Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Monats-Archive: Dezember 2009

Etwa 20 Minuten dauert die Fahrt von der Plantation Lodge in Karatu zum Eingang der Ngorongoro Conservation Area. Nachdem die Formalitäten erledigt sind, fahren wir etwa nochmals so lange, bis sich vom Kraterrand aus ein spektakulärer Blick bietet. Unser Fahrer Ajub erzählt, daß er mit Gästen, die auf Plantation früh aufgestanden sind, als erstes Fahrzeug am Morgen in den Krater hineingefahren ist. Muß man also gar nicht unbedingt in einer der wenigen Lodges am Kraterrand übernachten, um zeitig auf Pirschfahrt zu gehen? Sollte man lieber den etwas weiteren Weg in Kauf nehmen und dafür vom besseren Preis-Leistungs-Verhältnis in Karatu profitieren? Wieder so eine Frage, die schwer zu beantworten ist.

Ngorongoro Wildlife Lodge © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ngorongoro Wildlife Lodge


Gut, die Aussicht von den Zimmern der Ngorongoro Wildlife Lodge, die die beste Lage am Kraterrand hat, ist nicht zu schlagen. Dafür ist man aber in einem relativ großen Hotel mit kleinen Zimmern, die noch kleinere Bäder haben. Das ganze Haus wurde gerade renoviert. Svenja und Jens, die erst vor ein paar Monaten hier waren, hatten sich geradezu entsetzt gezeigt vom neuen Interieur der Wildlife Lodge, das von einem amerikanischen Architekten geplant und von einer chinesischen Baufirma montiert wurde. Gut, die Lampen und Glaskugel-Ketten im Speiseraum sind gewöhnungsbedürftig, aber nach den Berichten von Svenja und Jens hätte ich mir alles noch viel schlimmer vorgestellt. Und die Aussicht, ob von der Restaurant-Terrasse oder den über 70 Zimmern, ist und bleibt großartig.

Ngorongoro Serena Lodge © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ngorongoro Serena Lodge


In der Ngorongoro Serena Lodge sind die Zimmer großzügiger. Die Aussicht ist nicht ganz so gut wie die der Wildlife-Lodge, aber sie ist immer noch attraktiv. Die Wände sind von außen mit runden, grauen Steinen verblendet. Das erinnert irgendwie an Fred Feuerstein, läßt das Gebäude aus der Entfernung aber kaum auffallen. Das ist ein großer Vorteil für das Bild einer Landschaft, in der Afrikas Tierreichtum, seine landschaftliche Schönheit aber auch der Tourismus sich konzentrieren und miteinander auskommen müssen.

Ngorongoro Crater Lodge © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ngorongoro Crater Lodge


In der Ngorongoro Crater Lodge sind wir zum Mittagessen angemeldet. Die Crater Lodge! Hier hat man, zumindest vor der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, mindestens 1000 US-Dollar pro Person pro Nacht bezahlen müssen. Im Moment gibt es Sonderangebote. Aber der Betreiber, die renommierte Firma And Beyond (vormals CC Africa) setzt hier am Krater wie auch anderswo in Afrika Maßstäbe in Sachen Service und Luxus. Von außen sehen die Bungalows ja etwas putzig aus, Spötter haben sich schon an Schlumpfhausen erinnert gefühlt. Innen sind die Räume geradezu prunkvoll ausgestattet. König Ludwig hätte hier nichts zu meckern. Jede Woche erhält die Lodge eine ganze Lkw-Ladung frischer Rosen, mit denen die Räumlichkeiten dekoriert werden, erzählt uns das Personal.

Ngorongoro Crater Lodge © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ngorongoro Crater Lodge


In einem der Speisesäle, die an ein europäisches Barockschloß erinnern, nur daß sie auch noch einen Blick auf den Ngorongoro-Krater bieten, nehmen wir unser Mittagessen ein. Das Essen ist exzellent. Wir sitzen an einer langen Tafel auf Stühlen, deren hohe Lehnen mit dem goldenen Signet des Hauses bestickt sind. Es ist wie im siebten Himmel. Und dann holt mich ein Detail doch wieder auf den Boden zurück. Wenn man wie ich nicht weit von einer Porzellan-Stadt wie Selb entfernt wohnt, die für Namen wie Rosenthal, Thomas, Hutschenreuther und Heinrich bekannt ist, dreht man überall auf der Welt die Teller um. Man muß ja schließlich einmal nachsehen, worauf man eigentlich speist. Da ist es dann schon eine kleine Enttäuschung, im edlen Ambiente der Crater Lodge die gleiche südafrikanische Industrieware vorzufinden wie anderswo auch. Und der Henkel meiner Kaffeetasse war offensichtlich schon einmal abgebrochen und wurde wieder angeklebt. In der Crater Lodge!

