einmal früh. Um 6 Uhr heißt es aufstehen, denn wir wollen noch am späten Vormittag unser nächstes Ziel erreichen: den Brandberg.
Wir fahren zunächst auf der D1930 Richtung Norden und erreichen das Örtchen Uis. Der Ort hat vor allem große Bedeutung für den Abbau von Zinn und Tantal. Hier befindet sich einer der größten Zinntagebaue der Welt. Wir nutzen die Gelegenheit, ein paar Getränke und Knabbereien zu kaufen, während sich Pieter und Tinus auf die Suche noch einem Reifenhändler machen. Immerhin muß ja noch der geplatzte Reifen repariert werden. Hier fallen uns die Händler auf, die vehement und penetrant versuchen, ihre aus den umliegenden Minen gewonnen Halbedelsteine und Mineralien an dem Mann bzw. die Frau zu bringen. Ein „Nein“ wird da nicht so einfach akzeptiert…

Langwierige Reifenreparatur in Outjo © Foto: Jens Döring
Die Reifenreparatur-Aktion dauert länger als geplant. Und so muss augenscheinlich erst der Dorf-Älteste (und Erfahrenste?) kommen, um das Problem mit dem Aufziehen der Pneus auf die Felgen zu lösen. Ein unterhaltsames Schauspiel. Um kurz nach halb elf ist das Projekt vollendet und es kann auf zu den letzten 35 Kilometern gehen.
Wir erreichen den Brandberg, genauer gesagt die White Lady Lodge & Campsite, und sind beeindruckt von der schön angelegten grünen Garten-Oase samt Pool und Bar. Leider müssen wir erfahren, dass uns heute nur ein kleines Zeitfenster für die Poolnutzung zur Verfügung steht, da der gesamte öffentliche Bereich für eine Hochzeit heute Nachmittag und Abend reserviert ist. Frust macht sich breit, denn die Temperaturen erreichen mittlerweile wieder die gewohnten 40 Grad Celsius.

Pool- und Gartenoase in der White Lady Lodge & Camping © Foto: Jens Döring
Also nutzen wir nach dem Zeltaufbau und dem Mittags-Snack die zwei Stunden, um uns ordentlich im Pool abzukühlen. Auf dem Rückweg zur Campsite muss ich gestehen, dass ich mich auf Grund der Weitläufigkeit der Anlage ein klein wenig verirre und kann unseren Standort nicht sofort wieder finden. Eine halbe Stunde laufe ich auf und ab bis ich schließlich unseren roten Truck hinter einem Baum erspähe. Puh, wurde aber auch Zeit. Die Sonne brennt barbarisch und ich hatte mir keine Sonnenmilch aufgetragen. Das kann ja noch heiter werden…
Ich möchte natürlich auch meinen beruflichen Pflichten nachkommen und will noch ein paar Bilder von der Toiletten- und Waschanlage machen. Nach einem Test einer der Toiletten stelle ich fest, dass die Spülung der selbigen nicht funktioniert. Um meine Kamera nicht der prallen Sonne auszusetzen, komme ich auf die glorreiche Idee, diese auf dem Spülkasten abzulegen, während ich versuche, ihn zu reparieren. Dann höre ich nur noch ein rutschendes Geräusch und ein sattes „Plupp“. Ich kann nicht glauben, was ich da sehe: Meine Kamera schwimmt nun tatsächlich im Klobecken! Geistesgegenwärtig und ohne nachzudenken verschwindet meine Hand im Toilettenwasser und „rettet“ das Objekt vor dem sicheren Wasser-Tod. Ich habe in dieser Sekunde eigentlich nur noch meine Speicherkarte im Kopf, denn die Kamera hab ich bereits abgeschrieben. Trotzdem halte das Gerät noch einmal kurz unter fließendes Wasser, um eventuelle Rest-Spuren abzuwaschen.