Ngorongoro Crater Lodge © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ngorongoro Crater Lodge

Weitere Kapitel dieses Reiseberichtes:

Nach zwei kurzen Stopps, um die roten Bananen zu probieren, die in Mto wa Mbu am Straßenrand angeboten werden, und um einen Blick vom Aussichtspunkt am Hang auf den Lake Manyara zu werfen, der tief unten am Grund des Großen Afrikanischen Grabens liegt, erreichen wir am frühen Nachmittag Karatu. Hier gibt es eine Reihe von Lodges und Gästehäusern, denn es ist nicht weit zum weltberühmten Ngorongoro-Krater.

The Manor at Ngorongoro © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

The Manor at Ngorongoro


Wir sehen uns zunächst The Manor at Ngorongoro an. Die weiß gestrichenen Landhäuser in einem weitläufigen Park auf dem Gelände einer ehemaligen Farm sind im kapholländischen Stil erbaut – aber sie sind 300 Jahre jünger als ihre historischen Vorbilder in Stellenbosch oder Franschhoek. Die Elewana-Gruppe hat das neu errichtete The Manor erst Ende 2008 eröffnet. Die Anlage wirkt in sich harmonisch, das Mobiliar ist edel. Stilvoll ist The Manor sicherlich, aber ich werde meine Zweifel nicht los, ob dieser Stil wirklich hierher nach Ostafrika paßt.

The Manor at Ngorongoro © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Klavierzimmer, The Manor


Unser nächstes Ziel ist ein Haus mit mehr Tradition: The Gibb’s Farm. Miss Gibb hat das Anwesen zwar vor einigen Jahren an amerikanische Investoren verkauft, aber die betagte britische Lady wohnt immer noch in der Nachbarschaft und schaut ab und zu vorbei, wie das Personal mit viel Respekt berichtet. Die Gästezimmer liegen in einem dicht bewachsenen, bunt blühenden Garten. Auch von der Badewanne aus kann man durch große Scheiben auf die Blumenpracht blicken. Die Kamine sind sowohl vom Badezimmer als auch vom Wohnraum aus zu sehen.

Gibb's Farm, Karatu © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Gibb's Farm


Zwischen der großzügigen, fast verspielt prunkvollen Zimmereinrichtung und dem viel schlichteren Gebäude, in dem sich Rezeption und Restaurant befinden, besteht ein auffälliger Kontrast. Eigentlich sollte schon längst ein neues Restaurant errichtet sein, erzählt uns der Manager. Wegen der Unsicherheit in Folge der weltweiten Wirtschaftskrise habe man die Investitionspläne aber um ein Jahr verschoben. Nun soll in der nächsten Nebensaison gebaut werden. Besonders interessant die Tatsache, daß Gibb’s Farm neben dem Hotelbetrieb tatsächlich auch noch als Farm arbeitet. Die Gäste finden in ihrem Zimmer einen Zeitplan, wann welche Verrichtungen anstehen, vom Melken der Kühe am Morgen bis zur Kaffee-Ernte. Wer möchte, kann bei allen landwirtschaftlichen Arbeiten zusehen oder sogar selbst mit anpacken. Urlaub auf dem Bauernhof in Afrika.

Plantation Lodge, Karatu © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Plantation Lodge


Mit der Dämmerung treffen wir in der Plantation Lodge ein. Hier war ich vor zwei Jahren schon einmal auf einem ganz kurzen Besuch. Nun ist endlich Gelegenheit, auf Plantation einmal zu übernachten. Mir hat die Anlage schon damals gefallen. Die Zimmer verteilen sich auf mehrere flache Gebäude, die in einem großen, parkähnlichen Garten stehen. Auch wenn die Ausstattung im Vergleich zu The Manor oder Gibb’s nicht ganz so prunkvoll ist, so hat mich schon vor zwei Jahren der Stil von Plantation begeistert. Und heute sehe ich mich bestätigt. Die Einrichtung ist sehr geschmackvoll, individuell, ein kleines bißchen kolonial, aber nirgends überladen oder protzig. Das Abendessen wird in zwei verschiedenen Speiseräumen serviert. Der Kellner schöpft die Suppe am Tisch aus einer großen Terrine. Auch die Hauptspeise kommt zunächst in Schüsseln und auf Platten auf den Tisch. Das alles wirkt bodenständig, familiär und dennoch stilecht. Überall ist die Handschrift der deutschen Hausherrin Renate zu erkennen, die wir später an der Bar treffen. Dort kann man durch eine große gläserne Tischplatte und eine weitere Glasscheibe im Fußboden direkt in den Weinkeller blicken. Am nächsten Morgen sehen wir uns die Zimmer unserer Mitreisenden an, und alle sind anders. Betten, Lampen, Bäder – jedes Haus im großen Garten von Plantation hat sein eigenes Flair.

Plantation Lodge, Karatu © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Plantation Lodge


Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

Weitere Kapitel dieses Reiseberichtes:

Mit dem ersten Tageslicht, pünktlich 6 Uhr, macht sich ein Kellner mit dem typischen „Knock, Knock“ Geräusch bemerkbar und stellt ein Tablett mit Kaffee vor der Veranda unseres Zeltes ab. Um 7 Uhr gibt es Frühstück, eine halbe Stunde später starten wir zu einer fünfstündigen Pirschfahrt.

Löffelhunde - Oliver's Camp, Tarangire Nationalpark. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Löffelhunde


Wir probieren diesmal einen der offenen Geländewagen des Camps aus. Mit diesen offenen Autos ist man unterwegs, wenn man ein „Game Package“ gebucht hat. Das ist für Gäste gedacht, die nicht mit eigenem Fahrer und Fahrzeug, sondern mit dem Flugzeug in den Nationalpark kommen. Welche Reisevariante die geschicktere sein mag, das ist wieder so eine Frage, auf die es keine einzig richtige Antwort gibt. Wir sind froh, daß uns unser Fahrer Ajub über mehrere Stationen der Reise begleitet. So lernen wir uns besser kennen, er weiß, was wir an den Tagen zuvor schon erlebt haben und kann das Programm so variieren, um unseren speziellen Interessen entgegenzukommen. Das alles kann ein Guide des Camps, in dem man meist nur zwei oder drei Tage zu Gast ist, nicht wissen. Dafür kennt der wiederum die Umgebung seines Camps besonders gut, die Tiere quasi alle beim Vornamen. Er weiß, wo in den Tagen zuvor Löwen oder Leoparden gesehen wurden und in welcher Richtung eine Pirschfahrt besonders viel Erfolg verspricht. Wenn man mit eigenem Fahrer zum Camp kommt, geht man gewöhnlich auch mit ihm und dem geschlossenen Wagen mit Dachluke auf Pirschfahrt. Denn dieses Auto ist ja schon einmal bezahlt, ein zusätzliches Game Package mit den offenen Wagen und den Camp-Guides würde doppelte Kosten bedeuten.

Picknick-Frühstück am Pirschfahrzeug von Oliver's Camp, Tarangire Nationalpark. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Picknick-Frühstück im Tarangire NP

Apropos, wir kommen auf dem fünfstündigen Gamedrive übrigens voll auf unsere Kosten. Und das nicht nur wegen der beiden Löwen und der zwei Geparden, sondern auch wegen eines Löffelhund-Pärchens mit Jungen, einer farbenprächtigen Gabelracke, die nah vor meinem Objektiv posiert, und der putzigen Mangusten.