In dieser kombinierten Toiletten- und Duschanlage ist das Missgeschick
passiert © Foto: Jens Döring (noch mit der alten Kamera)
Die Karte ist gerettet. Was mit der Kamera wird, wird die Zeit und das Austrocknen zeigen. Ich ärgere mich fast zu Tode. Zurück in der Campsite habe ich die Lacher natürlich auf meiner Seite. Ich muss aber sagen, dass mir eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegenschwappt. Denn alle wissen, dass ich für meinen Job natürlich so viele Bilder wie möglich schießen muss. Daher nehme ich das Angebot meiner Mitreisenden Gabi aus Freiburg dankend an. Sie stellt mir ihre Zweitkamera leihweise zur Verfügung, so dass ich zunächst einmal noch Bilder von der Wanderung heute Nachmittag machen kann. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Gabi!
Diese Wanderung ist ursprünglich für 16 Uhr angesetzt, allerdings wird sie auf Grund der anhaltenden Hitze auf 17 Uhr verschoben. Am Fuße des Brandbergs (2.574 Meter hoch) fahren wir zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Wir wollen zur „White Lady“ laufen.
Auf der Fahrt wird deutlich, dass der Brandberg mehr Massiv als Berg ist. An seiner Basis misst er etwa 20×20 Kilometer und bedeckt damit eine Fläche von über 400 Quadratkilometern. Hier können sich Wolken leichter abregnen, das Massiv kann das Wasser in seinen Schluchten speichern, wo es wiederum gegen Verdunstung geschützt ist. So entstand hier eine ganz eigene Flora und Fauna.

Wanderung zur White Lady am Brandberg-Massiv © Foto: Jens Döring
Schließlich an unserem Ausgangspunkt, dem Dâureb Mountain Guide Centre, angekommen, wollen wir die zahlreichen Felsmalereien dieser Region erkunden. Unser Ziel ist, wie gesagt, die „White Lady“, die wohl berühmteste Malerei des Landes. Mit einem Dâureb-Führer machen wir uns auf den Weg durch die heiße Schlucht, denn die Hitze wird zudem von den Felswänden reflektiert. Mittlerweile zu einem wahren Mekka geworden, muss die „Weiße Dame“ nun mit Stahlabsperrungen vor schädigenden Berührungen und zu viel Blitzlicht geschützt werden. Im frühen 20. Jahrhundert wurde sie von Bergsteigern entdeckt. Es ranken sich zahlreiche Legenden um sie. Mal ist sie eine kretische Herrscherin, eine phönizische Königin oder auch ein einheimischer Krieger, denn mit Pfeil und Bogen bewaffnet und dafür brustlos eilt die Figur die Wand entlang. Nach meinem Geschmack ist die Kreatur auch eher Mann als Frau. Aber Genaues weiß man nicht…

Männlein oder Weiblein? Die Felszeichnung “White Lady” am Brandberg
© Foto: Jens Döring
Ich bin froh, dass mittlerweile die Sonne hinter den Berggipfeln verschwindet, sodass der Rückweg halbwegs erträglich ist.
Wir kehren gegen 18:30 Uhr zurück ins Camp und essen zu Abend. Tinus hat noch einmal Braai vorbereitet, auf den wir jetzt auch richtig Appetit haben. Bei einem Alkopop bestaune ich zusammen mit meinem Zeltnachbarn George den namibischen Sternenhimmel. Ein weiteres Mal wünsche ich mir meine Freundin jetzt an meiner Seite…
Den kompletten Reiseverlauf dieser Reise finden Sie hier:
- Kapstadt & Kap der Guten Hoffnung – Reisebericht Südafrika Teil 1
- Berge, Flüsse und die Hitze – Reisebericht Südafrika und Namibia Teil 2
- Begegnungen in der Wüste – Reisebericht Südafrika und Namibia Teil 3
- Eine frische Meeresbrise – Reisebericht Südafrika und Namibia – Teil 4
- Spitzkoppe und Brandberg – Reisebericht Südafrika und Namibia Teil 5
- Etoscha Nationalpark & Windhoek – Reisebericht Südafrika und Namibia Teil 6
Monatlich berichten die Camp-Manager von Kwando Safaris über aktuelle Tierbeobachtungen auf den täglichen Pirschfahrten und manchmal sogar direkt im Camp. Wir dokumentieren diese Berichte hier (April 2010):
The seemingly never ending rainy season has some positives apart from muddy roads! The zebra have remained in their hundreds along with large herds of gemsbok, wildebeest. The ready supply of drinking water and abundant grazing means they are under no pressure to return to the Makgadikgadi. The many hundreds of zebra and various antelope species mean rich pickings for the many predators which inhabit the open pans.
A pride of a male, two females and two cubs has been sighted regularly along with a group of four lionesses on a zebra kill. Cheetah have also been sighted on kills including a female with a young cub which was spotted regularly.
The spectacle of the waterhole in front of camp becomes ever more impressive with up to 30 elephant bulls drinking and covering themselves in cooling mud. They are surrounded by herds of gemsbok, zebra and wildebeest all vying for a space to drink. The view from each room’s deck is simply awesome!
The late rains meant that Tau Pan is still the hive of activity with large herds of gemsbok, wildebeest and springbok, as well as honey badgers, jackals and giraffe all being seen regularly. The resident Tau Pan pride have also been seen often especially the two brothers and two females seen hunting on the pan itself.
Elsewhere on the popular day drive activities the other pans and fossil river beds have been providing excellent sightings as large herds are attracted to the sweet grasses. As well as the wide variety off general game, including a herd of over 30 eland, there have been impressive predator sightings. At Phokoje Pan guests have seen a female cheetah accompanied by a young cub and sub adult female on a springbok kill. A pride of seven lion are seen often at Phuku Pan, while San Pan has provided sightings of a small family group of six lion including 3 young cubs, as well as two adult female cheetah with a cub. 11 different lion have been seen within Deception Valley and two male cheetah were spotted feeding on a gemsbok kill in the Passarge Valley.
The most unusual of sightings for the month and especially for the Kalahari was the arrival of a troop of baboon on Tau Pan! The troop spent two days foraging on the pan and then moved away. The presence of such animals so far from their recognised habitat is most likely due to the high rainfall this year. The abundance of surface water has allowed these water dependant animals to roam far into the central Kalahari
The northern Kwando region has been home large numbers of zebra, giraffe, tsessebe and wildebeest which have been attracted by the excellent grazing resulting from the seemingly never ending rains. The relative absence of lions this month as they follow the buffalo herds means that Wild dog and leopards have been a regular sighting, including a large male found in a tree guarding his impala kill. The buffalo sightings remain sporadic due to the excessive water and grazing found in the mopane forests though guides have spotted small herds on several occasions.
An additional and unusual sighting made this month was the regular sighting of large herds of Livingstone’s eland. This is the largest member of the antelope family and is extremely shy, generally residing in dense forests. Sightings are therefore very unusual and often fleeting.
The above average number of zebra, giraffe and wildebeest in the region has led to an increase in the number of predators hunting a wide variety of game species. A mating pair of lion were found on giraffe kills on two separate occasions while several other male lions have been sighted this month stalking wildebeest. Several leopards were also followed on drives both during day and night drives as they stalked warthog and impala. The three cheetah brothers, not to be out done, were observed hunting wildebeest, while the three separate packs of wild dog were sighted hunting regularly and kills were made on lechwe and two kudu.
Further sightings of an eland herd, of approximately 20 animals, has also been spotted on more than one occasion. These sightings bode well for the eland population which is notoriously difficult to estimate due to their shy nature and the remoteness of their habitat
The Kwara concession continues to disprove that the commonly held view that the rainy season is not a good time of year to see game. Consistent quality game viewing in February and March continued in April with regular sightings of lion, cheetah, wild dog, leopard, hyena, honey badger and elephant. Of course there was also the usual lechwe, reedbuck, giraffe, zebra, tsessebe, wildebeest, warthog kudu, impala, hippo, crocodile, jackals, cobras, pythons, ostrich, ground hornbills and wattled crane to name but a few!!
Significant sightings included a lion pride chasing a male leopard up a tree and an incredible confrontation between two pack of wild dog, in which the heavily pregnant alpha female was targeted and almost killed. She was last seen with serious wounds and the guides are unsure whether she survived or not.
If this is the green season we can only imagine what the dry season hold in store!
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Kwando Safaris betreibt Lodges in Botswana an einigen der interessantesten Plätze für die Tierbeobachtung. Lagoon Camp und Lebala befinden sich im 232.000 Hektar großen privaten Kwando-Reservat im Norden des Landes. Allein in dieser Region leben mehr Elefanten als in ganz Südafrika. Die Gegend ist bekannt für besonders gute Chancen, die vom Aussterben bedrohten Afrikanischen Wildhunde zu sehen. Das Konzessionsgebiet von Kwara liegt im Osten des Okavango-Deltas und grenzt an das Moremi Wildreservat. Die neuesten Kwando-Lodges sind Nxai Pan Camp im Nxai Pan Nationalpark und Tau Pan Camp in der Zentralkalahari. Dabei handelt es sich um die ersten und bislang einzigen permanenten Unterkünfte in diesen beiden Reservaten.
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