Pirschwanderung - Oliver's Camp, Tarangire Nationalpark. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Zu Fuß auf Elefantenpirsch


Am Nachmittag wollen wir dann das ausprobieren, wofür Oliver’s berühmt ist: Die geführten Wanderungen durch die Wildnis des Nationalparks. Alex, ein lustiger Guide aus Simbabwe, ist Spezialist für Safaris zu Fuß. Er trägt genauso ein geladenes Gewehr wie die Rangerin von der Nationalparkverwaltung, die uns begleitet. Die zierliche Frau fällt sonst weiter nicht auf. Außer in dem Moment, als wir gerade stehenbleiben, um zwei Elefanten in nicht allzu großer Entfernung an einem Wasserloch zu beobachten – und ihr Mobiltelefon plötzlich piept. Die Elefanten, eine ältere Kuh und ein Junges, scheinen von der langen Trockenzeit sehr mitgenommen, sie sehen richtig mager aus. Alex prüft die Windrichtung und zeigt uns einen sicheren Weg entlang des Flußbettes, auf dem wir den Elefanten nicht in die Quere kommen. Nach etwa zwei Stunden gemütlichen Laufens sehen wir die kleinen Kuppeldachzelte auf einer Anhöhe. In diesem Fly Camp, quasi einer Außenstelle von Oliver’s, werden wir heute übernachten. Gerade zieht eine größere Gruppe Elefanten unterhalb des Camps vorbei, überquert den Fluß und passiert uns dann auf der anderen Seite des Flusses. Ein wunderbarer Anblick im Licht der Abendsonne.

Fly-Camping - Oliver's Camp, Tarangire Nationalpark. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Zelt und Busch-Dusche beim Fly Camping


Die Zelte haben gerade so Stehhöhe. Auf dem Boden liegen zwei Schlafmatten, darauf Kissen und Decken mit heller Bettwäsche. Vor dem Zelt steht ein Tisch, Wasser und ein kleines klappbares Waschbecken. Etwas abseits sind noch ein Toilettenzelt und weiter unten eine Buschdusche aufgebaut. Die besteht aus einem Wassersack mit Brausekopf, der an den Ast eines Baumes gebunden ist, und Sichtschutz an drei Seiten. Die offene Seite zeigt hinunter zum Fluß, wo gerade die Elefanten entlang gezogen sind. Das Abendessen wird am Lagerfeuer serviert. In Ermangelung eines Tisches balancieren wir die Teller auf den Knien. Auch die Beleuchtung ist etwas schwierig – aber all das sorgt ja erst für ursprüngliches Safari-Gefühl, wie ich es an den echten Camping-Touren so mag. Einfach den Kopf in den Nacken legen und über den tollen Sternenhimmel staunen. Das geht auch noch vom Bett aus, denn das Kuppelzelt hat ein Moskitonetz in der Dachpartie.

Frühstück beim Fly Camping - Oliver's Camp, Tarangire Nationalpark. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Frühstück beim Fly Camping


Am nächsten Morgen holt uns Ajub mit dem Auto vom Fly Camp ab. Heute soll es via Mto wa Mbu nach Karatu im Ngorongoro-Kraterhochland gehen. Zuvor schauen wir noch bei der Tarangire Safari Lodge vorbei. Deren Hauszelte sind im Vergleich zum Oliver’s Camp recht schlicht ausgestattet und stehen in zwei langen Reihen, die vom zentralen Gebäude aus in zwei Richtungen verlaufen. Der Clou ist hier die Aussicht, denn die Terrasse der Lodge und die Reihe der Zelte erstrecken sich entlang der oberen Kante eines Flußtales. Die Aussicht ist genial. Jetzt, am Ende der Trockenzeit, sind unten im Tal überall Tiere zu sehen.

Elefantenbeobachtung vom Sofa aus in der Tarangire Safari Lodge. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Tarangire Safari Lodge


Doch die Leute schauen gar nicht in die Ferne, sondern gleich um die Ecke. Mehrere Elefanten stehen direkt auf dem Weg, der vom Pool zu den Chalets führt. Hinter dem Pool ist ein kleiner Durchgang. Meine Reisekollegen Mike, Sarah und James stehen dort und blicken gebannt hindurch. Die offene Tür ist zum Glück zu klein für die Elefantenkuh, die zusammen mit ihrem Jungen direkt dahinter steht und mit dem Rüssel in Richtung der Zweibeiner schnuppert. Grund des hohen Besuchs sind die Samen der Bäume, die auf dem Lodge-Gelände wachsen. Die zweibeinigen Gäste verhalten sich ruhig, sehen fasziniert zu, wie die Elefanten fressen, bevor sie wieder langsam davon trotten.

Da steht ein Elefant vor der Tür! Tarangire Safari Lodge. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Besucher am Pool-Eingang der Tarangire Safari Lodge


Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

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